Print

HHStAW Fonds 40 No U 75

Description

Identification (charter)

Short regestum

Edelknecht Heynemann von Limburg macht, da für alle Sterblichen nichts gewisser als der Tod und nichts ungewisser als die Stunde des Todes ist, zu seinem, seiner Vorfahren und aller verstorbenen Gläubigen Seelenheil sein Testament. Den Nießbrauch seiner Weingärten und Einkünfte zu Bendorf ('Bedin-') vermacht er für dieses Jahr, falls er dann stirbt, seiner Schwester Regina und danach, außer 1 Ohm Wein, das Heinrich, Sohn der 'Scheffirsin' gibt, je zur Hälfte den Klöstern Rommersdorf und Sayn, die davon jährlich zum 11. November dem Kämmerer des Dekans und Kapitels vom Limburg Stift 4 Schilling Pfennig eigenen Zins, den Pfennig zu 3 Hellern gerechnet, geben sollen zur gleichmäßigen Verteilung unter die Kanoniker und Vikare oder Kapläne der Altäre des Stifts an seinem Jahrtag, damit sein Gedächtnis mit Vigilien von neun Lektionen und der Totenmesse gehalten wird. Versäumen die Klöster die Entrichtung jenes Zinses in einem Jahr, so sollen jene Weingärten und Einkünfte zu Bendorf ihnen gänzlich genommen werden und auf den Dekan und die Kapläne des Limburger Stifts übergehen. Jenes Ohm fränkischen Weines ('vini frankonici'), das der vorgenannte Heinrich gibt, vermacht er dem Altar des heiligen Nikolaus. Der Pleban soll es in der Kelter in Empfang nehmen, und alle sollen davon trinken, die an Festtagen an dem Altar des heiligen Nikolaus die heilige Kommunion empfangen. Sein Wohnhaus und die Scheune ('horreum') mit der Kelter und ihrem Zubehör vermacht er seinem Verwandten ('cognato') Johannes auf Lebenszeit. Nach dessen Tod sollen diese auf das Hospital bei Limburg übergehen. Würde jener Johannes Haus, Scheune und Kelter mit dem Dach, den Wänden und dem übrigen notwendigen Bauwesen nicht in baulichem Zustande erhalten, soll er kein Recht mehr daran haben, sondern der Spitalmeister davon Besitz ergreifen und darüber zum Nutzen der Kranken verfügen. Er vermacht ferner: seine Weingärten beim Galgenberg seinem Verwandten Johannes; 2 Schilling und ein Huhn jährlichen Zins, die Arnold vom Friedhof ('de cimiterio') gibt, dem St. Katharinenaltar in Limburg; 9 Pfennig und ein Huhn eigenen Zins, die (..) Hauf von seinem Haus, und 8 Pfennig, die 'Elsebedis' von Dörsdorf ('Durs-') gibt, dem St. Petrusaltar in Limburg; sein Recht an einigen Äckern bei 'Steufmule' den Nonnen von Dirstein; sein Haus beim Brunnen ('puteum') den Nonnen von Beselich; die Wiese in Erbach ('Erle-') bei der Kirche dem St. Mathiasaltar in Limburg; seiner Schwester Regina seinen Erbanteil ('partem hereditatis mee') zu Kärlich ('Ketleche'); sie soll diesen nicht verkaufen, sondern das Erbe ('hereditas') soll nach ihrem Tod auf die rechtmäßigen Erben übergehen. Zu Testamentsvollstreckern bestimmt er seine Verwandten Rorich und Johannes und gibt ihnen, falls sie es für nötig halten, Thilmann genannt von Braunsberg, Kanoniker des Limburger Stifts, und dessen Bruder Ritter Johannes als Helfer bei. Er verspricht, dies Testament nicht zu verändern, noch anders über die Güter zu verfügen, behält sich aber vor, im Notfall ('si necessitas victus, quod absit, me artaret') seinen Lebensunterhalt davon durch Verkauf oder Verpfändung zu nehmen. - Siegel des Kustos Lutzo, Kanoniker Thilmann und Plebans Albert vom Limburg Stift. - Der vorgenannte Ritter Johannes benutzt im gegenwärtigen Falle ('ad presens') das Siegel seines genannten Bruders Thilmann mit.

Dating

1316 Mai 4

Original dating

Actum et d. 1316, feria tercia post festum beate Walpurgis virginis

Notes (charter)

Formal description

Ausfertigung, Pergament im Jahre 1945 verloren. - Vorlage: Kopie (von Ausfertigung) 1880 durch Dr. Ausfeld W 1028,4, mit Siegelbeschreibung: 1. Siegel des Kustos Lutzo. 2. Siegel des Thilmann, rund. Im Siegelfeld ein Schild mit drei Rauten und vierlätzigem Turnierkragen darüber, Umschrift: '+ S(IGILLVM) DILMA(N)I DE BRV(N)SBERG CAN(ONICI) LI(M)P(VR)GE(NSIS)'. 3. Siegel der Limburger Pfarrei

Information / Notes

Additional information

Struck, Chorherrenstift St. Georg Limburg, Nr. 115

Representations

Type Name Access Info
Original Urkunde