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HStAM Fonds 81

Description

Identification (short)

Title

Hanauer Regierung (vor 1821)

Life span

15.Jh. - 1820

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Corresponding archival items

Bestände 17c hessischer Lehnhof, Protokolle II Hanau A Nr. 2a bis 2d und 86 Hanauer Nachträge, 98 a-s Großherzogtum Frankfurt

Fonds data

Custodial history

Die Masse der Lehnsakten wurde noch 1867 an den Kasseler Lehnhof abgegeben. Das in Hanau verbliebenen Archiv kam 1874 nach Marburg.

History of creator

Die Grafen von Hanau führten ein persönliches Regiment mit Hilfe von Räten. Mit der Verlegung des Regierungssitzes von Windecken nach Hanau zu Ende des 15. Jh. wurde eine Kanzlei eingerichtet, die sowohl oberste Gerichts- wie oberste Verwaltungsbehörde war. Sie wurde von einem dem Niederadel angehörenden Oberamtmann geleitet, der das Kollegium der zumeist bürgerlichen Räte, zu denen auch der Kämmerer zählte, anführte und bei den häufigen, meist unter Beteiligung der verwandten Häuser Hanau-Lichtenberg und Nassau-Dillenburg geführten Vormundschaftsverwaltungen als Befehlshaber und Statthalter amtierte. 1563 wurde der Kanzlei als neue Verwaltungsabteilung das reformierte Konsistorium angegliedert. Mit der Verwaltungsreform von 1609 setzte sich die Bezeichnung Regierung gegen den Begriff Kanzlei durch und Kammer und Konsistorium wurden zu eigenständigen Behörden. Verbunden blieben Regierung, Kammer und Konsistorium allerdings über lange Zeit durch die Personen der Räte, die häufig Mehrfachfunktionen hatten.
Mit der Übernahme der Grafschaft Hanau-Münzenberg durch die Landgrafen von Hessen-Kassel im Jahr 1736 änderte sich an der Funktion der Regierung Hanau zunächst nichts. Erst mit der Einrichtung des Oberappellationsgerichts in Kassel 1792 verlor sie ihre Aufgabe als Hofgericht und oberste Gerichtsinstanz für die Grafschaft. Auch während der Zeit der französischen Besetzung der Grafschaft Hanau-Münzenberg zwischen 1806 und 1810 arbeitet die Regierung weiter, bis sie 1810 in der Präfektur Hanau des Großherzogtums Frankfurt aufging. Nach 1815 zunächst wiederhergestellt, erfuhr sie ihre entscheidende Neustrukturierung mit der hessischen Verwaltungsreform von 1821 (s. Bestand 82).

Includes

Akten der Regierung Hanau sowie die Masse der hanauischen Rechnungen, die nur zum Teil in den Bestand Rechnungen II umgelegt wurden. Gegliedert war der Bestand in die folgenden alten Abteilungen:

A Registratur, Haus-, Kirchen-, Schul- und Ehesachen, geistliche Korporationen, Kollekten, Reichssachen

B 1 Privilegien, Freiheiten, Manumissionen, Geleit, Jurisdiktion, Lehenssachen

B 2 Lehnsprotokoll

B 3 Straßenbau, Steuer- und Wirtschaftssachen, Polizei- und Militärsachen, Kirchen- und Schulsachen, Dienerbestallungen, Rentereiakten

B 4 Grenzsachen, Landleitungen, Landwehr darunter zahlreiche Weistümer

C Huldigungen, Jagd-, Wald- und Marksachen, Grenzen, Landleitungen, Landwehren

D 1 Prozesse gegen Hanau vor den Reichsgerichten

D 2 Handwerkskonzessionen, Kriegskosten, Zwangsanleihen

E Verwaltung des Inneren, allgemein und bezogen auf Ämter und Orte

Zünfte

Rezeptionen

Literature

Rauch, G.: Die Hanauer Repertorien im Hess. Staatsarchiv Marburg, Inhaltsübersicht der kopierten Exemplare im Stadtarchiv Hanau, Hanau 1984

Zimmermann, Ernst J.: Hanau - Stadt und Land. 2. verm. Aufl., Hanau 1917

Finding aids

1. Arcinsys-Datenbank:
- Abteilungen A-D (retrokonvertiert mit Fördermitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG, 2012)
- Abteilung E (bearbeitende Retrokonversion von 2 handschr. Behördenrepertorien, 2012, 2017-2018, 2020-2022)
- Zünfte (Neuerschließung 2012/13)
- Stiftungen (bearbeitende Retrokonversion eines handschr. Findbuches, 2022)
- Rezeptionen (bearbeitende Retrokonversion einer Übersicht, 2022)

0,16 MM (2 großformatige Bände) Sporteltabellen und Bevölkerungslisten des 18.Jh. unverz.

0,16 MM aus der alten Abteilung 81 E unverzeichnet

Further information (fonds)

Extent

238,33 MM

Information / Notes

Additional information

Letzte Aktualisierung: 22.12.2022