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ISG FFM Fonds W1-7

Description

Identification (short)

Title

Färberei Georg Klein

Life span

1860 - 1958

Fonds data

Custodial history

Der Bestand wurde 1965 von der Familie Klein an das vormalige Stadtarchiv geschenkt.
1. Zugang: Familie Klein/1965 (W1-7 Nr. 1-89)
2. Provenienz und Zugang unbekannt (W1-7 Nr. 90)
(Stand 2020)

History of creator

Im Jahr 1850 wurde von Georg Klein in Rödelheim eine Seidenfärberei gegründet. 1864 erhielt er die Erlaubnis, diese nach Frankfurt zu verlegen. Sein Sohn, Georg Klein, führte die Seidenfärberei weiter, erweiterte aber den Betrieb mit der neu aufkommenden chemischen Reinigung. Neben der Seide wurden auch Stoffe, Wandbehänge und Kleider gewaschen und gefärbt. Mit dem Aufkommen der künstlichen Farbstoffe expandierte der Betrieb. 1892 wurde das Grundstück auf dem Hainer Weg 24 erworben, auf dem eine Färberei errichtet wurde. Im Jahre 1903 schlossen sich drei Frankfurter Färbereibetriebe zu einem Betrieb zusammen. Sie firmierte unter Vereinigte chemische Waschanstalten und Färbereien vorm. J. C. Böhler, G. Klein, A. Kunz GmbH. Bis zum Ersten Weltkrieg waren rund 100 Mitarbeiter beschäftigt. 1905 bzw. 1916 traten die Teilhaber aus. Durch Heeresaufträge konnte sich der Betrieb während des Ersten Weltkrieges erhalten, litt aber in den 1920er Jahren unter massiven Auftragsmangel. Nach Ausbruch der Wirtschaftskrise sank die Beschäftigtenzahl auf 30. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete das inzwischen in Färberei Georg Klein umbenannte Unternehmen überwiegend für Behörden wie z. B. die Heeresbekleidungsämter. Der Betrieb zählte 1943 52 deutsche und 25 ausländische Beschäftigte, z. T. Kriegsgefangene. Der Wiederaufbau gestaltete sich schwierig und war immer von finanziellen Engpässen begleitet. 1958 wurde die Färberei an die Schnellreinigung Paulsen und Co. verkauft.
(Stand 1999)

Includes

Akten und Geschäftsbücher betr. Betriebsentwicklung, Beschaffung von Betriebsmaterialien während des Zweiten Weltkriegs, Personalangelegenheiten, Löhne und Tarife, Geschäftsaufträge, Reinigung und Färbung, Rechnungswesen, Karten und Pläne betr. das Betriebsgrundstück Hainer Weg 24.
Die vorhandene Unterlagen decken im Schwerpunkt die Zeit zwischen 1937 und 1947 ab. Die Entwicklung der Firma läßt sich nur bis ca. 1950 ablesen. Bei den wenigen Schriftstücken 1957-1958 handelt es sich um Abschriften von Urkundenrollen über Kreditaufnahmen. Die Akten aus der Zeit zwischen 1950 und 1958 (Verkauf der Färberei) sind im Bestand des ISG nicht vorhanden.

Literature

Franz Lerner: Das tätige Frankfurt im Wirtschaftsleben dreier Jahrhunderte (1648-1955), Verlag Gerd Ammelburg, 1955.

Alt-Frankfurter Firmenhandbuch, hrsg. i. A. der Genealogischen Gesellschaft zu Frankfurt ama. M. herausgegeben von deren Vorsitzendem Landgerichtsrat Maier-Leonhard, 1925: S. 194

Further information (fonds)

Extent

89 Verzeichnungseinheiten (Stand 2020)

Access

Lagerort: BO