HStAD Bestand G 26 A

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Hofgericht der Provinz Oberhessen (Hofgericht Gießen) und Rechtsvorgänger (Hofgericht Marburg, Regierung und Konsistorium Gießen)

Laufzeit

1524 - 1879

Siehe

Korrespondierende Archivalien

E 9 Nr. 33-35 (Regierung und Hofgericht Gießen, zumeist aus Zentral- bzw. Ministerialüberlieferung Hessen-Darmstadt), 36-37 (Peinliches Gericht Gießen); außerdem E 12 (Adel), G 23 B, G 23 C und G 23 E (Oberappellations- und Kassationsgericht Darmstadt, Prozesse des Großherzoglichen Hauses, Zivilprozesse der Standesherren sowie der Provinz Oberhessen) sowie R 1 A (Verordnungssammlung Höpfner)

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

Die Akten dieses Bestands befanden sich ursprünglich zusammen mit weiteren Akten von Vorgängerbehörden des Hofgerichts im Zeughaus zu Gießen, wo sie bereits 1822 von Beamten des Staatsarchivs in einem modrigen Zustand angetroffen wurden. Sie wurden in der Folgezeit weiter ergänzt. 1843 kamen die Akten des ehemaligen Konsistoriums Gießen hinzu. Gleichzeitig erfolgte die Vernichtung zahlreicher, für den Verwaltungsgebrauch nicht mehr benötigter Prozessakten. Die weiter aufbewahrten Akten (mit Ausnahme derjenigen des Hofgerichts Marburg und der neueren Akten des Hofgerichts Gießen) wurden in vielen Fällen aus Platzmangel derart ausgedünnt, dass nur noch die Verhandlungsprotokolle und einige wichtige Schriftsätze übrig gelassen wurden.1933 wurden die Akten von Ludwig Clemm übernommen, gesichtet und unter Beibehaltung der Gliederung nach General- und Personalakten einerseits, Land- und Stadtgerichtsbezirken andererseits neu formiert. Martha Helene Faßbinder übernahm um 1935 die Verzeichnung und fertigte ein vorläufiges, handschriftliches Übersichtsverzeichnis an (C 21 Nr. 51). Dieses wurde 1970 von Albrecht Eckhardt abgeschrieben, modernisiert und mit einem Personen- und Ortsindex versehen.Große Teile des Bestandes fielen 1944 dem Bombenangriff auf Darmstadt zum Opfer. Zu den Verlusten zählen die Akten der ehemaligen Landgerichtsbezirke Nidda (Schluss, alte Nr. 612-617), Ortenberg (618-619), Schlitz (620-630), Schotten (631-637), Ulrichstein (638-654) und Vilbel (655-677), außerdem Strafprozesssachen und die Akten des Akademischen Disziplinarrichters der Universität Gießen, die ebenfalls Teil des Bestands waren.1959 begann Friedrich Knöpp mit der Neuverzeichnung, die jedoch über einzelne Akten des Landgerichtsbezirks Alsfeld nicht fortgeführt wurde. Die völlige Neuverzeichnung des verbliebenen Gesamtbestandes wurde von Friedrich Battenberg ab 1989 durchgeführt und konnte 1995 abgeschlossen werden. Die Inventare betreffend die General- und Personalakten und das Samthofgericht Marburg konnten 1991 und 1998 in zwei von Friedrich Battenberg bearbeiteten Inventaren veröffentlicht werden. Auch die übrigen, in eine Datenbank übertragenen Aktenbeschreibungen sind zur Veröffentlichung in gedruckten Inventaren vorgesehen.

Enthält

Der Gesamtbestand ist nach folgenden selbständigen Teilbeständen zu klassifizieren
(1) General- und Personalakten des Hofgerichts Gießen, z.T. auch der Vorgängergerichte, 1.952 Einzelakten (Nr. 1-145 und 836-848). In den 42 Abteilungen sind vor allem Akten über die Organisation und Zuständigkeit der großherzoglichen Gerichtsbehörden, standesherrliche Rechte, Gebühren- und Registraturfragen, die Organisation der Freiwilligen Gerichtsbarkeit und der Streitigen Verfahren sowie über Gesetzgebungsvorhaben enthalten. Daneben Personalakten der Richter, Kanzlisten, Advokaten und Prokuratoren, Sammlungen von Ordnungen, Verordnungen und Ausschreiben in Juden- und Kirchenangelegenheiten, Verordnungen der Grafen von Isenburg-Büdingen, von Hanau, von Solms und der Kurfürsten von Mainz.
(2) Zivilprozesse des Hofgerichts Marburg, ca. 150 Verfahren der Jahre 1524-1789 (meist 16. und 17. Jahrhundert). Zumeist Appellationsprozesse (gebundene Akten). Weitere Zivilprozessakten des Hofgerichts, die sich in anderen Beständen erhalten haben (insbesondere Bestand E 12), wurden in die Verzeichnung mit einbezogen.
(3) Zivilprozesse sowie Freiwillige Gerichtsbarkeit der Kanzlei Marburg und Regierung Gießen, ca. 3.300 Verfahren, 15. Jahrhundert-1806 (meist 18. Jahrhundert), darunter zahlreiche Nachbarstreitigkeiten, Prozesse um Abtriebsrechte, Veräußerungsgenehmigungen ('decreta alienendi' bei Minderjährigkeiten).
(4) Zivilprozesse, Freiwillige Gerichtsbarkeit und Bußverfahren des Konsistoriums Gießen (insbesondere Ehebruchsfälle, außereheliche Schwangerschaften, Unzucht, daneben Prozesse der Kirchengemeinden und der Geistlichkeit), ca. 1.300 Verfahren, 16. Jahrhundert - 1806..
(5) Zivilprozesse und Freiwillige Gerichtsbarkeit des Hofgerichts Gießen, ca. 4.200 Verfahren, 1806 - 1879; ebenso Zivilprozesse etc. der Isenburgischen Samtjustizkanzlei Büdingen, der Stolbergischen Justizkanzlei Gedern, der Solmsischen Justizkanzlei Hungen, der Provinzialregierung Gießen und anderer Behörden. Erhalten sind vor allem Einzelakten (Appellationsverfahren und Erstinstanzliche Verfahren) für die Landgerichtsbezirke Alsfeld, Altenstadt, Büdingen, Butzbach, Friedberg, Grünberg, die Bezirke des Stadt- und Landgerichts Gießen, der Landgerichte Herbstein, Homberg an der Ohm, Hungen, Laubach, Lauterbach, Lich, Bad Nauheim und Nidda

Findmittel

Online-Datenbank (HADIS)

Gedrucktes Findbuch für die General- und Personalakten des Hofgerichts Gießen (systematisch gegliederte Aktenbeschreibungen mit behörden- und archivgeschichtlicher Einleitung sowie Indices: Abteilung G 26 A, Hofgericht Gießen, Bd. 1: General- und Personalakten (Nr. 1-145 und 836-848), bearb. von Friedrich Battenberg, Darmstadt 1991 (Repertorien des Hessischen Staatsarchivs Darmstadt 32/1)

Gedrucktes Findbuch mit Vorbemerkung und Indices für die Prozessakten des Samthofgerichts Marburg: Samthofgericht Marburg / Darmstädter Bestand (...) Abteilung G 26 A u.a., bearbeitet von Friedrich Battenberg, Darmstadt 1998 (Repertorien des Hessischen Staatsarchivs Darmstadt 44)

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

116,5 m (907 Kartons)

Referent

Klaus-Dieter Rack