HStAM Bestand Urk. StadtA Fulda

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Stadtarchiv Fulda

Laufzeit

(1168) 1295-1900

Siehe

Korrespondierende Archivalien

Urk. 75 Fulda; Reichsabtei; Stift [ehemals Urk. R I a]; Urk. 76 Fulda; Lehenreverse [ehemals Urk. R I b]; Urk. 77 Fulda, Klöster [ehemals Urk. R II]; Urk. 78 Fulda; Kirchen; Hospitäler usw. [ehemals Urk. R III-IV]; Urk. 79 Fulda; Gerichte; Orte usw. [ehemals Urk. R V-VIII]; Urk. 80 Fulda; Adelsarchive [ehemals Urk. R IX]; Best. 90-96; Best. 330 Stadt Fulda.

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

Der Urkundenbestand des Stadtarchivs Fulda umfasst die städtische Überlieferung seit dem 13. Jahrhundert und setzt sich aus mehreren Provenienzen zusammen. Die wichtigsten sind die Stadt Fulda, die Armenverwaltung, die Spitäler in und um Fulda sowie die Adelsfamilie der Ebersberg genannt Weyhers.

Geschichte des Bestandsbildners

Das Stadtarchiv Fulda verwahrt die bis in das Jahr 1295 zurückreichende schriftliche Überlieferung der Stadt Fulda in Form von Urkunden, Amtsbüchern, Rechnungen, Karten, Karteien, Plänen und sonstigen Unterlagen. Eine erste systematische Erfassung der städtischen Überlieferung erfolgte Anfang des 19. Jahrhunderts, im Jahre 1901 erhielt das Archiv seinen ersten hauptamtlichen Betreuer. Die Bestände wurden im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts durch die Übernahme der Unterlagen der unterstädtischen Gemeinden, der Spitäler, der Armenverwaltung und des Landkrankenhauses erheblich vermehrt. Im Jahre 1979 zog das Stadtarchiv vom Stadtschloss in das Palais Buttlar am Bonifatiusplatz um.

Enthält

Der Bestand bietet der wissenschaftlichen Forschung wie interessierten Lokalhistorikern eine Fülle an verschiedensten Themen besonders zur Stadt- Wirtschafts- und Alltagsgeschichte einer mittleren Kleinstadt in Mittelalter und (Früher) Neuzeit. Nutzung der Mühlen, Nachbarschaftsstreitigkeiten, Grenzziehungen zwischen Grundstücken, die Sauberkeit und Instandhaltung der Gräben sind einige Schlagworte, die den Alltag in der Stadt beleuchten.
Den Großteil der Urkunden machen Lehnsurkunden, Kaufgeschäfte und Verpfändungen aus, in denen sich viele Orts- und Personennamen finden lassen.
Wie ein roter Faden lassen sich drei Themen besonders verfolgen: Zünfte, Hospitäler und die Familie von Ebersberg gen. von Weyhers.
Zahlreiche Urkunden betreffen die Organisation der verschiedenen Zünfte wie Hutmacher, Leinweber, Loh- und Weißgerber, Schlosser und Schmiede, Schneider, Schuhmacher, Wollweber, um nur einige zu nennen, deren Zunftordnungen im Laufe der Jahrhunderte immer wieder angepasst und erneuert werden mussten. Sie spiegeln ihre Stellung in der Stadt und ihre Beziehung zur Herrschaft wider und sind ein wertvolles Zeugnis für bürgerliches Leben in Kleinstädten. Besonders eindrucksvoll sind in diesem Zusammenhang auch die zum Teil sehr schön illuminierten Lehrbriefe, hauptsächlich aus dem 18. Jahrhundert.
Für die Hospitalforschung stellen die Urkunden der vier städtischen Hospitälern in Fulda eine wichtige Quelle dar. Sie ergänzen die Aktenbestände der Neuzeit und liefern wertvolle Einblicke in die Hospitalgeschichte in kleinen und mittleren Städten.
Unter den zahlreichen Adelsfamilien treten besonders die von Ebersberg gen. von Weyhers in Erscheinung, die sich das Gericht Lütter vor der Hardt mit dem Stift Fulda teilten. Im Hochmittelalter traten die Mitglieder des Geschlechts eher als Raubritter in Erscheinung wurden dann jedoch Lehnsmannen des Bistums Würzburg. Im 15. Jahrhundert erhielten die Ebersberger einen Teil des Gerichts Lütter vor der Hardt als würzburgisches Lehen und rangen fortan mit dem Stift Fulda um die dortige Vormachtstellung. Die Streitigkeiten gingen etwa um die Einsetzung der Zentgrafen und der Kirchenpersonen im Gerichtsbezirk oder um die Zuständigkeit bei Kapitalverbrechen. Ein Vergleich zwischen den beiden Parteien konnte erst Mitte des 17. Jahrhunderts geschlossen werden.
Vier Papsturkunden zur Ernennung von Bischöfen und Verleihung päpstlicher Privilegien ergänzen weiterhin die Bestände des Staatsarchivs Marburg, der Landesbibliothek Fulda und des Bischöflichen Priesterseminars in Fulda.

Literatur

Thomas Heiler, 700 Jahre dokumentierte Geschichte – Das Stadtarchiv Fulda und seine Bestände, in: Fuldaer Geschichtsblätter 75 (1999), S. 5-46; Rudolf Werneburg, Von den Urkunden und Briefen des Stadtarchivs Fulda, in: Fuldaer Geschichtsblätter 37 (1961), S. 33-41; Fritz Luckhard, Der Ebersberger genannt von Weyhers Güterbesitz. Eine historisch-geographische Skizze, in: Fuldaer Geschichtsblätter 33 (1957), S. 161-180; Fritz Luckhard, Die Herren von Ebersberg genannt von Weyhers, in: Hessische Heimat Ser. NF 10,1 (1960), S. 13-20; Bettina Toson, Mittelalterliche Hospitäler in Hessen zwischen Schwalm, Eder und Fulda, Darmstadt u.a. 2012; Wolfgang Hamberger, Thomas Heiler, Werner Kirchhoff (Bearb.), Geschichte der Stadt Fulda, 2 Bände, Fulda 2008-2009.

Findmittel

Arcinsys-Datenbank

Werneburg, Rudolf, Verzeichnis der Urkunden und Briefe des Stadtarchivs Fulda, in: Fuldaer Geschichtsblätter 36 (1960), S. 65-96; Werneburg, Rudolf, Verzeichnis der Urkunden und Briefe des Stadtarchivs Fulda, in: Fuldaer Geschichtsblätter 37 (1961), S. 43-64, 139-168; Werneburg, Rudolf, Verzeichnis der Urkunden und Briefe des Stadtarchivs Fulda, in: Fuldaer Geschichtsblätter 38 (1962), S. 49-63 [Die Anzahl der bei Werneburg aufgeführten Urkunden (381) weicht erheblich von dem jetzigen Umfang des Bestandes ab, da ein Großteil der Urkunden erst in den folgenden Jahrzehnten auftauchte und die Überlieferungen erst im Zuge der Neubearbeitung vereinzelt wurden].

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

575 Urkunden

Benutzung

Die Urkunden befinden sich im Stadtarchiv Fulda, können also nicht im Staatsarchiv Marburg vorgelegt werden.