StadtA KS Bestand A 6.64

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Wohnungsamt

Laufzeit

1932-1999

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

Der Bestand des Wohnungamts umfasst drei verschiedene Überlieferungsstänge. In der Nachkriegszeit gelangten zunächst die Akten der Altstadtsanierung in das Stadtarchiv. 2012 wurde nach der Auflösung des Wohnungsamts eine große Abgabe von Sachakten zur Aufgabenwahrnehmuung seit 1949 übernommen. Zuvor gab es nur einen Zugang aus dem Jahr 2008, der 7 Verzeichnungseinheiten umfasst. Zusätzlich wurden in exemplarischer Weise 2012 auch einige Fallakten zur Zweckentfremdung von Wohnraum als archivwürdig bewertet und dem Bestand angegliedert.
Die Akten der Altstadtsanierung entstanden im Zeitraum von ca. 1930 - 1943. Die Altstadtsanierung war ein großangelegtes Projekt, das jahrelang vorbereitet und letztlich in der nationalsozialistischen Zeit durchgeführt wurde. In den Akten finden sich Zeichnungen und Pläne der Häuser und Gutachten über die Häuserbesichtigungen. Darüber hinaus zeigen sie die Organisation und Durchführung der Sanierung. Dieser Teil des Wohnungsamts-Bestands enthält überdurchschnittlich viele Serien. Dies ist auf die schlechten Zustände der Akten zurückzuführen. Die ehemals genähten Akten waren oft nicht mehr komplett genäht und mussten daher neu verpackt werden. So wurden Serien aus mehreren Bänden gebildet, die einst aus einer Akte stammten. Der Bestand der Altstadtsanierung umfasst 151 Verzeichnungseinheiten.
Der Bestand der Sachakten des Wohnungsamtes besteht aus 146 Verzeichnungseinheiten, die die verschiedenen Aufgaben des Amtes, so z.B. die Genehmigung von Landesbaudarlehen, wiederspiegeln.
Der andere Teil des Bestandes behandelt Fallakten, die bei der Aufsicht über Zweckentfremdung für Wohnraum entstanden. Diese Akten entstanden in unterschiedlichen Ämtern, da die Aufgabe der Aufsicht über Zweckentfremdung von Wohnraum unterschiedlich zugeteilt wurde: 1972 bis ca. 1980 war das Wohnungsamt (-64-) zuständig, danach (ab ca. 1980-1989) das Bauaufsichtsamt (-63-). 1989-1998 lag die Aufgabe beim Bauverwaltungsamt (-60-), und ab 1998 bis 2004 schließlich wieder in der Zuständigkeit des Wohnungsamtes (-64-). Pro Jahr wurden seit den 1990er Jahren ca. 100 Fälle bearbeitet. Ausgewählt wurden per Aktenautopsie 15 Akten, die zeitlich, thematisch und räumlich die Bandbreite der Arbeit der Verwaltung widerspiegeln. Die Laufzeiten reichen von 1974 bis 2001, es wird also fast die gesamte Geltungszeit der Verordnung über die Zweckentfremdung von Wohnraum abgedeckt. Die Akten sind noch nicht verzeichnet.

Geschichte des Bestandsbildners

Aus der Literatur und archivischen Quellen, wie den Verwaltungsberichten, lässt sich die Geschichte des Wohnungsamtes nur lückenhaft rekonstruieren. Das Wohnungsamt wurde 1919 auf Grund des Preußischen Wohnungsgesetzes von 1918, nachdem alle Städte über 100.000 Einwohner eine solche Einrichtung haben müssen, gegründet. Zum Beginn war das Amt vor allem für die Verteilung der städtischen Wohnungen, deren Aufsicht und die Rechtsberatung in wohnungsrechtlichen Fragen zuständig. Zudem bestand zu dieser Zeit eine große Wohnungsnot, die das Wohnungsamt entschärfen sollte (siehe 'Wohnungsbau in Kassel während der Weimarer Republik'; Dietmar Most/ Jutta Schlier S. 51). Während der nationalsozialistischen Regierung ist das Wohnungsamt vor allem mit der Altstadtsanierung als hauptsächliche Aufgabe beschäftigt. Zudem findet sich in Unterlagen von 1944 ein Amt das als 'Wehrwirtschaftliche Abteilung' bezeichnet wird. Dieses nimmt vor allem Aufgaben war, die mit Beschlagnahmung von Nutzflächen in Zusammenhang stehen (der verwandte Bestand hierzu findet sich in: A 1.10 Nr. 101, 108, 113, 117). Nach Ende des Krieges besteht von 1945 - 1951 das sogenannte 'Wohnungs- und Quartieramt'. Es hat eine Hauptstelle im Rathaus und diverse Außenstellen. Die Hauptaufgabe dieses Amtes ist die Unterbringung der vielen obdachlosen Menschen (der verwandte Bestand dazu findet sich unter A 1.10 Nr. 139, 140). 1956 taucht erstmals wieder die Bezeichnung Wohnungsamt in den Unterlagen auf. Wann die Umbenennung war und die Aufgaben geändert wurden, lässt sich auf Grund der lückenhaften Überlieferung nicht feststellen. Zu diesem Zeitpunkt besteht sowohl ein Amt mit der Bezeichnung 'Wohnungsamt' als auch ein 'Amt für Wohnungs- und Siedlungswesen' (nachzulesen in A 1.10 Nr. 502, 503). Ab diesem Zeitpunkt findet man es in unregelmäßigen Abständen immer wieder in einem anderen Dezernat. 1966 wurde das Amt -64- in 'Amt für Wohnungs- und Siedlungswesen' umbenannt. Diverse Dezernatswechsel und eine Umstrukturierung des Aufgabengliederungsplans folgten, bis es schließlich 1980 in Dezernat VI eingeordnet wird, wo es bis zu seiner Auflösung 2012 verbleibt. Die Aufgaben des Wohnungsamtes beziehungsweise Amt für Wohnungs- und Siedlungswesen hatten sich im Laufe der Zeit immer wieder geändert. Nach dem Krieg bis in die 1980er Jahre hinein war die vorrangigste Aufgabe der Wohnungsneubau, um den Wohnungsnotstand zu bekämpfen. Mehr und mehr kristallisierte sich die Aufgabenverteilung heraus, die schließlich für lange Zeit beibehalten wurde. Sie unterteilte sich im Wesentlichen in die Wohnbauförderung, Aufsicht und Verteilung über das Wohngeld und die Wohnungsaufsicht- und Beratung. 1995 kamen weitere Aufgaben hinzu. Die zentrale Fachstelle Wohnen wurde eingerichtet, dem Amt für Wohnungs- und Siedlungswesen zugeordnet und bekam die Betreuung der Obdachlosenfürsorge, Beratung von Schuldner und Aufgaben in der Entwicklungsplanung sowie der persönlichen Hilfe für Wohnungsverlust zu geteilt. 1998 wurde -64- wieder in Wohnungsamt umbenannt und erhielt die Aufsicht über Zweckentfremdung von Wohnraum hinzu. Das Wohnungsamt wurde Ende 2011 aufgelöst. Die Aufgaben wurden auf das Sozialamt (Abteilungen -506- Wohngeld sowie -507- Zentrale Fachstelle Wohnen) und das Bauverwaltungsamt (Abteilung -601- Wohnraumversorgung und Wohnungsbauförderung) aufgeteilt.

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

297 Verzeichnungseinheiten

Referent

Dr. Alexandra Lutz

Bearbeiter

Die Verzeichnung und Verpackung der Sachakten des Wohnungsamtes erfolgte in der Zeit von August bis September 2012 und die der Akten der Altstadtsanierung von Oktober bis Dezember 2012. Beide Arbeiten leistete die Auszubildende Carina Schmidt.