StadtA KS Bestand A 5 .55

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Amt für Wiedergutmachung

Laufzeit

1945-1959

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

Wann der Bestand in das Stadtarchiv Kassel gelangte, ist unbekannt. Aus dem Jahr 1968 findet sich eine erste Notiz über die Akten, 1982 erfolgte eine nähere Beschreibung des Inhalts und eine Erfassung der Namen der betroffenen Personen. Die Akten sind alphabetisch nach den Nachnamen geordnet. Bei der Verzeichnung sind aus Datenschutzgründen nur die Anfangsbuchstaben der Nachnamen angegeben, eine vollständige Namensliste liegt jedoch im Stadtarchiv vor.

Geschichte des Bestandsbildners

1945 wurden in der Stadtverwaltung die Betreuungsstelle für ehemalige politische Häftlinge und das Spezialreferat für jüdische Angelegenheiten begründet. Am 23.12.1947 wurde hieraus die Betreuungsstelle für politisch, rassisch und regligiös Verfolgte. Aufgrund des Gesetzes zur Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts (Entschädigungsgesetz) vom 10. August 1949 wurde diese zur Annahme und Vorprüfstelle in Wiedergutmachungsverfahren. 1954 löste man die Betreuungstelle auf, die Abarbeitung der restlichen Fälle übernahm das Soforthilfeamt. Wenig später erfolgte die Verbindung des Lastenausgleichamtes mit dem Amt für Soforthilfe zum Ausgleichamt. Aufgrund der häufigen Umorganisation und Namensänderung wurde der Bestand im Stadtarchiv unter der Bezeichnung 'Amt für Wiedergutmachung' geführt.

Enthält

Die Überlieferung des Amts für Wiedergutmachung enthält die Unterlagen des Spezialreferats für jüdische Angelegenheiten, der Betreuungsstelle für poltisch, rassisch und religiös Verfolgte und der Anmelde- und Vorprüfstelle für innerdeutsche Wiedergutmachung. Die Überlieferung des Spezialreferates umfasst 67 Akten, aus denen vor allem die ergriffenen Versorgungsmaßnahmen und deren Organisation hervorgehen. Einen größeren Teil der Überlieferung machen die Anträge auf Wiedergutmachung und Entschädigung aus. Gestellt wurden diese vor allem von Personen, die in nationalsozialistischer Zeit aus rassischen oder politischen Gründen verfolgt wurden. Weitere Verfolgungsgründe wie der Vorwurf der Wehrkraftzersetzung, verbotener Kontakt mit Kriegsgefangenen oder Homosexualität treten in den Akten dagegen selten in Erscheinung. Die Akten enthalten Anträge mitsamt Anlagen, die beispielweise aus Originalen oder Abschriften von Dokumenten aus der Zeit des Dritten Reichs, Selbstzeugnisse wie Lebensläufen, Schadenslisten etc bestehen können. Sie geben Einblicke in die Verfolgungsmaßnahmen in nationalsozialistischer Zeit, aber auch in die Praxis der Wiedergutmachung und Entnazifizierung in der Nachkriegszeit.

Weitere Angaben (Bestand)

Bearbeiter

Dr. Alexandra Lutz