HHStAW Bestand 2082

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Stiftung 'Förderung der Land- und Forstwirtschaft'

Laufzeit

1969-2002

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

Im Rahmen einer Aktenaussonderung der Stiftung 'Förderung der Land- und Forstwirtschaft' in Frankfurt am Main wurden dem Hessischen Hauptstaatsarchiv am 13. November 2007 Unterlagen zur Übernahme angeboten. Am 21. November 2007 wurden daraufhin ca. 6 lfm Akten übernommen (Zug. 23/2010). Die Akten befanden sich zum Teil in ungeordnetem Zustand, vermischt mit Gerümpel in einem Kellerraum.

Geschichte des Bestandsbildners

Mit dem Gesetz über die Auflösung der Land- und Forstwirtschaftskammern Hessen-Nassau und Kurhessen sowie über die Mitwirkung des Berufsstandes bei der Förderung der Landwirtschaft vom 22. Juli 1969 (GVBl. I S. 142) fielen die Aufgaben der Land- und Forstwirtschaftskammern, die bis dato die Interessen der Land- und Forstwirtschaft wahrnahmen und als Agrarverwaltung fungierten (siehe dazu Behördengeschichte Abt. 2023), an das Land Hessen zurück. Dabei waren solche Vermögenswerte, die zur Erfüllung der an das Land zurückgefallenen Aufgaben nicht erforderlich sind, vom Land in eine Stiftung einzubringen (§ 2 Abs. 3). Auf Grundlage des Gesetzes zur Errichtung der Stiftung 'Förderung der Land- und Forstwirtschaft' vom 17. März 1970 (GVBl. I S. 241), geändert durch die Gesetze vom 8. Mai 1970 (GVBl. I S. 300) sowie vom 2. Mai 1972 (GVBl. I S. 103), wurde daraufhin die Stiftung gegründet (zur Gesetzesentstehung siehe Abt. 509 Nr. 3474-3476). Sie ist eine Stiftung des öffentlichen Rechts mit Sitz in Frankfurt am Main, Reuterweg 65.
Stiftungszweck ist die Förderung der Land- und Forstwirtschaft, worunter im Einzelnen zu verstehen ist:
1. die Bildung der in der Land- und Forstwirtschaft tätigen Personen (Bildungsförderung einzelner Personen, Vergabe von Forschungsaufträgen zur Lösung von Bildungsproblemen des ländlichen Raumes, Förderung von Bildungs- und Unterrichtsmodellen und -methoden, Einsatz und Nutzung der modernen Massenmedien, Förderung der praktischen Berufsausbildung, Förderung der Erwachsenenfortbildung),
2. die Verbreitung der Kenntnisse und Erkenntnisse rationeller Produktionsmethoden der Land- und Forstwirtschaft (Veröffentlichungen und Vorführungen, Durchführung, Untersuchung und Auswertung von Beispielmaßnahmen, Förderung spezieller Versuchsanstellungen und Untersuchungsmaßnahmen, Vergabe von Forschungsaufträgen, insbesondere zur Förderung rationeller Produktionsmethoden sowie zur Auswertung von Ergebnissen land- und forstwirtschaftlicher Betriebe und ihrer Haushaltungen, fachliche Wettbewerbe mit Preisvergabe und Prämien),
3. Förderung von Maßnahmen zur Rationalisierung in der Betriebsführung (Förderung des Buchführungswesens, Rationalisierungs- und Managerlehrgänge für Land- und Forstwirte, Erprobung neuer Methoden in der Betriebsführung),
4. Förderung der überbetrieblichen Zusammenarbeit (Untersuchung der verschiedenen Formen der überbetrieblichen Zusammenschlüsse, Förderung des Einsatzes von Betriebshelfern und Familienhelferinnen).
Als Stiftungsvermögen wurden vom Land Hessen Grundstücke in Frankfurt am Main eingebracht. Diese sind von der Stiftung so zu nutzen, dass höchstmögliche Erträge erzielt und diese dem Stif-tungsvermögen zur Erfüllung des Stiftungszweckes zugeführt werden. Die Stiftung besteht aus einem Vorstand mit 5 Mitgliedern sowie einem Stiftungsbeirat mit 22 Mitgliedern. Letzterer setzt sich gemäß dem Änderungsgesetz von 1972 wie folgt zusammen:
2 Vertreter des Ministers für Landwirtschaft und Umwelt
1 Vertreter des Ministers der Finanzen
1 Vertreter des Ministers des Innern
1 Vertreter des Landesagrarausschusses
4 Vertreter des Hessischen Bauernverbandes
2 Vertreter der Hessischen Landfrauenverbände
2 Vertreter der Hessischen Landjugend
1 Vertreter aus den Verbänden der ehemaligen Landwirtschaftsschüler
1 Vertreter der zwei Hessischen Gartenbauverbände
4 Vertreter der zuständigen Gewerkschaften
1 Vertreter des Hessischen Waldbesitzerverbandes
2 Vertreter der Raiffeisenverbände
Der auf vier Jahre gewählte Vorstand ist berechtigt, die Stiftung gerichtlich und außergerichtlich zu vertreten. Ihm obliegt die Entscheidung über die Vergabe von Zuwendungen aus Stiftungsmitteln. Die laufenden Geschäfte obliegen einem Geschäftsführer, der vom Stiftungsbeirat bestellt wird. Der Stiftungsbeirat wählt den Vorstand sowie den Vorsitzenden des Stiftungsbeirates, er stellt den Haushaltsplan auf und erlässt Richtlinien für die Verwendung der Stiftungserträge, berät den Vorstand bei der Erfüllung des Stiftungszweckes und erlässt die Geschäftsordnung für den Stiftungsbeirat.
Vorstandsvorsitzende (Stand Mai 2000):
Karl Stumpf 1970 - ca. 2000
Evelyn Moscherosch seit 2000
Stellvertreter des Vorstandsvorsitzenden:
Ministerialrat Dr. Erich Wick 1970-1989
Dr. Ernst Stern 1989-1995
Dr. Konrad Graß seit 1995
Geschäftsführer:
Regierungsdirektor Adam Waldmann 1970-1984
Ludwig Günther 1984-1991
Walter Hild 1991-1995
Friedhelm Hartings seit 1995

Enthält

Bei der 2007 erfolgten Aktenübernahme wurden die Niederschriften zu den Vorstands- und Beiratssitzungen seit 1970 sowie Unterlagen zu den der Stiftung in Frankfurt am Main gehörenden Immobilien als archivwürdig erachtet. Zur Vernichtung freigegeben wurden Haushaltsunterlagen, Verwendungs- und Ausgabennachweise. Bei der im November/Dezember 2011 erfolgten Bestandsverzeichnung wurden ca. 1 ½ lfm Akten nachkassiert, die von geringer Bedeutung erschienen. Dabei handelte es sich um Handakten des Vorstands bzw. Beirats (Kopien aus dem GVBl., StAnz. und aus Ministerialakten) sowie um im Rahmen der Vermietung von Immobilien angefallene Unterlagen wie Nebenkostenabrechnungen, Mietverträge mit Firmen bzw. natürlichen Personen und die Korrespondenz zu baulichen Maßnahmen. Bei den insgesamt 104 Akteneinheiten handelt es sich schwerpunktmäßig (Nr. 1-99, 103-104) um Niederschriften, Beratungsunterlagen und die zugehörige Korrespondenz zu den Vorstands- und Beiratssitzungen ab 1970, wobei bei den Beiratssitzungen eine Lücke zwischen 1993 und 2000 besteht. Für die Zeit zwischen 1994 und 2002 liegen die beim Vorstand angefallenen Förderanträge der bewerbenden Stellen, Bewilligungs- und Ablehnungsbescheide sowie Verwendungsnachweise für die Stiftungsmittel vor. Drei Bände (Nr. 100-102) betreffen die Beschaffung, Verwaltung und Vermehrung des Stiftungsvermögens (Immobilien in Frankfurt am Main). Neben der Dokumentation der Tätigkeit der Stiftung kommt dem Bestand ein besonderer Wert zu, da er durch die enthaltenen Förderanträge Einblick in die Aktivitäten zahlreicher nichtstaatlicher bzw. privatrechtlicher Organisationen der hessischen Land- und Forstwirtschaft bietet.

Findmittel

Online-Datenbank (Arcinsys)

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

ca. 4,5 lfm

Bearbeiter

Hendrik Friggemann

Benutzung

Nutzung nach dem Hessischen Archivgesetz