GemA Langg Bestand 13

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Firmenarchiv Bellof

Laufzeit

1884-1905

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

Die Unterlagen des Bestandes 13 'Firmenarchiv Bellof' wurden im Januar 2010 auf Wunsch Georg Bellofs III., des letzten Firmeninhabers der Autolackiererei Bellof, dem Gemeindearchiv Langgöns übereignet.

Geschichte des Bestandsbildners

Bereits 1896 machte sich der gelernte Maler und Lackierer Georg Bellof I., der neben Möbeln, Türen, Fenstern und 'Torgezier' auch schon mal ein Schaukelpferd neu lackierte, selbständig und eröffnete eine eigene Kutschenlackiererei in der Diezstraße in Gießen. Zu seinen Kunden zählten schon vor der eigentlichen Betriebsgründung Professoren und Lehrer, Fuhrunternehmer, Bäcker, Uhrmacher, Zigarrenfabrikanten, Buchbinder, Tapetenhändler und andere regionale Wirtschaftsbetriebe und Institutionen. So stellte er der Oberhessischen-Eisenbahn-Direktion 1886 die 'Ausführung von Anstreicharbeiten auf der Strecke Gießen-Grünberg' in Rechnung. Hier hatte er die Eisenteile der Brücken mit Farbe aufgefrischt, die 'Holzteile an Warnungstafeln mit weißer Oelfarbe angestrichen und rot gefaßt' sowie die 'Decken in den Wärterhäuschen geweißt'. Im Jahr 1891 erhielt er den Auftrag, in der Burg Gleiberg einen Deckenteil 'im großen Saale' neu zu bemalen. Aber auch Privatpersonen schätzten seine Arbeit und ließen Stühle, Tische, Nachtschränkchen und Bettgestelle, Karren und Wagen durch Georg Bellof neu lackieren.
Nach dem Tod des Firmengründers im Jahre 1922 übernahm dessen Sohn, Georg Bellof II, für knapp 18 Jahre die Geschäftsführung. Er verstarb jedoch recht früh, als sein Sohn und potentieller Nachfolger erst dreizehn Jahre alt war.
So musste die Witwe Georg Bellofs II., Anna, den Betrieb aufrecht erhalten, bis Georg Bellof III. nach Ausbildung, Kriegsteilnahme, Gefangenschaft und schließlich Meisterprüfung 1952 gemeinschaftlich mit seiner Mutter die nunmehrige Autolackiererei weiterführen konnte. Sie bauten den während des Zweiten Weltkrieges durch Bomben zerstörten Betrieb, der seit 1904 seinen Sitz am Löbers Hof hatte, wieder auf. Das Florieren des Kraftfahrzeugmarktes machte nach einer ersten Erweiterung 1955 im Jahre1962 eine weitere Vergrößerung des Firmengebäudes notwendig. Ein geeignetes Grundstück fand sich in der Rodheimer Straße, auf welchem Georg Bellof III eine 1650 qm große Halle errichten ließ und mit rund 50 Mitarbeitern täglich 45 bis 50 Fahrzeuge lackierte. Sicherlich zählte er auch Langgönser Einwohner zu seinen Kunden. Erst im Dezember 1998 musste der über drei Generationen geführte handwerkliche Familienbetrieb mangels Nachfolger geschlossen werden.
Mit der Abgabe der Geschäftsbücher aus der Anfangszeit der Kutschen- und Autolackiererei Bellof durch den letzten Firmeninhaber, Georg Bellof III., an das Gemeindearchiv Langgöns wird eine für die Wirtschaftsgeschichte des Giessener Raumes interessante Quelle der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Enthält

Geschäftsbücher

Findmittel

Arcinsys

Findbuch

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

0,11 lfm

Bearbeiter

Dipl.-Archivarin Marei Söhngen-Haffer M.A., 2010