UniA Marburg Bestand 306

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Administrationskommission

Laufzeit

1527-1869

Bestandsdaten

Geschichte des Bestandsbildners

Im Jahr 1566 wurde innerhalb der Universität eine Kommission zur Visitation und zur Abhörung der Rechnungen, darunter derjenigen über die Erträge aus dem umfangreichen Stiftungsvermögen, eingesetzt. 1766 erfolgte die Konstituierung der Administrationskommission. Diese Kommission übernahm umfangreiche Aufgaben: Verwaltung der Hauptkasse und der Neubaukasse, Kontrolle der Stipendiatenanstalt, des Klinischen Hospitals und der wissenschaftlichen Institute in den Bereichen Rechnungen, Universitätsdiener und Bauverwaltung. Ebenso gehörten die Vogteien Fritzlar, Nordshausen, Caldern, Singlis und Homberg, denen der Grundbesitz der Universität zugeordnet war, sowie die Stiftungen und die Witwenkasse zu ihren Tätigkeitsfeldern.
Nachdem die Universität Marburg die 1807 an den westphälischen Studienfonds abgegebenen Dotationsgüter zurückerhalten hatte und diese wieder selbst verwaltete, rekonstituierte sie die Administrationskommission am 18. März 1814. Seit 1817 wurde dieser auch das gesamte Rechnungswesen der Universität überantwortet, um den Senat zu entlasten. Unter dem Vorsitz des landesherrlichen Commissarius perpetuus v. Motz unterließ es die einflußreiche Kommission schließlich, dem Senat als dem eigentlichen Träger der Selbstverwaltung den satzungsgemäßen Einblick in die jährliche Rechnungslegung zu gewähren. Außerdem wandelte sie sich zu einer Art von Zwischeninstanz zwischen Universität und Ministerium, so daß es unter dem Rektorat Sylvester Jordan 1825/26 zu Beschwerden von Vizekanzler und Prorektor gegen die Übergriffe der Kommission, deren Mitglied beide waren, kam. Es handelte sich hauptsächlich um die Frage, ob der Senat oder die Kommission die Beamten der Universitätsverwaltung, Syndikus, Obervogt und die Vögte der Universitätsgüter, sowie die Unterbeamten, ernennen durfte. Erst im Jahr 1835 wurde dieser Streit zugunsten des Senats entschieden.
Der Kommission gehörten zum einen vier aus der Wahl des Senats hervorgegangene Mitglieder, der amtierende Prorektor und sein Vorgänger sowie zwei Professoren der philosophischen Fakultät, zum anderen zwei von der Regierung Ernannte, der Kommissar und der Vizekanzler, an. Der landesherrliche Kommissar hatte das Votum decisivum und konnte so seinen Standpunkt durchsetzen. Dieses Verhältnis wirkte sich für die Universität nachteilig aus, nachdem sie im Verlauf der Verfassungskämpfe zwischen 1831 und 1848 in Opposition zur Regierung geriet. Der Regierung war es andererseits willkommen, in der Administrationskommission ein weiteres Kontrollorgan gegenüber der Universität zu besitzen. Mit Reskript vom 30. September 1847 wurde das Wahlrecht des Senats für die Kommission aufgehoben und dem Landesherrn die Ernennung sämtlicher Mitglieder übertragen, nachdem bereits 1825 gegen den Protest der Universität die Kompetenz des Kommissars erweitert worden war. Gleichzeitig wurde der Direktor der Marburger Regierung Lotz zum Kurator ernannt. Bis zum Jahr 1869 hat die Kommission die Geschäfte der akademischen Selbstverwaltung geführt; mit ihr wurde auch das Amt des Vizekanzlers abgeschafft. Die Leitung der Verwaltungsgeschäfte übernahm nun ein vom preußischen Kultusministerium bestellter Kurator.

Enthält

Administrationskommission 1568-1869
Konstituierung, Geschäftsordnung, Instruktion - Mitglieder und Gehälter - Rechnungskommission - Depositenkommission - Universitätsbeamte
Stipendiatenanstalt 1538-1862
Klinisches Hospital 1609-1845
Wissenschaftliche Institute 1667-1843
Bibliothek, Botanisches Institut, Entbindungsinstitut, Anatomisches Institut, Klinisches Institut, Chemisches Institut, Mathematisch-Physikalisches Institut
Vogteien Fritzlar und Nordshausen 1554-1868
Vogteien Singlis und Homberg 1551-1872
Vogtei Caldern 1527-1872
Stiftungen 1634-1874
Ries´sche Stiftung, Wittenbachsche Stiftung, Kommunität
Witwenkasse 1696-1869
Universität-Hauptkasse und Neubaukasse 1687-1869

Literatur

H. Hermelink/ S. A. Kähler: Die Universität Marburg 1527-1927, Marburg 1927, S. 38-52, 514 f.

Findmittel

handschriftliche Findbücher (Abgabeverzeichnisse 1890/8-15, 16 I-II, 17)

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

42 m