HHStAW Bestand 568

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Staatsbäderverwaltung

Siehe

Korrespondierende Archivalien

Abt. 1199/152 Nr. 1: Radiointerview mit Kurdirektor Wilhelm Kammacher, 1953

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

1. Archivische Übernahme
Die Akten der Hauptverwaltung der 'Hessischen Staatsbäder' wurden an drei Vormittagen im Dezember 2005 von Herrn Dr. Heinemann und einer Mitarbeiterin des Hauptstaatsarchivs bewertet. Die Bewertung fand beim damaligen Sitz der Hauptverwaltung im Schloss Biebrich und in Schlangenbad statt, wo die Hauptverwaltung eine Altregistratur führte. Die in Biebrich übernommenen Akten haben einen Umfang von 25 laufenden Metern; dies entspricht ca. 25% der angebotenen Akten. Aus Schlangenbad wurden sehr viel weniger Akten übernommen. Außerdem wurden auch ca. 50 Karten als archivwürdig deklariert und in die Kartenabteilung (Abt. 3011) eingefügt. Die übernommenen Unterlagen geben nicht nur Aufschluss über die Aufgaben der Hauptverwaltung in Bezug auf die einzelnen hessischen Staatsbäder, sondern auch bezüglich der Landesbetriebe Burgen und Schlösser, Hessenpark und Ferienhotels des Landes Hessen. Die Akten der Burgen und Schlösser waren bereits beim 'Hessischen Immobilienmanagement' in ca. 60 Umzugskartons eingelagert worden. Diese Akten wurden komplett und zunächst unbewertet übernommen. Eine Bewertung ist jedoch inzwischen erfolgt. Etwa die Hälfte der Akten wurde für archivwürdig erklärt. Die übernommenen Unterlagen führen die Zugangsnummer 121/05. Sie bilden - mit Ausnahme der Karten - mittlerweile den Archivbestand HHStAW, Abt. 568. Die als nicht archivwürdig bewerteten und nicht übernommenen Akten, auch die der Burgen und Schlösser, sind bis jetzt noch in einem zentralen Lager (Gutleutkaserne in Frankfurt am Main) des 'Hessischen Immobilienmanagements' deponiert und sind noch nicht vernichtet worden. Nicht angeboten und bewertet wurden vorläufig die aktuellsten Akten der Hauptverwaltung. Zum Zeitpunkt der Aussonderung war vorgesehen, dass diese nach Auflösung des Landesbetriebes 'Hessische Staatsbäder' dem 'Hessischen Immobilienmanagement' übergeben werden. Darunter befinden sich u.a. die recht umfangreichen Handakten des letzten Direktors der Staatsbäder, Dr. Wieczorek.
2. Bearbeitung des Bestandes
Die von der Inspektoranwärterin Franziska Hartleb bearbeiteten Akten der Abteilung 568 haben Laufzeiten von 1953 bis 2005, wobei die Mehrzahl der Akten Laufzeiten zwischen 1980 und 2000 aufweist. Akten zu den Landesbetrieben Burgen und Schlösser, Hessenpark und Ferienhotels des Landes Hessen wurden nicht verzeichnet, sondern nur Akten zu den Staatsbädern. Die bearbeiteten Akten waren durch Schalthefter und Heftstreifen zusammengefasst und dann in Stehordnern abgelegt. Hierbei war von der Hauptverwaltung zum einen zu jedem Staatsbad eine Serie von Betreffakten gebildet worden, die nach den Betreffen alphabetisch in den Stehordnern abgelegt waren. Hierbei war durch Einlageblätter kenntlich gemacht, unter welchen Buchstaben die Akten fielen. Die Bearbeiterin des Bestandes hat sich bei der Verzeichnung dafür entschieden, hier jede Akte einzelnen zu verzeichnen, wobei auch etliche Einzelvorgänge geringen Umfangs verzeichnet wurden, die nicht Teil einer Akte waren, sondern einzeln vorlagen. Denkbar wäre auch gewesen, die Akten gemäß ihrer Einsortierung in die alphabetische Ordnung zusammenzufassen, sodass dann pro Buchstabe im Alphabet eine Akte angefallen wäre. Diese Akten hätten dann aber meist verschiedene Themen behandelt, da unter einen Buchstaben meistens verschiedene Betreffe fielen. Die Gliederung des Bestandes wäre dann wohl weniger detailliert ausgefallen, was die Recherche für den Benutzer anhand der Gliederungspunkte erschwert hätte. Die Akten zu den Gebäuden, Baumaßnahmen und Kurbeiratssitzungen lagen ebenfalls in Serien vor, die dann auch als Serien verzeichnet wurden. Bei der Verzeichnung wurden fortlaufend die Nummern 1 bis 402 vergeben. Nach Beendigung der Verzeichnung wurde die Gliederung erstellt und die Verzeichnungseinheiten den Gliederungspunkten zugeordnet. Die Bearbeitung umfasste außerdem auch das Herauslösen des Schriftgutes aus den Stehordnern, Schaltheftern und Heftstreifen. Dabei wurden meist Mehrfachexemplare von Zeitungsausschnitten bzw. -kopien kassiert, aber auch unbedeutende Einzelvorgänge. Die Akten mit den Nummern 1 bis 51 wurden entmetallisiert und gezippelt. Die restlichen Akten wurden in Pappen eingeschlagen. Hierbei wurden Akten, die einen Umfang von etwa 5 cm überschritten, geteilt. Anschließend erfolgte die Ablage der Akten in säurefreien Stülpkartons. Aktenzeichen waren nur bei sehr wenigen Akten feststellbar. Ab etwa dem Jahre 1999 wurden numerische Aktenzeichen eingeführt, die auf dem Rücken der Stehordner notiert waren. Ein dazugehöriger Aktenplan konnte bei der Verzeichnung nicht festgestellt werden. Der einzige bei der Verzeichnung vorgefundene Aktenplan , der überwiegend in den 1970er Jahren verfasst wurde, ist offenbar nicht angewendet worden. Darüber hinaus sind bei der Bearbeitung drei Akten mit Aktenzeichen anderer Art aufgetreten. Die Laufzeiten dieser Akten liegen in den 1950er Jahren. Ein dazugehöriger Aktenplan war hier ebenfalls nicht zu ermitteln.

Geschichte des Bestandsbildners

1. Entwicklung der Staatsbäder
Der am 1. Januar 1952 gegründeten gemeinsamen 'Verwaltung der hessischen Staatsbäder' unterstanden zunächst fünf Heilbäder: Bad Nauheim, Bad Wildungen, Bad Schwalbach, Schlangenbad und Bad Salzhausen. 1963 trat als sechstes Heilbad Bad Hersfeld hinzu. Die Staatsbäder, zum Bundesland Hessen seit dessen Gründung 1945 gehörig, können auf eine zum Teil lange Vorgeschichte zurückblicken. Ihnen allen gemeinsam ist, dass sie über Quellen verfügen, die zum gesundheitlichen Wohle der Menschen genutzt werden. Doch nicht nur die Quellen machen das Wesen eines Heilbades aus, sondern auch andere Einrichtungen, wie Kurparks, Kurhäuser, Kurkliniken, Sanatorien, Hotels, Gaststätten, Schwimm- und Bewegungsbäder sowie Sport- und Freizeitanlagen. Einige dieser Einrichtungen entstanden schon im 19. Jahrhundert.
Bad Nauheim wurde durch seine Salzgewinnung aus warmen salz- und kohlesäurehaltigen Quellen bekannt. Die Nutzung dieser Quellen geht bis in keltische Zeit (4.-1. Jh. v. Chr.) zurück. Das 18. Jahrhundert stellte für die Quellsalzgewinnung in Nauheim die Glanzzeit dar, danach tritt sie aber aufgrund der Entdeckung des Steinsalzes in den Hintergrund. Im 19. Jahrhundert, mit der Eröffnung einer Solebadeanstalt, der Entdeckung des ersten der drei großen warmen Sprudel und der Errichtung des ersten Badehauses wurde Nauheim zum Badeort. Zudem wurde im 19. Jahrhundert ein Kurpark angelegt und ein Kurhaus erbaut. Daneben ist noch der Bau neuer Bade- und Trinkkuranlagen durch den Bauinspektor Wilhelm Jost Anfang des 20. Jahrhunderts hervorzuheben. Außerdem wurde, abgesehen von anderen Baumaßnahmen, von 1970-1972 in Bad Nauheim ein Thermalsolebewegungsbad errichtet. Das seit 1816 zum Kurfürstentum Hessen gehörige Nauheim fiel 1866 an das Großherzogtum Hessen (ab 1918 Volksstaat Hessen) und erhielt 1869 den Namenszusatz 'Bad'. Während 1958 unter den Behandlungsfeldern im Staatsbad Bad Nauheim Herz- und Kreislaufkrankheiten und rheumatische Erkrankungen genannt werden, ist bis zum Jahre 1992 auch die Behandlung von Erkrankungen der Atemwege und der Schuppenflechte hinzugetreten.
Bad Wildungen ist eines der ältesten deutschen Heilbäder. Im Jahre 1582 wurde die Zusammensetzung der Wildunger Mineralwässer erstmals durch den Marburger Professor Wolffius untersucht. Seitdem nutzt man die Wildunger Quellen als Heilquellen. Im 17. und 18. Jahrhundert entstand in Wildungen ein Badeviertel. Im 19. Jahrhundert nahm Wildungen als Heilbad besonderen Aufschwung, begründet u.a. durch den Bau eines Gast- und Badehauses und eines Badehotels mit Musikpavillon. Zu weiteren hervorhebenswerten Bauten zählt u.a. die in den Jahren 1928 bis 1930 erbaute Wandelhalle an der Georg-Viktor-Quelle sowie der Neubau eines Kurmittelhauses 'für Zwecke der Balneologie und der physikalischen Therapie' in den 1960er Jahren. In den Jahren 1977 und 1978 wurde außerdem die Kurklinik 'Fürstenhof' modernisiert und restauriert. Seit dem Jahre 1906 heißt Wildungen 'Bad' Wildungen. Von 1262 bis 1929 war es in waldeckschem Besitz, anschließend gehörte die Stadt zum Staat Preußen (Regierungsbezirk Kassel). Ursprünglich werden im Staatsbad Bad Wildungen Nieren- und Blasenleiden behandelt, wobei später auch die Behandlung von Herz- und Kreislauferkrankungen hinzugetreten ist.
Bad Schwalbach, das bis 1927 Langenschwalbach hieß, ist seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts Badeort. Es besitzt kohlesäure- und eisenhaltige Mineralquellen. Zu den Kurmittelanlagen zählt u.a. das staatliche Kohlensäure-Stahlbadehaus, das 1828 errichtet wurde. Daneben verfügt Bad Schwalbach u. a. auch über Moorbadeanlagen: 1903 bis 1905 wurde das Moorbadehaus erbaut, welches in den Jahren 1975 bis 1977 um den Bau eines Moorpackungshauses ergänzt wurde. Seit 1816 gehörte Langenschwalbach zum Herzogtum Nassau, wurde aber im Zuge der Annexion des Herzogtums Nassau durch Preußen im Jahre 1866 preußisch (Regierungsbezirk Wiesbaden). Behandelt wurden im Staatsbad Bad Schwalbach zunächst Herz- und Frauenleiden sowie Schilddrüsenerkrankungen und Blutkrankheiten. Dazu kam später die Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparates sowie psychosomatischer Erkrankungen.
Schlangenbad verfügt über warme Quellen, die wohl schon in römischer Zeit bekannt waren. Ab den 1680er Jahren wurden die Schlangenbader Quellen intensiv genutzt. 1697 wurde das erste Badehaus mit vier 'Badestuben' erbaut, 1701 kam ein weiteres Badehaus hinzu. Ebenfalls im 18. Jahrhundert wurden das 'Obere Kurhaus' und das 'Mittlere Kurhaus' (so genanntes 'Römerbad') errichtet. Diese Bauten wurden in den Jahren 1865-1867 durch die Errichtung des 'Unteren Kurhauses' ergänzt. Schon 1912 brach man das 1701 erbaute Badehaus und das 'Obere Kurhaus' jedoch wieder ab. Neu erbaut wurde aber u. a. ein Thermalfreibad im Jahre 1927 und die Medizinische Klinik Römerbad als Zentrum für Rheumatologie in den Jahren 1972-1974. Zuvor war das alte 'Römerbad' abgerissen worden. Schlangenbad gehörte ab 1816 zum Herzogtum Nassau und wurde 1866 preußisch (Regierungsbezirk Wiesbaden). Zu den Behandlungsschwerpunkten zählten im Staatsbad Schlangenbad sowohl rheumatische Erkrankungen als auch Erkrankungen des peripheren und vegetativen Nervensystems.
In Bad Salzhausen hatte seit dem 16. Jahrhundert die Salzgewinnung aus den dortigen Salzquellen Tradition, wurde aber in den Jahrzehnten um 1800 zugunsten des Steinsalzes eingestellt. Anschließend entwickelte sich Salzhausen zum Soleheilbad. 1824 entstand die erste staatliche Solebadeanstalt in Salzhausen, und von 1826-1835 das Kurhaus. Durch die räumliche Nähe zu dem schon im 19. Jahrhundert als Weltbad geltenden Nauheim verlor Salzhausen jedoch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts an Bedeutung. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg änderte sich dies wieder. Zu den bedeutenden Bauten nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte u. a. das Solebewegungsbad, das Ende der 1970er Jahre errichtet wurde. Salzhausen zählte seit 1815 zum Großherzogtum Hessen (ab 1918 Volksstaat Hessen). Während 1958 als Behandlungsschwerpunkte im Staatsbad Bad Salzhausen Herz-, Nerven- und rheumatischen Erkrankungen aufgeführt wurden, kam bis zum Jahre 1992 noch die Behandlung von Bronchitiden hinzu.
Von den in Bad Hersfeld vorhandenen Mineralquellen ist überliefert, dass sie erstmals ab 1630 als Heilquellen genutzt worden sind. Nachdem die Quellen aber 1673 versiegt waren, gerieten sie zunächst in Vergessenheit. Erst im Jahre 1904 fand eine erneute erfolgreiche Bohrung statt, wodurch sich Hersfeld fortan zum Badeort entwickelte. Es entstanden u.a. 1905 im Kurpark die ersten Badehäuser und eine Wandelhalle. 1906 von Hersfelder Bürgern als Aktiengesellschaft eröffnet und von ihnen betrieben, wurden die Kureinrichtungen 1916 von der Stadt Hersfeld übernommen. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges sind u.a. im Jahre 1956 noch drei weitere Badehäuser erbaut worden. 1963 ging das Heilbad Bad Hersfeld in die Trägerschaft des Landes Hessen über und wurde somit zum jüngsten Hessischen Staatsbad. Das nach 1866 preußische Hersfeld hatte vor der Annexion zum Kurfürstentum Hessen (Regierungsbezirk Kassel) gehört. 1948 erhielt Hersfeld den Namenszusatz 'Bad'. Behandelt wurden im Staatsbad Bad Hersfeld vornehmlich Leber-, Galle-, Magen- und Darmkrankheiten sowie Stoffwechselleiden.
2. Die 'Hauptverwaltung der Hessischen Staatsbäder' ab 1954
Den hessischen Staatsbädern und staatlichen Hotels war nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst eine Verwaltung übergeordnet, die in die Abteilung IVa des Hessischen Finanzministeriums eingegliedert war. Seit dem 1. Januar 1952 existierte jedoch für die hessischen Staatsbäder und staatlichen Hotels eine selbstständige Verwaltung unter der Bezeichnung 'Verwaltung der hessischen Staatsbäder' mit dem Sitz in Frankfurt am Main. Die Bezeichnung 'Hauptverwaltung der Hessischen Staatsbäder' findet erstmals Erwähnung im Erlass zur Veröffentlichung der ersten Betriebssatzung der 'Hessischen Staatsbäder' vom 1. Mai 1954. Hier werden die 'Hessischen Staatsbäder' als ein einziger 'selbständiger wirtschaftlicher Betrieb des Landes Hessen ohne eigene Rechtspersönlichkeit' im Sinne des Paragrafen 15 Reichshaushaltsordnung definiert. Neben den Staatsbädern Bad Nauheim, Bad Wildungen, Bad Schwalbach, Schlangenbad und Bad Salzhausen waren zunächst auch die dazugehörigen Hotels, Kurhäuser und technischen Betriebe sowie die Anwesen Ritters Parkhotel in Bad Homburg v.d.H. und das Kurhaus Bad Selters, die Staatsquelle Niederselters und die staatliche Badeanstalt Wiesbaden Betriebsteile des Landesbetriebes 'Hessische Staatsbäder'. Zudem war der Landesbetrieb auch zuständig für die 'Verwaltung der Beteiligungen des Landes Hessen an der Kur-A.G. Bad Homburg v.d.H., Reinhardsquelle GmbH Bad Wildungen und der Königsquelle A.G. in Liquidation, Bad Wildungen.' Bis zum Jahre 1976 verkleinerte sich der Betrieb 'Hessische Staatsbäder' jedoch in der Weise, dass nach und nach die Anwesen Parkhotel in Bad Homburg v.d.H., das Kurhaus Bad Selters, die Staatsquelle Niederselters und die staatliche Badeanstalt Wiesbaden nicht mehr zum Betrieb gehörten. Auch die Beteiligungen des Landes Hessen an der Kur-A.G. Bad Homburg v.d.H., Reinhardsquelle GmbH Bad Wildungen und der Königsquelle A.G. in Liquidation Bad Wildungen entfielen bis 1976. Der Zweck der 'Hessischen Staatsbäder' bestand in der Wahrnehmung der 'Interessen des Landes Hessen auf dem Gebiete des staatlichen Bäder- und Heilquellenwesens.' Die Führung der Betriebsteile sollte nach kaufmännischen Grundsätzen erfolgen. Der Zweck der 'Hessischen Staatsbäder' wurde u.a. 1968 näher formuliert. So dienten sie der Volksgesundheit, indem die Kur- und Kurmitteleinrichtungen der Staatsbäder zur Durchführung von Kuren und Heilverfahren genutzt werden sollten. Außerdem bestand auch die Möglichkeit, den Hessischen Staatsbädern weitere Aufgaben, die sich auf den Fremdenverkehr, den Wasserversand und die Energieversorgung bezogen, zu übertragen. Als das den 'Hessischen Staatsbädern' übergeordnete Ministerium fungierte das Hessische Ministerium der Finanzen. Die laufende Dienstaufsicht oblag dem Leiter der Abteilung Staatsvermögensverwaltung dieses Ministeriums. Zudem wurden die zwei Direktoren, die die Geschäfte der Hauptverwaltung der 'Hessischen Staatsbäder' führten, vom Hessischen Minister der Finanzen bestellt und abberufen. Die Hauptverwaltung nahm zahlreiche Aufgaben wahr. Dazu zählte zum einen der regelmäßige, mit Abständen von höchstens drei Monaten zu erbringende Bericht an das Ministerium über den Gang der Geschäfte und die Lage des Betriebes. Weitere Aufgaben der Hauptverwaltung bestanden u.a. in der Aufstellung der Wirtschaftspläne, Bauprogramme und Jahresabschlüsse für alle Betriebsteile. Des Weiteren schloss sie bestimmte Rechtsgeschäfte ab, wie z.B. den Erwerb, die Veräußerung und die Belastung von Grundstücken. Zudem konnte die Hauptverwaltung Darlehen aufnehmen und Mittel aus dem allgemeinen Haushalt des Landes anfordern. Bei der Erfüllung dieser und anderer Aufgaben war die Hauptverwaltung jedoch abhängig von der Zustimmung des Hessischen Ministers der Finanzen. Zustimmungsbedürftig waren zudem die Bestellungen und Abberufungen der Kurdirektoren der einzelnen Staatsbäder, die ebenfalls durch die Hauptverwaltung erfolgten. Die Kurdirektoren leiteten die einzelnen Staatsbäder, mussten jedoch solche Angelegenheiten, die von der Zustimmung des Ministeriums der Finanzen abhängig waren, zunächst der Hauptverwaltung vorlegen. Die Hauptverwaltung berichtete diese Angelegenheiten dann dem Ministerium. 1959 wurde die Zuständigkeit der Hauptverwaltung genauer gefasst. Als der Hauptverwaltung unterstellt werden nun die einzelnen Kurverwaltungen sowie das Kurhaus Bad Selters und die Staatsquelle Niederselters genannt. Den jeweiligen Kurverwaltungen unterstanden hingegen die Hotels, Sanatorien, Kurhäuser und technischen Betriebe in den Staatsbädern. Zudem hatte die Hauptverwaltung gegenüber den Kurdirektoren und den Kurverwaltungen in Bezug auf die wirtscha...

Literatur

Eckert, Gerhard, Schöne Heilbäder in Deutschland. Therapien, Unterkunft, Freizeit, Sport, Kultur, Wiesbaden 1992

Der Hessische Minister der Finanzen - Staatsbauverwaltung (Hrsg.), Das Land Hessen baut: Hessische Staatsbäder, Wiesbaden 1979

Hessische Staatskanzlei (Hrsg.), Das HessenInfoBuch. Zahlen, Daten, Fakten. Und Service', Wiesbaden 2006

Hessisches Hauptstaatsarchiv (Hrsg.), Hessen. Eine starke Geschichte. 60 Begegnungen mit unserem Land seit 1945, Wiesbaden 2005

Der Kurgast. Zeitschrift der Hessischen Staatsbäder, Heft 3, Jahrgang 1, März 1958

Royce, Hans (Hrsg.), Hessen-ABC. Ein Nachschlagewerk, Frankfurt/Main 1954

Findmittel

Findbuch von Franziska Hartleb, 2006

Teilbestand: Online-Datenbank (Arcinsys)

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

ca. 31 lfm (2,125 m unverzeichnet)

Bearbeiter

Franziska Hartleb, 2006