HStAM Bestand 188/1

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Beschreibung

Serie

Bezeichnung

Staatsbäder

Identifikation (kurz)

Titel

Staatsbad Bad Wildungen

Laufzeit

1951-2005

Siehe

Korrespondierende Archivalien

118 a Waldeckischen Kabinetts, 121 Waldeckischen Regierung, 122 Waldeckischen Landesdirektorium, 126 Waldeckischen Domänenkammer, 180 Landratsamt Bad Wildungen, 147 Waldeckischen Handschriften

Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abt. 568 Hauptverwaltung der Hessischen Staatsbäder

Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abt. 506 Hessische Ministerium der Finanzen

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

Die Unterlagen wurden 1976 und 2006 übernommen. Er umfasst Unterlagen aus der Zeit zwischen 1855-1898 und 1912-2001, wobei der Kern des Bestandes Laufzeiten zwischen 1950 und 1990 abdeckt. Die Akten befanden sich in Stehordnern oder in verschnürten Mappen meist geordnet nach Betreffen getrennt durch Umschläge, Heftstreifen oder Schalthefter. Vereinzelt waren auch gebundene Gäste-, Versand- und Tagebücher sowie Fadenheftungen eingemischt. Aufgrund des meist ungeordneten Zustands der Akten mussten die Akteneinheiten häufig neu geordnet und gebildet werden. Einige Fotos wurden aus dem Bestand entnommen und in die Sammlung 7 Bilder eingegliedert.

Geschichte des Bestandsbildners

Der Aufschwung des Bades in Nieder-Wildungen im ehemaligen Fürstentum Waldeck begann im 18. Jahrhundert. 1798 gründete das waldeckische Brunnendirektorium unter Leitung des Kammerdirektors Geheimrat August Frensdorff, Vorsitzender der Rentkammer, die Brunnen- und Badeanstalt A.G. zur Hebung des Badebetriebs. Am 1. April 1855 pachtete Rechtsanwalt Eduard Cuntze das Bad auf 45 Jahre und gründete ein Jahr später (4.08.1856) die 'Wildunger Brunnen-Aktiengesellschaft', die sich im Jahr 1862 in 'Wildunger Mineralquellen A.G' umbenannte. Ein neuer Pachtvertrag zwischen dem Domanium als Eigentümer und den Firmen Kirchner und Menge in Arolsen sowie dem Bankhaus Pfeiffer wurde am 9. April 1898 auf 50 Jahre geschlossen und trat am 1. Januar 1900 in Kraft. Der Kurbetrieb bestimmte nun die Wildunger Wirtschaft. Im Jahre 1906 wurde Nieder-Wildungen für diesen wirtschaftlichen Erfolg mit der offiziellen Zuerkennung des Titels 'Bad' gewürdigt. Mit dem Übergang Waldecks an Preußen am 23. März 1928 wurde Bad Wildungen Preußisches Staatsbad. In einer Generalversammlung der Aktiengesellschaft wurde die Namensänderung in 'Staatlich Wildunger Mineralquellen A.G.' (24. Juni 1939) beschlossen und ein Jahr später sogar deren Auflösung. Die Tochtergesellschaften der Kapitalgesellschaft, die Fürstenhof GmbH., die Reinhardsquellen GmbH., die Heilquellen A.G. Königsquelle und die Mineralquellenversand GmbH. in Leipzig waren durch die Übernahme der 'Staatlich Wildunger Mineralquellen A.G.' im Besitz des preußischen Staates. Das Staatsbad wurde nun der Verwaltung der Staatsbäder und Mineralbrunnen unterstellt und dem preußischen Finanzministerium angegliedert und führte den Namen 'Bad Wildungen - Preussisches Staatsbad'.
Am 19. September 1945 verkündete die amerikanische Besatzungsmacht die Proklamation No. 2 und begründete das Land Hessen. Damit wurde Bad Wildungen 'Hessisches Staatsbad'. Ein geregelter Kurbetrieb war durch die Beschlagnahme der Wandelhalle, des Hotels 'Der Fürstenhof', des 'Europäischen Hofes' und des Kurparks durch die amerikanische Besatzungsmacht zunächst aber kaum möglich. 1947 wurden der Kurpark und die Wandelhalle, einige Hotels und Sanatorien wieder freigegeben. Das Staatliche Badehotel lag noch bis 1948 in amerikanischen Händen. Von 20 hessischen Mineral- und Moorbädern waren anfangs fünf Bäder Eigentum des Landes Hessen (Bad Nauheim, Bad Wildungen, Bad Schwalbach, Schlangenbad, Bad Salzhausen). 1963 trat auch Bad Hersfeld hinzu. 1952 wurde ein hessischer Landesbetrieb zur Verwaltung der hessischen Staatsbäder, der dem Hessischen Finanzministerium direkt untergeordnet war, eingerichtet. Im Mai 1954 wurde die Bezeichnung 'Hauptverwaltung der Hessischen Staatsbäder' verbindlich. Dienstsitz war zunächst Frankfurt am Main, später Bad Nauheim. Ab 1967 gelangte die Verwaltung nach Wiesbaden, wo sie 1983 im Schloss Biebrich untergebracht wurde. Am 14. Dezember 1999 wurde im Zuge der Verwaltungsstrukturreform die Privatisierung des Landesbetriebes der Hessischen Staatsbäder zum 31. Dezember 2002 beschlossen. Die verbliebenen Aufgaben des Landesbetriebes Hessischer Staatsbäder gingen mit dem Ziel der Abwicklung auf den Landesbetrieb des Hessischen Immobilienmanagements im Jahr 2005 über. Das Land Hessen gründete eine Kapitalgesellschaft mit der Bezeichnung 'Staatsbad Bad Wildungen GmbH.' und veräußerte zum 1. Januar 2002 sämtliche Anteile an der Gesellschaft der Stadt. So konnte Bad Wildungen die Bezeichnung 'Staatsbad' weiterführen. Seit dem 1. Januar 2002 wird das Staatsbad Bad Wildungen als Eigenbetrieb der Stadt Bad Wildungen geführt.

Enthält

Personalverwaltung, Kurbetriebsverwaltung, Statistiken, Gebäudeverwaltung, Wirtschaftspläne, Kurorchester, Protokolle der Bäderausschuss- und Beiratssitzungen sowie von Verbänden und Vereinen der Heilbäder, Kurzeitung

Literatur

v. Ploetz, Dietrich, Der Anschluss Waldecks an Preußen, Korbach 1932

Hessische Staatskanzlei (Hrsg.), Hessen-ABC, 2000, S.643

Klein, Rudolf, Hessen-Lexikon, 1965, S. 342

Hochgrebe, Heinrich; Schultheis, Theodor, Die Wildunger Kur von 1580 bis zur Gegenwart. Entwicklung der Wildunger Kurmedizin und Bau- und Betriebsgeschichte des Heilbades, Korbach/Bad Wildungen, 1987

Bad Wildungen. Die Geschichte von Stadt und Bad, Bad Wildungen 1992

Beermann, Das waldeckische Domanialvermögen, seine Entstehung und Aufteilung. In: Geschichtsblätter für Waldeck und Pyrmont, 36, 1936

Findmittel

HADIS-Datenbank

5 m noch unverzeichnet

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

12 MM

Referent

Menk, 2007

Benutzung

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