HStAD Bestand H 54 Dieburg C

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Beschreibung

Serie

Bezeichnung

Schulen

Identifikation (kurz)

Titel

Dieburg: Goetheschule (bis 1955 'Realgymnasium Dieburg')

Laufzeit

1927-2015

Siehe

Korrespondierende Archivalien

Stadtarchiv Dieburg

G 53 Gymnasium Dieburg

Dienstbibliothek (dort Jahrbücher, Prowo-Zeitung (Projektwochen-Zeitung), Abgängerzeitungen u.a.)

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

Der Bestand wurde 2014 und 2015 in das Staatsarchiv übernommen.

Geschichte des Bestandsbildners

Von der Homepage der Schule:
Im März 1945 kommt der Unterricht vollständig zum Erliegen, und das Schulgebäude und dessen Turnhalle werden Durchgangslager für „displaced persons“, also für ehemalige Zwangsarbeiter, Gefangene und Verschleppte. Aber mit Genehmigung der amerikanischen Militärbehörden wird schon im Herbst 1945 wieder mit dem Schulbetrieb gestartet, wenn auch zunächst in den Räumen der Dieburger Marienschule, erst 1949 dann wieder im früheren Gymnasium. Allerdings müssen zuvor alle Räume wieder in Stand gesetzt werden.
1948/49 Die erste Reifeprüfung findet dort am 1. Juli 1948 statt.
Am 1. Januar 1949 wird das Bischöfliche Konvikt als Schülerwohnheim wiedereröffnet.
1953 wird ein „Anstaltsseminar“ eingerichtet, das der praktischen Ausbildung von Lehrern an Gymnasien im ersten Vorbereitungsjahr dient. Noch heute ist die Goetheschule eine gefragte Ausbildungsschule für Lehramtskandidaten.
Ende 1954 bekommt die höhere Schule Dieburg die Namensbezeichnung Realgymnasium und Gymnasium zuerkannt; Schulträger ist nun der Landkreis Dieburg. Rund 600 Schüler besuchen zu dieser Zeit die Schule.
1955 Als Mitte der fünfziger Jahre ein Name für das Dieburger Gymnasium gesucht wird, ist der ehemalige Gymnasialschüler und spätere Widerstandskämpfer Alfred Delp nicht der Favorit, sondern Goethe muss - wie so oft – als Namensgeber herhalten. Ein Schreiben des damaligen Landrats Franz Gruber an den Regierungspräsidenten in Darmstadt vom 28. Dezember 1955 gibt darüber Auskunft: „Auf Verfügung vom 29. November 1955–II/5–20-55 berichte ich, daß der Kreisausschuß des Landkreises Dieburg als Namensbezeichnung für das Realgymnasium Dieburg „Gymnasium und Realgymnasium für den Landkreis Dieburg“ vorschlägt. Sollte diese Namensgebung nicht genügen, wird als Untertitel „Goethe-Gymnasium“ vorgeschlagen.“ Heute trägt die 1974 eingeweihte Dieburger Gymnasiale Oberstufenschule den Namen „Alfred-Delp-Schule“ und erinnert so an den bedeutendsten Schüler der Goetheschule.
1955/56 erhält das Dieburger Gymnasium den Namen “Goetheschule, Gymnasium und Altsprachliches Gymnasium für den Landkreis Dieburg“.
1956 werden ein Erweiterungsbau und eine neue Toilettenanlage errichtet.
1963/64 Als lange Zeit einziges Gymnasium im Landkreis Dieburg ist die Goetheschule auch eine Bildungsstätte für Mädchen und im Prinzip eine Koedukationsschule. 1964 beträgt der Anteil der Mädchen an der Gesamtschülerzahl 24%, und unter den 48 Reifeprüflingen zu Ostern 1963 befinden sich 11 Mädchen.
1974 Die Schullandschaft in Dieburg ändert sich grundlegend: Aus der Goetheschule (Gymnasium) wird aus den Klassen 11-13 eine selbstständige Oberstufenschule, die heutige Alfred-Delp-Schule. Aus den Klassen 5 - 10 entsteht - zusammen mit der ehemaligen Marienschule - die additive Gesamtschule, wie sie auch heute noch besteht. Die Berufsschule Landrat-Gruber-Schule zieht in eigene Räumlichkeiten Auf der Leer.
Das 1955 errichtete Gebäude wird von der Goetheschule bezogen. Der Start ist nicht leicht. 61 Klassen stehen 38 Klassenräume gegenüber. Pavillons werden bezogen, 13 Klassen der Förderstufe werden in der Marienschule unterrichtet.
1982/83 Nach achtjähriger Wartezeit wird ein Erweiterungsbau eingeweiht, der den Raumbedarf endlich abdeckt.
25. April 1986 Eine neue Turnhalle (Schlossgartenhalle) wird eingeweiht.
1988 An der Gesamtschule werden 1041 Schülerinnen und Schüler in 41 Klassen unterrichtet.
1999 Goethes 250. Geburtstag und das 25-jährige Bestehen der Goetheschule als Gesamtschule werden feierlich begangen.
2002/2003 Die Schule wird Familienfreundliche Schule mit zahlreichen Angeboten am Nachmittag. Der „Goethetreff“ – ein Anbau von ca. 60 m² und weitgehend vom Förderverein finanziert - wird eingeweiht.
November 2003 Der Förderverein der Goetheschule feiert sein 20-jähriges Bestehen.
Januar 2004 Einweihung von drei neuen zusammenhängenden Lehrerzimmern, die nun einen zentralen Treffpunkt der Lehrerschaft darstellen.
2. Februar 2005 Die Goetheschule gedenkt anlässlich des 60. Todestags des ehemaligen Schülers und Widerstandskämpfers Alfred Delp.
März 2005 Auch im 30. Jahr der Verschwisterung zwischen Dieburg und der französischen Stadt Aubergenville besuchen Schüler des dortigen Collège Arthur Rimbaud gemäß der Tradition die Goetheschule und wohnen bei Dieburger Schülern, die noch im gleichen Jahr den Austausch erwidern.
August 2005 Die Goetheschule wird nach den Förderrichtlinien des Hessischen Kultusministeriums zum Ausbau von Ganztagsangeboten gefördert. Es soll ein Neubau inklusive Mensa, Bibliothek/ Mediathek, Arbeitsgruppen– und Sanitärräumen entstehen.
Oktober 2005 Zwanzig Goetheschüler besuchen erstmals ihre kanadische Partnerschule, die Onoway High School im Bundesstaat Alberta, und wohnen dort bei ihren Austauschschülern. Die sie begleitenden Lehrkräfte, Ursula Kunith und Karl Rupp, haben zuvor das Austauschprojekt in die Wege geleitet.
April 2006 Zwanzig Schüler und fünf Lehrkräfte der kanadischen Onoway High School sind zum ersten Mal Gäste ihrer Dieburger Partnerschule. Dort gewährt man den kanadischen Freunden unter anderem auch tiefe Einblicke in die Dieburger Fassenacht und begeistert sie für die närrische Sache unter dem Motto: „In unserm Schulhaus unn drumrum lerne selbst kanadische Schieler es Äla Bum!“
8. September 2006 Baubeginn des Gebäudes für die Ganztagsbetreuung.
14. September 2007 Gedenkfeier mit Übergabe einer Gedenktafel anlässlich des 100. Geburtstags des ehemaligen Schülers und Widerstandskämpfers Alfred Delp.
25. Januar 2008 Übergabe des Gebäudes für die Ganztagsbetreuung durch Landrat Alfred Jakoubek und dem Kreisbeigeordneten Christel Fleischmann an die Goetheschule. Der ein- bis zweigeschossige Anbau im Bereich der Alten Turnhalle beherbergt im Erdgeschoss eine Mensa mit Küche, Gruppenräume und Sanitärbereiche. Im Obergeschoss befindet sich eine Mediathek mit Bibliothek, die in enger Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei betrieben wird. Die Gesamtnutzfläche des Neubaus beträgt ca. 560 m², die Baukosten inklusive Einrichtung belaufen sich auf 992.210 €.
April/ Mai 2008 Zum 30. Mal jährt sich 2008 der Schüleraustausch der Goetheschule mit dem Collège Arthur Rimbaud aus Aubergenville/ Frankreich.
August 2008 Mit einer Projektwoche unter dem Motto '1908 - Rückblick in die Welt vor hundert Jahren' und einer Akademischen Feier mit anschließender Präsentation der Projektergebnisse feiert die Goetheschule das hundertjährige Bestehen ihres ältesten Gebäudes, des Neubaus der ehemaligen 'Höheren Bürgerschule zu Dieburg'. 187 771,73 Mark lässt sich die Stadt das am 14. September 1908 eingeweihte Schulhaus kosten.
Juli 2009 Um die Nutzung erneuerbarer Energien zu fördern, wird in den Sommerferien die erste Bürgersolaranlage im Landkreis Darmstadt-Dieburg in Betrieb genommen. Die Photovoltaikanlage wird auf dem Dach der Goetheschule installiert. Beginn der Grundsanierung eines aus den Fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts stammenden und einst als Berufsschule genutzten Gebäudes der Goetheschule. Acht Klassen sind während der Bauarbeiten in Containern untergebracht.
März 2010 Die Goetheschule Dieburg wird als mitarbeitende UNESCO-Projektschule in das deutsche UNESCO-Schulnetz aufgenommen.
April 2010 Das Flugverbot über großen Teilen Europas nach dem Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull trifft auch die kanadischen Austauschschüler und ihre Lehrer der Onoway High School. Die unfreiwillige Verlängerung des Aufenthalts der kanadischen Gäste durch die Aschewolke um eine Woche in Dieburg wird von allen Beteiligten größtenteils gelassen hingenommen.
Mai 2010 'Goethes Weltladen' wird eröffnet. Im ehemaligen Pedell-Zimmer des ältesten Gebäudes der Goetheschule verkaufen Schüler und Senioren Kaffee, Tee, Kakao, Schokolade, Honig, Schmuck, Accessoires, Geschenkartikel und vieles mehr aus Fairem Handel.
August 2010 Im Schuljahr 2010/ 2011 wird an der Goetheschule zum ersten Mal bilingualer Unterricht erteilt. Eine siebte Gymnasialklasse kommt in den Genuss des englischsprachigen Erdkundeunterrichts. August 2011 Das komplett sanierte Gebäude GII wird eingeweiht. In allen Unterrichtsräumen des Gebäudes (13 Klassenräume und 9 Fachräume) lösen digitale Tafeln die 'Kreidezeit' ab. Die Goetheschule bietet neben dem gymnasialen Bildungsgang die Mittelstufenschule an. Hier verbleiben die Schülerinnen und Schüler bis einschließlich Klasse 7 in einer Klassengemeinschaft.
März 2012 Alle Computerräume werden mit neuen PCs ausgestattet. Die Goetheschule verfügt nun über drei PC- Räume, drei Laptopwagen und 18 Computer in der Mediothek.
Mai 2012 Mehrere Tischtennisplatten und Sitzgelegenheiten für den Schulhof wurden durch den Förderverein angeschafft. Auch ein Basketballkorb wurde endlich montiert.
August 2012 Nachdem die Technikräume durch die Schaffung des Lehrerzimmers weggefallen waren, wurde zum Schuljahresbeginn der Raum 808 als Technikraum eingerichtet. Somit kann wieder fachpraktischer Unterricht erteilt werden. Ein Wasserspender für die Schülerinnen und Schüler sorgt für Erfrischung.
Oktober 2012 Der 'Goethetreff' wird zur 'Goethe-Lounge'. Gefördert durch den Förderverein wurden hier neue Möbel angeschafft. Die Bewirtschaftung erfolgt durch die Schülerfirma.
März 2013 Die neue Zukunftswerkstatt mit Robotern und CNC-Maschinen wird eingeweiht.
Juni 2013 Erste Schülerinnen und Schüler erlangen das Bili-Zertifikat der TU-Darmstadt.
August 2013 Zum neuen Schuljahr wechselt der gymnasiale Bildungsgang vom bisherigen G8 zurück zum G9 Modell. Dies betrifft alle neuen Jahrgänge ab 2013/14. Die bestehenden Jahrgänge werden noch nach dem Modell der verkürzten Schulzeit beschult, mit dem sie die Sekundarschule begonnen haben.
September 2013 Die neue Schulküche wird eingeweiht.

Enthält

Die Akten dieses ehemaligen Realgymnasiums und altsprachlichen Gymnasiums betreffen insbesondere die Organisation und Durchführung von Reifeprüfungen, einschließlich der Prüfungsarbeiten der Jahre 1963, 1968 und 1969 sowie Akten der Schulverwaltung, u.a. Lehrerstammkarten, Schulgeldbelege und Verzeichnisse über NS-Literatur in der Schulbibliothek.
Die Unterlagen stammen zum Teil von der Marienschule Dieburg.

Literatur

Festschrift '75 Jahre Goetheschule Dieburg', 1964 (Sign.: O 1389/19).

Goetheschule Dieburg, Dieburg 1964.

Findmittel

Online-Datenbank (Arcinsys)

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

3,625 m

Referent

Eva Rödel