HStAD Bestand C 4

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Gerichtsbücher

Laufzeit

1356 - 1853

Siehe

Korrespondierende Archivalien

Siehe auch die Bestände F 3 Nr. 59-95 (Friedberger Burggerichtsprotokolle), F 23 A Nr. 626-629 (Gerichtsbücher der Ganerbschaft Lindheim), F 23 B Nr. 301-311 (Gerichtsprotokolle des Amts Schlitz), F 24 B (einzelne Gerichtsbücher der Grafschaft Solms-Rödelheim), F 27 B Nr. 21 (Fornifikationsprotokoll der Herrschaft Riedesel v. Eisenbach), O 1 (v. Dalberg) A Nr. 15/1, 41/3, 76/2, 76/3, 120/1-3 (Gerichtsbücher von Abenheim, Gabsheim, Heßloch und Mommenheim) und R 1 A (Verordnungssammlung Höpfner)

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

Der Bestand ist wohl im 19. Jahrhundert durch Ausgliederung von Amtsbüchern gerichtlichen Inhalts aus Aktenbeständen gebildet worden. Ursprünglich nach den drei hessischen Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen und innerhalb dieser nach Orten gegliedert, wurde er im Laufe der Zeit durch zugehörige Bücher aus Ablieferungen der Amtsgerichte aufgefüllt. Die Verzeichnung erfolgte 1923-1928 durch Schliephake (Repertorien C 21 Nr. 31 und 119). 1931 wurden die Gerichtsbücher des Darmstädter Stadtteils Bessungen, enthaltend fünf Bände des Märkergerichts für die Zeit von 1615 bis 1795, an das Stadtarchiv Darmstadt abgegeben. Zu Kriegsverlusten zählen u.a. die Amtsprotokolle von Breuberg (vier Zenten) und von [Groß-]Umstadt aus dem 18. Jahrhundert (landgräflich-hessische und kurpfälzische Reihe, je etwa 100 Bände umfassend). 1960-1963 wurde der Gesamtbestand von Hellmuth Gensicke kursorisch neu verzeichnet und unter Aufhebung der Provinzeinteilung nach Orten neu aufgestellt. Das darüber erstellte maschinenschriftliche Repertorium vermerkt außer den Altsignaturen auch die Zugangsnummern. 1992-1994 wurde der Bestand unter Ausgliederung der jüngeren Amtsbücher des 19. Jahrhunderts (in der Regel für die Zeit nach 1821), unter Überführung der Flur- und Zinsbücher in Bestand C 2 und unter Feststellung der Provenienzen von Friedrich Battenberg neu formiert und verzeichnet.

Enthält

Es handelt sich in der Regel um Geschäftsbücher zum gerichtlichen Gebrauch, und zwar zumeist von Angelegenheiten der heute so bezeichneten 'Freiwilligen Gerichtsbarkeit'. Die weitaus größte Gruppe bilden die Hypothekenbücher (Verlegungsbücher) und die Währschaftsprotokolle, in denen in chronologischer Abfolge Grundstücksgeschäfte einschließlich der Begründung von Grundpfandrechten vermerkt oder in vollem Wortlaut eingetragen wurden. Ihnen zuzuordnen sind die teilweise separat geführten Ehepaktenprotokolle, Protokolle über Einkindschaften und Übergabeverträge, Stiftungen und Testamente. Daneben sind im Bestand Sitzungsprotokolle über Angelegenheiten der 'Streitigen Gerichtsbarkeit', Rügeprotokolle, Verordnungsbücher, Versteigerungs- und Bekanntmachungsprotokolle enthalten.Die meisten Gerichtsbücher sind Amtsstellen (Ämter, Oberämter, Landämter, Justizämter, Administrationen, Zenten, Amtsvogteien) der Landgrafschaft Hessen, der Kurfürstentümer Mainz (vor allem Ämter Gau-Algesheim und Seligenstadt) und Pfalz (hier vor allem Oberamt Alzey) sowie den dort gelegenen Schöffengerichten der Städte und Gemeinden zuzuordnen. Betroffen sind aber auch Amtsbücher der Grafen v. Diez, v. Erbach-Schönberg, v. Falkenstein, v. Hanau, v. Ingelheim, v. Katzenelnbogen, v. Leiningen- Westerburg, v. Isenburg-Büdingen, v. Solms und v. Stolberg, außerdem der Burg und Stadt Friedberg, der Wild- und Rheingrafen, der Familien v. Buseck, v. Dalberg, Diede v. Fürstenberg, Groschlag v. Dieburg, Löw v. Steinfurth, Mosbach v. Lindenfels, v. Nordeck zur Rabenau, Riedesel v. Eisenbach, Schenk zu Schweinsberg, Schönborn zu Heusenstamm, Ulner v. Dieburg und v. Wetzel gen. v. Karben.Hervorzuheben sind das Gerichtsbuch des Landgerichts Alsfeld von 1567ff. (Nr. 4/1), die Amtsprotokolle des Oberamts Alzey ab 1521 (Nr. 9/1-3), die 1356 einsetzenden Gerichtsprotokolle des Stadtgerichts Babenhausen (Nr. 23/1-8, 23/62), die in der Amtsvogtei Bensheim geführte kurmainzische Verordnungssammlung (Nr. 22/1-2), die Gerichtsbücher des Stadtgerichts Butzbach ab 1438 (Nr. 47/1-2), das Gerichtsbuch des Märkergerichts Dieburg ab 1578 (Nr. 53/1), das Urteilsbuch des Reichsgerichts Friedberg von 1469ff. (Nr. 89/4), die Stadtgerichtsbücher der Städte Gießen von 1461ff. (Nr. 102/1), Groß-Umstadt 1420ff. (Nr. 108/1) und Grünberg 1589ff. (Nr. 109/2), ein um 1722 angelegtes Register der hessen-darmstädtischen Verordnungen (Nr. 281/1), Gerichtsbücher des Stadtgerichts Homberg an der Ohm ab 1412 (Nr. 136/1-4), ein Rügenprotokoll der Zent Jugenheim von 1484ff. (Nr. 142/1), das Landgerichtsbuch der Obergrafschaft Katzenelnbogen von 1415ff. (Nr. 143/1), Gerichtsbücher der Stadt Nidda von 1569ff. (Nr. 182/1-2), ein Rügenprotokoll des Zentgerichts Ober-Ramstadt ab 1492 (Nr. 197/1), eine Druckausgabe der Landrechte des Kurfürstentums Pfalz von 1582 (Nr. 280/1), eine im Amt Seligenstadt geführte Sammlung kurmainzischer Ordnungen der Zeit ab 1527 (Nr. 230/1-8), ein Gerichtsbuch des kurmainzischen Landgerichts Steinheim Nr. 240/1), ein Vormundschaftsprotokoll des Stadtgerichts Wimpfen von 1515ff. (Nr. 265/1) und ein Gerichtsbuch des herrschaftlich-falkensteinischen Gerichts Zotzenheim der Zeit ab 1465 (Nr. 277/1).

Findmittel

(1) Online-Datenbank (HADIS)

(2) gedrucktes Findbuch (nach Orten geordnete Buchbeschreibungen, mit Vorwort sowie Konkordanz und Indices): Gerichtsbücher, Abt. C 4, bearb. von Friedrich Battenberg, Darmstadt 1994 (Repertorien des Hessischen Staatsarchivs Darmstadt 35).

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

57 m (ca. 980 Bände)

Referent

Lars Adler