HStAD Bestand H 37 Darmstadt

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Beschreibung

Serie

Bezeichnung

Forstämter (heute: Hessen-Forst)

Identifikation (kurz)

Titel

Forstamt Darmstadt

Laufzeit

1945-2003

Siehe

Korrespondierende Archivalien

Siehe auch HStAD G 38 Darmstadt, HStAD H 31, HStAD H 1 P, HStAD P 3, HStAD H 2 Darmstadt, Dienstbibliothek

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

Der Großteil des Bestandes (ca. 5 lfm) kam durch eine Übernahme 1977 in das Staatsarchiv. Dabei waren die 'älteren' Akten nach dem 'Forstregistraturplan für die Hessischen Forstämter' (1935) geordnet, die 'jüngere' Akten nach einem von der Behörde selbst entworfenen Plan, der dem Forstregistraturplan ähnelte (Gruppierung in I-XVI).
In den 1980ern wurden von der Bezirksdirektion für Forsten und Naturschutz Personalakten sowohl zu Angestellten als auch Beamten aller hessischen Forstämter übernommen. Die zum Sprengel des Staatsarchivs Darmstadt gehörenden Personalakten befinden sich im Bestand H 1 P.
In den Jahren 2011/12 kam es zu drei weiteren Übernahmen. 2011 kamen 3,5 lfm Forsteinrichtungsakten (AZB 75/2011) und 1 lfm Karten, Broschüren und Akten (AZB 119/2011) ins Haus. Bei letztgenannter Ablieferung wurden die Karten in P 2 und P 3, die Broschüren in die Bibliothek und die Akten zu G 38 Darmstadt abgegeben. 2012 kamen nochmals 2 lfm Forsteinrichtungsakten (AZB 121/2012) ins Staatsarchiv. Aus dem Bestand wurden während der Erschließung im Jahr 2014 ca. 0,5 lfm Amtsbücher aufgrund ihrer Laufzeit entnommen und zum Bestand G 38 Darmstadt gegeben und ca. 0,5 lfm Karten der Sammlung P 3 zugeordnet.
Aufgrund von Strukturreformen enthält der Bestand auch Unterlagen anderer (Vor-) Provenienzen: Forstamt Jugenheim, Forstamt Groß-Gerau, Forstamt Pfungstadt, Forstamt Ober-Ramstadt und Bezirksforstamt Darmstadt. Diese Akten fielen im Rahmen der Umstrukturierungsmaßnahmen der Hessischen Forstverwaltung an das Forstamt Darmstadt. Da die Akten durch das Forstamt Darmstadt weiterbearbeitet wurden, wurden diese bei der Verzeichnung im Bestand belassen, die Vorprovenienzen jedoch jeweils ausgeworfen.
Der gesamte Bestand wurde von der Bearbeiterin neu verpackt und inhaltlich grob erfasst vorgefunden. Vermutlich sind bei diesen Verpackungsarbeiten einzelne kleinere Akten zusammengefasst worden.
Die Klassifikation des Bestandes richtet sich nach dem 'Forstregistraturplan für die Hessischen Forstämter' (1935).
Die Verzeichnung von H 37 Darmstadt erfolgte nach dem Numerus-Currens-Prinzip im Frühjahr 2014.

Geschichte des Bestandsbildners

Das Forstamt Darmstadt betreut die Waldflächen zwischen Erzhausen und der Neunkirchner Höhe und ist verantwortlich für ca. 14.600 ha (Stand 2014) Forstbetriebsfläche. Diese liegt v.a. im Nordosten/Osten der Stadt Darmstadt, überwiegend in der Gemarkung Arheilgen und bildet das Kernstück des ehemaligen Forstamtes Kranichstein. Der übrige Staatswald liegt in großflächigen Gemengelagen mit dem Stadtwald Darmstadt und anderen Körperschaftswaldungen um die Stadt herum.
Das Forstamt Darmstadt, dass in Reviere unterteilt ist, übernimmt für seine Forstbetriebsfläche den Erhalt, die Pflege, die Nutzung, die Bewirtschaftung und die Gestaltung der Wälder.
Nach dem 2. Weltkrieg kam es zu geringfügigen Besitzveränderungen seitens des Landes, welches Waldungen in den Revieren Leonhardstanne, Totenberge, Hinterer Kahleberg, Woog und Kirchtanne südlich der Mittel-Schneise erwarb. Die Forstämter waren häufig kleineren und größeren Umstrukturierungen unterworfen. 1947 verwaltete das Forstamt Darmstadt fast 3000 ha Wald, bestehend aus Staatswald, Waldungen der Stadt Darmstadt, der Gemeinde Roßdorf, der Gemeinde Gundernhausen und Waldungen des Philippshospitals des Landeswohlfahrtsverbandes. Hinzu kamen eine Hofgutdomäne in der Gemarkung Darmstadt, Kameraldomänen in der Gemarkung Darmstadt, Roßdorf und Gundernhausen und Forstdomänen in der Gemarkung Darmstadt. Das Forstamt Darmstadt bestand zu dieser Zeit aus folgenden Revierbezirken: Heiligkreuz, Tanne, Böllenfalltor, Roßdorf, Bessunger Forsthaus.
Aufgrund von Umstrukturierungsmaßnahmen in den 1960er Jahren wurde der Staatswald in der Gemarkung Eberstadt und das 'Eichwäldchen', die bis 1963 zum Forstamt Eberstadt gehörten, nach dessen Auflösung dem Forstamt Darmstadt zugeschlagen. Des Weiteren wurde das Forstamt Darmstadt um das Forstrevier Heiligkreuz verkleinert, parallel aber um das Forstrevier Weiterstadt erweitert. In diesem Zusammenhang wurde eine in der Gemarkung Weiterstadt bis in die Mitte der 1960er Jahre existierende 'Waldgenossenschaft Weiterstadt', entstanden durch Flurbereinigung in den 1930er Jahren, aufgelöst und dem Staatswald angegliedert. In weiteren Umstrukturierungsmaßnahmen Mitte der 1970er Jahre, die eine deutliche Erweiterung der Forstbetriebsfläche mit sich brachte, wurde das Forstamt Kranichstein aufgelöst und dessen Waldungen dem Forstamt Darmstadt angegliedert. Weitere Gebietszugewinne kamen aus den Gemarkungen Gräfenhausen und Erzhausen die aus der Zuständigkeit des Forstamtes Mörfelden stammten. Auch der Forstort Bremster und der Südteil des Reviers Kirchtanne wurden 1976 vom Forstamt Seeheim-Jugenheim übernommen. Bedingt durch diese Umorganisation wurden auch die Bezirke z.T. neu gegliedert. Dies war besonders im Bereich des ehemaligen Forstamtes Kranichstein der Fall. Das Forstamt Darmstadt gliederte sich folglich in acht Forstbezirke: Böllenfalltor, Bessunger Forst, Tanne, Weiterstadt, Bayerseich, Einsiedel, Kranichstein und Messel.
Im Bereich der kommunalen Forstbewirtschaftung war das Forstamt für die Städte Griesheim, Weiterstadt und Darmstadt sowie für die Gemeinden Erzhausen, Egelsbach, Gräfenhausen (heute Stadtteil von Weiterstadt) und Wixhausen (heute Stadtteil von Darmstadt) verantwortlich. Vermutlich ab 1992 entfiel die Betreuung der kommunalen Waldungen für die Gemeinden Egelsbach, Gräfenhausen und Wixhausen.
Im Rahmen der Neuordnung der hessischen Forstverwaltung im Jahr 1996 wurde das Forstamt um ein Forstrevier reduziert. Nach der Umstellung der hessischen Landesforstverwaltung auf den Landesbetrieb Hessen-Forst im Jahr 2001 ist das Forstamt Darmstadt heute (Stand 2014) in folgende Forstreviere untergliedert: Weiterstadt, Kranichstein, Bessunger Forst, Mühltal, Ober-Ramstadt, Modautal, Seeheim-Jugenheim, Pfungstadt und Griesheim. Die kommunale Forstbewirtschaftung übernimmt das Forstamt für die Städte Darmstadt, Pfungstadt, Weiterstadt, Griesheim und Ober-Ramstadt und für die Gemeinden Alsbach-Hähnlein, Seeheim-Jugenheim, Bickenbach, Erzhausen, Modautal und Mühltal.
Die Besetzung des Leiters des Forstamtes Darmstadt nach 1945 ist erst ab 1960 nachvollziehbar. Nachdem die Stelle bis mindestens 1961 vakant war, leitete Oberforstmeister Hans-Dieter Schmitt (nachgewiesen ab 1967) das Forstamt bis in die 1980er Jahre (einschließlich 1981). Sein Nachfolger (nachgewiesen ab 1988) war Forstdirektor Dr. Arnulf Rosenstock, der diese Stelle bis mindestens 2005 innehatte. Für das Jahr 2014 kann Hartmut Müller als Forstamtsleiter belegt werden.

Enthält

Der Bestand H 37 Darmstadt umfasst die Überlieferung des Forstamtes Darmstadt von 1945 bis 2003 und beläuft sich auf ca. 6 lfm (Stand 2014). Die Akten und Amtsbücher geben vorwiegend Aufschluss über die Forsteinrichtung und die Forstbewirtschaftung. Forstkarten wurden aus konservatorischen Gründen dem Bestand entnommen und unter Anwendung von Verweisen der Sammlung P zugeordnet.

Literatur

HStAD H 37 Darmstadt Nr. 131 (Betriebsgeschichte)

HStAD H 37 Darmstadt Nr. 68 (Aktenplan)

www.hessen-forst.de (Stand: 9.5.2014)

Suchan, Hans Joachim (Hg.): Die Bundesrepublik Deutschland Staatshandbuch. Hessen. Verzeichnis der Behörden und Gemeinden mit Aufgabenbeschreibungen und Adressen, Köln: 1996

Dienstakte des Hessischen Staatsarchiv Darmstadts zum Forstamt (AZ 426/6 Darmstadt)

Findmittel

Arcinsys-Datenbank

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

6,25 m

Referent

Karina Jaeger

Bearbeiter

Christine Schade