HHStAW Bestand 2023

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Land- und Forstwirtschaftskammer Hessen-Nassau

Laufzeit

1955-1964

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

Zugang 90/1997

Geschichte des Bestandsbildners

Die Gründung der deutschen Landwirtschaftskammern reicht ins 19. Jahrhundert zurück. Wegen des Abbaus von Einfuhrzöllen auf Vieh, Holz und Getreide und einer weltweiten Getreideschwemme brachen die Erlöse für landwirtschaftliche Produkte ein. Um die heimische Landwirtschaft zu fördern und ihre Arbeitsleistung der Volkswirtschaft zu erhalten, ermöglichten die preußischen Provinzen die Einrichtung von Landwirtschaftskammern. Fortschrittliche Landwirte versprachen sich davon stärkeres Gewicht in Politik und Öffentlichkeit.
1820 kam es zur Gründung des Landwirtschaftlichen Vereins für das Herzogtum Nassau durch Wilhelm Albrecht, der durch Reskript der Landesregierung damit beauftragt worden war.
Berufsständische Organisationen zur Durchsetzung agrarpolitischer Forderungen der Landwirtschaft kamen gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf. Man geht davon aus, dass schon bald nach der Gründung des Landbundes im Jahr 1893 auch in Nassau eine solche Organisation gegründet wurde. Genaue Unterlagen hierüber fehlen. 1894 wurde die erste Kammer in Bremen gegründet. Nach und nach übernahmen auch die übrigen deutschen Länder diese Idee. 1896 fand die konstituierende Sitzung der Landwirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Wiesbaden im Wiesbadener Rathaus statt. 1927 existierten in allen Ländern des deutschen Reiches Landwirtschaftskammern. Während der nationalsozialistischen Diktatur wurden die Landwirtschaftskammern in den Reichsnährstand eingegliedert und damit gleichgeschaltet. Nach dem Krieg wurden nicht in allen Bundesländern wieder Landwirtschaftskammern eingerichtet.
Landwirtschaftskammern waren Einrichtungen zur Vertretung und Regelung von Interessen der Land- und Forstwirtschaft. Sie waren in den nördlichen und westlichen Bundesländern eigenverantwortliche, öffentlich-rechtliche Körperschaften, welche die Interessen ihrer Mitglieder vertraten. Diese waren die Angehörigen der so genannten grünen Berufe: Landwirt, Winzer, Gärtner, Pferdewirt, Tierwirt, Forstwirt, Revierjäger, Hauswirtschafter, Molkereifachmann, Milchwirtschaftlicher und Veterinärmedizinischer Laborant, Landwirtschaftlicher Brenner, Fachkraft Agrarservice.
Durch die Übertragung hoheitlicher Aufgaben waren die Kammern zugleich auch Agrarverwaltung.
Oberstes Entscheidungsgremium war die Haupt- oder Vollversammlung. Die Mitglieder wurden gewählt und nahmen ihr Mandat ehrenamtlich war. Sie legten die Richtlinien für die zu erledigenden Aufgaben fest. Die Kammerversammlung wählte den Präsidenten. Der Präsident war Vorsitzender der Hauptversammlung und des Hauptausschusses, er übte die oberste Dienstaufsicht aus.
Der Direktor der Landwirtschaftskammer war Dienstvorgesetzter der Beamten, Angestellten und Arbeiter und gleichzeitig Beamter des jeweiligen Bundeslandes. Finanziert wurde die Arbeit der Landwirtschaftskammern über finanzielle Beiträge des jeweiligen Bundeslandes für die übertragenen staatlichen Aufgaben, Mitgliedsbeiträge der landwirtschaftlichen Betriebe, die so genannte Umlage und Einnahmen aus Dienstleistungen.
Die Aufgaben der Landwirtschaftskammern umfassten Förderung und Betreuung der Landwirtschaft einschließlich Forstwirtschaft, Garten-, Obst- und Weinbau sowie Binnenfischerei in den Bereichen Produktionstechnik, Vermarktung, Ausbildung, Beratung und Forschung. Die hessischen Landwirtschaftskammern wurden mit Gesetz vom 22.07.1969 mit Wirkung zum 01.01.1970 aufgelöst. Die Aufgaben der Landwirtschaftskammern sollten auf das Land Hessen übergehen; seitdem gibt es in Hessen nur noch eine staatliche Agrarverwaltung.

Enthält

Buchführungsergebnisse landwirtschaftlicher Betriebe 1955-1964.

Literatur

Georg Wagner, Zur Geschichte der Landwirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Wiesbaden 1895-1933, in Nassauische Annalen 109, 1998.

Gesetz über die Landwirtschaftskammern vom 30.06.1894, Gesetzessammlung für die königlich-preußischen Staaten 1894, Nr. 9686.

Findmittel

Abgabeliste

Online-Datenbank (Arcinsys)

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

0,1 lfm (5 Nummern)

Bearbeiter

Carl Christian Wahrmann, 2016

Benutzung

Nutzung nach dem Hessischen Archivgesetz