HHStAW Bestand 1146

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Mühlen- und Hammerwerke Niedernhausen

Laufzeit

1702-1806

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

Zugang 21/1960

Geschichte des Bestandsbildners

Hütten- u. Hammerwerke:
Die Eisengewinnung in Niedernhausen reicht bis in das Mittelalter zurück.
1680 entstanden in der Gemeinde Niedernhausen, wahrscheinlich am unteren Theißbach, eine Eisenhütte zur Roheisengewinnung und ein Hammerwerk.
In den folgenden Jahren wurden die Hütten- und Hammerwerke an wechselnde Pächter zumeist in Erbpacht vergeben.
1727 übernahm die Landesherrschaft die Werke und stellte sie unter staatliche Verwaltung.
1735 wurde die Schmelze abgebrochen.
1761 befand sich der Eisenhammer in solch schlechtem Zustand, dass Restaurierung und Neubau gegeneinander abgewogen wurden. Außerdem machten niedrige Eisenpreise und Diebstähle dem Hammerwerk zu schaffen (einerseits bedienten sich Mitarbeiter bei den Eisenvorräten selbst, andererseits plünderten französische Soldaten 1795 und 1797 die Hammerwerke).
Zur Zeit des Rheinbundes arbeiteten die Hammerwerke unter dem Namen 'Domanial-Eisenhammer' weiter.
Die letzte Erwähnung fand 1860 statt, als aufgrund einer Streitsache ein neuer Eichpfahl am Hammerweiher gesetzt wurde.
Herrenmühle:
Bei der Herrenmühle, auch 'Müllersche Hofrait' genannt, handelte es sich um eine Mahlmühle, die die Wasserkraft des Theißbaches nutzte. Sie existierte vermutlich seit Beginn des 17. Jahrhunderts [spätestens 1623].
Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie zerstört und 1675 wieder aufgebaut.
Obwohl die Mühle in Erbleihe verpachtet war, wechselte sie häufig die Besitzer.
1751 beantragte der damalige Pächter Wirtschaftsgerechtigkeit (Schankberechtigung). In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts beantragten die Besitzer die Umwandlung in eine Papiermühle, später in eine Schneidmühle.
Bis 1871 besaß die Herrenmühle Bannrechte, die der damalige Müller aber veräußerte.
1972 wurde die Herrenmühle abgerissen. Sie musste einer Straßenkreuzung weichen.
Neumühle:
Die Neumühle, auch 'Neue Mühle' oder 'Pfaffenmühle' genannt, existierte seit Ende des 17. Jahrhunderts [spätestens 1685].
Auch sie nutzte die Kraft des Theißbaches.
Mitte des 18. Jahrhunderts bestand die Neumühle aus einer Mahl- und einer Ölmühle.
1944 wurde die Neumühle stark von Sprengbomben beschädigt und musste geräumt werden.
Heute befindet sich in dem Gebäude die Bäckerei Debo.
Stand: 2008

Enthält

Geschäftsunterlagen des Fürstlich Nassau-Idstein'schen Hammerwerks und der fürstlichen Domanialmühlen (Herren- und Neumühle) in Niedernhausen:
Hüttenwerk 1702-20
Herrenmühle 1718-1806
Neumühle 1740-46.

Literatur

Eisenschmelze und Hammerwerk zu Niedernhausen. In: Heimatgeschichte Niedernhausen, Bd. 2. Niedernhausen 1987. S. 32-139.

Heimatgeschichte Niedernhausen, Bd. 1-5. Niedernhausen 1986-1991.

Findmittel

Sammelfindbuch (DV-Ausdruck)

Online-Datenbank (Arcinsys)

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

0,1 lfm (1 Nummer)

Benutzung

Nutzung nach dem Hessischen Archivgesetz