HHStAW Bestand 1008

  • Zugeordnete Objekte zeigen
  • Drucken
  • Mit Strg+C oder Rechtsklick kopieren.
    Verlinken
  • Versenden
  • Verbessern

Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Carl Otto Heinrich von Rauschard

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

Zugang aus dem Alten Dillenburger Archiv
Carl Otto Heinrich von Rauschard (1750-1796); Jurist und Nassauischer Archivdirektor zu Dillenburg.
.
Der Nachlass Jacob Friedrich Eberhard stammt wie der Nachlass Carl Otto Heinrich von Rauschard (Abt. 1008) aus dem Dillenburger Archiv. Die beiden Nachlässe sind miteinander vermischt, was wohl auf die Lagerung im Dillenburger Archiv zurückzuführen ist. Einzelne Stücke aus dem Nachlass Rauschard könnten auch auf dem Dienstweg in die Eberhardschen Akten gelangt sein. Dass sich in diesem Bestand auch Teile aus den Nachlässen des Kanzleidirektors Johann Heinrich Archenholz (gest. um 1750) und des badischen Hofrats und Ministers Johann Jacob Reinhard finden, erklärt sich aus den verwandtschaftlichen Beziehungen der Personen.
Johann Heinrich Archenholz war 1736 Seniorat- und Direktorialrat des Gesamthauses Nassau und zuletzt Kanzleirat in Weilburg. 1753 beschäftigte sich eine Kommissionsakte mit seinen Literalien. Da sie nicht mehr vorhanden ist, lässt sich der Weg dieser Papiere nicht mit letzter Sicherheit feststellen. Es ist aber wahrscheinlich, dass ein Teil von ihnen an seinen Schwiegersohn Johann Jacob Reinhard gelangte.
Johann Jacob Reinhard wurde 1714 in Diez geboren und begann seine Beamtenlaufbahn 1734 als nassau-diezischer Regierungs- und Kammerassessor. Vermutlich dort heiratete er eine Tochter von Johann Heinrich Archenholz. Nach 1739 ging er als baden-durlachischer Vertreter an das Reichskammergericht in Wetzlar und wurde 1745 baden-durlachischer Hofrat und Minister in Karlsruhe, wo er 1771 starb. Seine Tochter Wilhelmine Henriette heiratete Jacob Friedrich Eberhard.
Jacob Friedrich Eberhard war 1743 Stadtschreiber in Diez, wurde 1761 zum Justiz- und weltlichen Oberkonsistorialrat befördert, 1771 zum Wirklichen Regierungsrat und 1782 zum Geheimen Regierungsrat ernannt. Nach seinem Tode übernahm sein Schwager, der Hofrat Reinhard in Karlsruhe, die Verwaltung des Nachlasses und bot ihn zusammen mit Teilen aus dem Nachlass des Johann Jacob Reinhard (seines Vaters?) im Jahr 1792 der nassauischen Landesregierung in Dillenburg an. Auf diese Weise gelangte dieser Bestand in das Dillenburger Archiv, wo er zusammen mit dem Nachlaß Rauschard aufbewahrt wurde.
Mit dem Archiv kam er in das Hauptstaatsarchiv Wiesbaden. Das diesem Bestand angeschlossene Faulbacher Archiv gelangte erst sehr viel später in staatlichen Besitz. Es wurde am 20.11.1920 von Eberhards Nachkommen, dem Landeshauptmann a.D. Krekel in Eppstein und seinem Bruder, dem Forstmeister Krekel in Hofheim, den Enkeln des Hauptmanns Dietrich Ernst Eberhard zu Dillenburg, an das Staatsarchiv Wiesbaden übergeben und verkauft (Zugang 30/1920, vgl. auch Abt. 404, Nr. 1508 und 1368). Das Archiv enthält Urkunden, Kopiare und Akten der Familien von Hoenberg, von Langenbach, von Steprodt, von Seraing und Eberhard und betreffen die weitgehend den Hof Faulbach, den Eberhard von den Erben derer von Seraing gekauft hat. Darunter sind einige Urkunden über Landkäufe des Justizrats Georg Adam von Rauschard in Dillenburg. Möglicherweise sind diese Ländereien und damit die Urkunden später durch Kauf in den Eberhardschen Besitz übergegangen. Es ist aber auch nicht ausgeschlossen, dass sie durrch Erbschaft erworben wurden: Die Tochter des Christian Philipp Reichmann zu Reichenau (1731-1816), Philippine Margarethe, war in zweiter Ehe mit einem von Rauschard verheiratet. Ihre beiden Brüder Johann Heinrich (geb. 1760) und August Christian Heinrich (1764-1819) waren nacheinander mit Eberhards Tochter Sophie verheiratet. Das Faulbacher Archiv wurde im Staatsarchiv Wiesbaden zunächst zu der Abteilung VII 5 = 195, danach im Jahr 1924 zu Abt. VII = 170 Faulbach und zuletzt vor 1930 zum Nachlass Eberhard gelegt. 1937, 1940 und 1946 wurden dem Bestand die familiengeschichtlichen Untersuchungen des Kaufmanns Karl Friedrich Eberhard (geb. 1846) aus Frankfurt am Main, ein Nachkomme des Jacob Friedrich Eberhard, beigefügt.

Enthält

Genealogische Studien zu Nassau

Literatur

Otto Renkhoff, Nassauische Biographie, 2. Aufl. Wiesbaden 1992, Nr. 3449.

Findmittel

Findbuch von U. Krüger-Löwenstein und Hellmuth Gensicke, 1971 (masch.)

Online-Datenbank (Arcinsys)

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

0,8 m (9 Nummern)

Bearbeiter

U. Krüger-Löwenstein und Hellmuth Gensicke, 1971

Rouven Pons, 2013

Benutzung

Nutzung nach dem Hessischen Archivgesetz