HHStAW Bestand 816/2

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Staatliche Zeichenakademie Hanau

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

Zugang 41/2000

Geschichte des Bestandsbildners

Die 'Staatliche Zeichenakademie Hanau', Berufs-, Berufsfach- und Fachschule für edelmetallgestaltende Berufe, ist eine der ältesten Ausbildungsstätten für Goldschmiede in Europa. Sie wurde am 20.07.1772 von Erbprinz Wilhelm IX. von Hessen-Kassel als 'Academie der Zeichenkunst' gegründet. In den Kursen wurde nach Vorlagen gezeichnet, um den Goldschmieden ein Formgefühl zu vermitteln. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Unterrichtsangebot u.a. um Modellierung, Bildhauerei und Emailmalerei erweitert. In preußischer Zeit wurde die Schule zur 'Königlich Preußischen Zeichenakademie'. 1880 erhielt die Zeichenakademie ein neues Schulgebäude. Das Angebot der Schule wurde um praxisorientierte Fächer wie Gravieren, Ziselieren und Bijouteriezeichnen erweitert. 1889 wurde die erste Bijouteriewerkstatt eingerichtet, womit sich die Kunstschule deutlich in Richtung einer Fachschule für Edelmetallgestaltung entwickelte. Seit 1902, nach Einführung weiterer praktischer Kurse, führt die Schule den Beinamen 'Fachschule für Edelmetallindustrie'. Mit der Einrichtung von Werkstätten um 1900 kamen zusätzlich zu den Lehrlingen und Gesellen auch Tagesschüler in Vollzeitunterricht an die Zeichenakademie. Sie erhielten theoretischen und praktischen Unterricht. 1923 wurde die Prüfung nach dreijähriger Ausbildung an der Zeichenakademie der Gesellenprüfung gleichgestellt. Von 1936 bis zum Kriegsende beschränkte sich die Aufgabe der Zeichenakademie, die in dieser Zeit 'Meisterschule für das Deutsche Edelmetall-Handwerk' hieß, auf die Ausbildung von Meistern. Mit Kriegsausbruch verpflichteten sich sowohl Lehrer als auch Schüler zu halbwöchigen 'Kriegseinsätzen' in Form von Lötarbeiten. Bei der Zerbombung des Schulgebäudes 1945 gingen Ausstattung und Archiv verloren. Nur die Bibliothek konnte gerettet werden. Bereits 1947 wurde der Unterricht in Räumen der Handelskammer wieder aufgenommen. Die Schüler beteiligten sich in dieser Zeit an den Enttrümmerungsarbeiten am ursprünglichen Gebäude. Mit Unterstützung des 1951 gegründeten Fördervereins 'Gesellschaft der Freunde der Zeichenakademie', der Industrie und der Berufsverbände konnte das Hauptgebäude bis 1953 weitgehend wiederhergestellt werden. Bereits 1949 erhielt die Schule den Namen 'Staatliche Zeichenakademie für das Edelmetallgewerbe', um ihren Charakter als Fachschule herauszustellen. 1965 erkannte das Arbeitsamt die Förderfähigkeit der Einrichtung an. Die Zeichenakademie als Fachschule wurde 1972 von drei auf vier Semester erweitert. 1979 erhielt die Zeichenakademie einen Neubau für Verwaltung und theoretischen Unterricht. 2005 wurde ein weiterer Neubau mit Unterrichtsräumen und einem Forum eingeweiht. Die Zeichenakademie Hanau ist heute eine Berufliche Schule mit der Rechtsstellung einer staatlichen Technikerschule. Sie bildet als Berufschule in Teil- oder Vollzeit in den edelmetallgestaltenden Berufen aus. Der Berufsfachschulabschluss an der Zeichenakademie ist der Gesellenprüfung gleichgestellt. In der Fachschule kann parallel zur Ausbildung zum staatlich geprüften Gestalter auch der Meisterbrief erworben werden.
Direktoren: Jean Louis Gallien (1772-1806)
Konrad Westermayr (1806-1834)
Theodor Pelissier (1837-1863)
Karl Hausmann (1863-1886)
Max Wiese (1886-1905)
August Offterdinger (1906-190?)
Ernst Petersen (190?-1909)
Hugo Leven (1909-1933)
Alfred Benninghoven (1933-1934, kommissarisch)
Emil Lettré (1934-1936)
Hermann Wandinger (1936-1941)
Bernd Oehmichen (1941-1945, erst stellvertretend, dann kommissarisch)
Werner Canthal (1946-1947, [kommissarisch])
Völger (1947-1948, [kommissarisch])
Hugo Leven (1948-1950, [kommissarisch])
Bernd Oehmichen (1950-1967)
Walter Dennert (1967-1989)
Hermann Schadt (1989-[2001])
Gabriele Jahns-Duttenhöfer (seit 2001)

Literatur

Schadt, Hermann: 222 Jahre Zeichenakademie Hanau. Zwischen Kunst und Handwerk. Stuttgart 1994.

Findmittel

Online-Datenbank (Arcinsys)

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

7,75 lfm