HStAD Bestand B 15

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Urkunden der Familie v. Dalberg (Kämmerer v. Worms gen. v. Dalberg)

Laufzeit

(1165), 1219 - 1823

Siehe

Korrespondierende Archivalien

Siehe auch die Bestände O 1 A (Familienarchiv v. Dalberg), O 1 B Nr. 2 (Kopialbuch Bechtolsheim des 16. Jh.), Nr. 3 (Dalberger Zins- und Gültbuch des 16. Jh.), Nr. 4 (Zinsbuch des Kaplans Johann Undenheimer zu Oppenheim), Nr. 19 (Herrnsheimer und Gabsheimer Ordnungen, 17. Jh.), Nr. 26 (Mainzer Bestandsbriefe 17./18. Jh.) und Nr. 29 (Dalberger Präsentationsbüchlein von 1549) (alle in oben gen. Urkundenregesten ausgewertet), E 12 Nr. 62-63 (Akten v. Dalberg) sowie Bestand R 21 G (Siegelkartei). Weitere Dalberger Urkunden siehe unter den obigen Findmittelangaben

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

Es handelt sich bei diesem Bestand um die erhaltenen, namentlich rheinhessischen Betreffe des ehemals in Aschaffenburg lagernden Urkundenarchivs der Freiherren von Dalberg, das ursprünglich etwa 3.600 Urkunden umfasste. Nach den erhaltenen Akzessionsnummern sind 179 Stück von ihnen wohl bereits 1877 ins Großherzoglich-Hessische Staatsarchiv gelangt; ein weiteres Stück kam 1887 hinzu. 1918 erfolgte dann eine größere Abgabe tauschweise in das gleiche Archiv. Sie enthielt die auf Rheinhessen bezüglichen über 1.100 Urkunden, die den Kern des heute noch vorhandenen Dalberger Urkundenbestands bilden (Nr. 1-1128). Einige wenige Urkunden kamen 1931 und 1933 hinzu. Der größere Rest des Dalberger Urkundenarchivs wurde 1935 an das Staatsarchiv abgegeben, fiel aber den Folgen der Bombardierung von Darmstadt im September 1944 zum Opfer. Es waren dies die Urkunden zum Familienbesitz im Bereich Unterfranken, Urkunden der Familien v. Ostein und v. Berlepsch (ca. 2.400 Stück, davon ca. 30 Urkunden der Oberrheinischen Reichsritterschaft). Den erhaltenen Bestand der rheinhessischen Betreffe - ebenso wohl auch die übrigen Betreffe - verzeichnete Wilhelm Martin Becker noch vor dem Krieg kursorisch. Die handschriftlichen Vermerke auf den Urkundenhüllen wurden 1974/75 von Albrecht Eckhardt abgeschrieben und leicht modernisiert. Durch seinen Weggang nach Oldenburg konnte die beabsichtigte Überarbeitung jedoch nicht mehr fortgeführt werden. Für einen Teil der verlorenen Urkunden konnte eine handschriftliche Regestenkartei von Heinrich Büttner aus dem Jahr 1939 aufgefunden werden (C 21 Nr. 139). Es sind dies etwa 100 Urkunden des Archivs der Grafen v. Ostein, die 1811 im Erbwege mit etwa 200 weiteren über Friedrich v. Dalberg-Ostein in das Dalbergische Archiv gelangt waren. Ab 1979 wurde der Bestand von Friedrich Battenberg unter Einbeziehung kopialer Überlieferung sowie von Dalbergischen Urkunden anderer Archive neu verzeichnet.

Enthält

Der Bestand, dessen Schwerpunkte sich zeitlich recht gleichmäßig auf das 15. und 16. Jahrhundert verteilen, umfasst vor allem Urkunden über die rheinhessischen Besitzungen und Rechte der Familie der Kämmerer v. Worms gen. v. Dalberg um die Freie Reichsstadt Worms, die Herrschafts- und Nutzungsrechte in Gabsheim, Guntersblum, Herrnsheim, Heßloch, Hochheim, Horchheim, Pfiffligheim, Ruppertsberg und Weinolsheim, ganerbschaftliche Beteiligungen an Mommenheim, Bechtolsheim und Dittelsheim sowie weitere Rechte in den Städten Oppenheim und Nierstein (vor allem Lehns-, Kauf- und Gültbriefe, auch einige Privilegien). Als Vorprovenienzen sind einige Urkundenkomplexe der ritterschaftlichen Familien v. Bechtolsheim, v. Dirmstein, zum Jungen, v. Kropsbach, v. Scharffenstein, v. Undenheim, Vetzer v. Geispitzheim, v. Wachenheim und Zöller v. Neuleiningen im Dalberger Urkundenbestand enthalten. Bei der ältesten Urkunde des Archivs handelt es sich um einen Lehnsbrief für Ritter Gerhard v. Worms von 1219 (Nr. 1). Erwähnenswert sind ein Weistum über die Rechte der Burgmannen von Oppenheim von 1419 (Nr. 158), Schieds- und Appellationsbriefe zu einem im Auftrag von Kaiser Maximilian I. 1509 entschiedenen Streit zwischen den Kämmerern v. Worms und der Reichsstadt Worms (Nr. 532f., 537, 539).

Literatur

Heinrich Büttner, Verschwundene Mainzer Geschichtsquellen, in: Mainzer Zeitschrift Jg. 41-43 (1946-1948), Mainz 1950, S. 106-108; Wilhelm Franck, Geschichte der ehemaligen Reichsstadt Oppenheim, Anhang: Urkundenbuch, Darmstadt 1859; Alexander Kaufmann, Sechs Kaiserurkunden aus dem Freiherrlich v. Dalbergschen Archiv in Aschaffenburg 1236-1314, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins Bd. 25, 1873, S. 122-128; Hans-Bernd Spies, Die Überführung des Dalberg-Archivs von Aschaffenburg nach Darmstadt (1934), in: Archiv für hessische Geschichte Bd. 55, 1997, S. 209-223; Urkundenbuch der Stadt Worms, Bd.1-2 (627-1400), bearb. von Heinrich Boos, Berlin 1886-1890

Findmittel

Online-Datenbank (HADIS)

Gedrucktes Findbuch mit Vorbemerkung (Chronologische Urkundenregesten, durch die auch die im Stadtarchiv Worms, in der Bayerischen Staatsbibliothek München, im Kunsthaus Heylshof zu Worms, im Pfarrarchiv Herrnsheim sowie im freiherrlich-v. Franckensteinischen Archiv zu Ullstadt lagernden Urkunden der Kämmerer v. Worms gen. v. Dalberg erfasst werden. Einbezogen wurden auch die Urkundenabschriften der Kopiare in Bestand O 1 B sowie die Regesten verlorener Dalberger Urkunden; mit Stammtafeln und Indices): Dalberger Urkunden. Regesten zu den Urkunden der Kämmerer von Worms gen. v. Dalberg und der Freiherren von Dalberg 1165-1843, Bd. 1-3, bearb. von Friedrich Battenberg (Bd. 2/2 unter Mitarbeit von Margit Rinker-Olbrisch), Darmstadt 1981 (Repertorien des Hessischen Staatsarchivs Darmstadt 14/1-3).

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

31, 5 m, 1.251 Stück

Referent

Lars Adler