HHStAW Bestand 427

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Konsistorium Wiesbaden

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

Zugänge 1900, 1907 und 1918

Geschichte des Bestandsbildners

Durch Verordnung vom 22.9.1867 (Preuß. Gesetzslg. S. 1569; Beilage zum Intelligenzblatt für Nassau 1867 S. 1026) wurde für den Regierungsbezirk Wiesbaden in Abänderung der Kirchenverfassung des Herzogtums Nassau (Abt. 270 und 271) und Hessen-Homburg (Abt. 314) ein Ev. Konsistorium errichtet. Es stand unter Leitung eines Mitglieds der Regierung als Präsidenten. Ihm waren der Generalsuperintendent, ein Justiziar und Konsistorialräte beigeordnet. Dem weiteren Ausbau der Kirchenverfassung im Regierungsbezirk dienten die Kirchen- und Synodalordnung vom 4.7.1877 mit Berichtigung vom 27.7.1877 (Preuß. Gesetzslg. S. 181 ff., 213) und das Kirchenverfassungsgesetz vom 6.4.1878 (ebd. S. 145ff.). Am 9.8.1878 (ebd. S. 287 ff.) erging ein Gesetz über die Ausübung der Rechte des Staates gegen die Kirche im Amtsbezirk Wiesbaden durch den Minister der geistlichen Angelegenheiten, den Oberpräsidenten und den Regierungspräsidenten. Gemäß Art. 29 des vorgenannten Gesetzes vom 6.4.1878 gingen durch Verordnung vom 9.6.1879 (ebd. S. 365) die bisherigen Rechte der Regierung gegen die Kirche auf das Konsistorium über. Von ihm wurde der Nassauische Ev. Zentralkirchenfonds verwaltet. Dessen Wirksamkeit und die der Nassauischen Ev. Pfarrwitwen- und -waisenkasse wurde durch Gesetz vom 28.3.1883 (ebd. S. 28) auf die vormals Hessischen Teile des Konsistorialbezirks Wiesbaden ausgedehnt. Für die lutherischen und reformierten Kirchengemeinden Frankfurts, das nicht zum Amtsbezirk des Konsistoriums Wiesbaden gehörte, wurde 1899 ein eigenes Konsistorium begründet. Die Revolution von 1918/19 beseitigte das landesherrliche Kirchenregiment. Die Ev. Landeskirche in Nassau gab sich am 5.12.1922 eine eigene Verfassung, die durch das Staatsgesetz vom 8.4.1924 (ebd. S. 221 ff.; Kirchl. Amtsblatt S. 49 ff.) anerkannt wurde und zum 25.2.1925 in Kraft trat (Kirchl. Amtsblatt S. 13). An die Stelle des Konsistoriums Wiesbaden trat das Ev. Landeskirchenamt. Nachfolger wurde 1933 die Ev. Landeskirche Nassau-Hessen und 1945 die Ev. Landeskirche in Hessen-Nassau in Darmstadt mit eigener Archivverwaltung.

Enthält

Akten: Generalia 1869-85
Personalakten 1870-80
Prüfungsarbeiten der ev. Kandidaten der Theologie 1867-77
Kirchenrechnungen 1885/86-1905/06

Literatur

Kirchliches Amtsblatt. Gesetz- u. Verordnungsblatt für den Amtsbezirk des (Kgl.) Konsistoriums zu Wiesbaden (ab März 1925 der Ev. Landeskirche in Nassau), 1868-1933

Staats- u. Kommunal-Adreßbuch f. d. Regierungsbezirk Wiesbaden, 1870 ff.

LebeR, Reichs-, Staats- u. Kommunal-Handbuch, 1927

Ferdinand Wilhelmi, Kirchenrecht im Amtsbezirk des Konsistoriums zu Wiesbaden, 1887, Erg.-Heft 1894

Fritz Grünschlag, Die rechtliche Stellung der nassauischen Landeskirche, 1916

Heinrich Schlosser, Festschrift zur Hundertjahrfeier der Union in Nassau, 1917, S. 67-94.

Steitz, Geschichte S. 396 ff.

Hans-Ulrich Klose, Die Rechtsbeziehungen zwischen dem Staat u. den Ev. Landeskirchen in Hessen, 1966.

Findmittel

Online-Datenbank (Arcinsys)

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

9,375 m