HHStAW Bestand 350

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Amt Nassau (dreiherrisch)

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

In den aus den drei, zuletzt zwei Amtsregistraturen gebildeten Pertinenzbestand wurden im 19. Jh. in großem Umfang Akten fremder Provenienz, vor allem der Zentralbehörden von Nassau-Weilburg, Nassau-Idstein-Usingen und Nassau-Oranien, aber auch etwa der Abtei Arnstein eingemischt, von denen die oranischen Akten in die Abt. 172 zurückgenommen wurden. Der ebenfalls nach Pertinenz gebildete Urkundenbestand enthält auch die Urkunden für den Anteil am Vierherrischen und die Vogtei Ems und an weiteren Provenienzen Urkunden des Erzstifts Trier und von St. Kastor in Koblenz.

Geschichte des Bestandsbildners

Das um die Burg Nassau erwachsene Amt war seit der Landesteilung von 1255 gemeinsamer Besitz der walramischen und ottonischen Linie der Grafen von Nassau. Die walramische Hälfte wurde bald nach 1354 zwischen Nassau-Idstein und Nassau-Weilburg erneut aufgeteilt. Die Anteile wechselten mehrfach ihre Besitzer. Die Viertel von Nassau-Idstein-Wiesbaden und Nassau-Weilburg-Saarbrücken waren von 1605 bis 1629 vereinigt, dann jedoch erneut auf Nassau-Weilburg und Nassau-Idstein, später Nassau-Usingen, aufgeteilt, bis Nassau-Usingen 1781 den Weilburger Anteil durch Tausch an sich brachte. Die ottonische Hälfte gehörte 1303 bis 1374 Nassau-Hadamar, 1374 (bzw. 1394)-1607 Nassau-Dillenburg und von 1607-1806 Nassau-Diez, später Nassau-Oranien. Zum Dreiherrischen Amt Nassau gehörten die Gerichte: a) Nassau mit Bergnassau, Dienethal, Hömberg, Misselberg, Oberwies, Scheuern, Sulzbach und Untergutenau, b) Dausenau mit Bad Ems (Anteil), Kemmenau (Anteil), Mauch und Zimmerschied. Zum ottonischen, zuletzt oranischen Anteil gehörten der nassauische Anteil an der Vogtei Ems (s. Abt. 355) sowie anfangs und erneut seit 1780 das zeitweise zum Amt Diez verwiesene Obernhof.

Enthält

164 Urkunden 1154 (wohl 1945 in Verlust geraten) 1158-1797
29,75 m Akten (1255-1384) 1414-1818, vorwiegend 17. und 18. Jh., meist über Amtsverwaltung, Kondominatsverhältnisse, adlige Gerichtsherren, Kriegslasten, Finanzwesen, Domänen, Mühlen, Steuern, Leibeigenschaft, Justizwesen, Kirche und Schule, Juden, Post, Handel, Gewerbe und Zünfte, Forst und Jagd, Bergbau und Hütten, Bauwesen, auch Straßenbau mit reichhaltigen Ortsakten. Darin: Amtsbeschreibungen 1631 ff., Bergbau 1625 ff. Die Rechnungen liegen in Abt. 351.

Literatur

Gensicke, Landesgeschichte, S. 399, 424/25, 430/31, 460-61.

Findmittel

Urkunden: Repertorium von Engelbert, 1963 (masch.)

Akten: Repertorium von Hagemann, 1894/95 (hs.)

Online-Datenbank (Arcinsys)

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

31,8 m (162 Urkunden; 29,75 m Akten)