HHStAW Bestand 310

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Landgrafschaft Hessen-Homburg (Kernbestand)

Siehe

Korrespondierende Archivalien

Abschriften von 140 der 1945 verlorenen Urkunden siehe Abt. 3002 XVIII, 1

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

Als die Landgrafschaft im Jahr 1866 an Preußen fiel, gelangten in der Folgezeit die Urkunden und Akten an das Staatsarchiv Wiesbaden. Bei Auslagerungen während des Zweiten Weltkriegs gingen 1945 sämtliche Urkunden und ein großer Teil der wertvollsten Akten verloren. Die Akten über Staatsverfassung und -verwaltung, Adels- und Lehnsangelegenheiten, Statistik und außenpolitische Beziehungen gerieten vollständig in Verlust, während diejenigen über Militär- und Finanzwesen und Unterrichtsangelegenheiten teilweise fehlen. 140 Urkunden in Hausangelegenheiten sind abschriftlich im Kopialbuch Abt. 3002 XVIII,1 aus dem 18. Jh. erhalten. Die Urkunden des Bestandes im HHStAW wurden im Jahr 2013 mit Fördermitteln der DFG retrokonvertiert.
Das Hausarchiv der Landgrafen befindet sich im Hessischen Staatsarchiv Darmstadt, die Akten des Oberamtes Meisenheim liegen heute im Landeshauptarchiv Koblenz.

Geschichte des Bestandsbildners

Seit 1502 gehörten Burg und Amt Homburg (heute Bad Homburg v. d. Höhe) zur Landgrafschaft Hessen, seit 1622 regierte hier, zunächst noch unter der Oberhoheit von Hessen-Darmstadt, die Nebenlinie Hessen-Homburg. Ihren Kampf um die Landeshoheit schlossen die Homburger Landgrafen auf dem Wiener Kongreß 1815/16 mit der Wiederherstellung der Landgrafschaft und der Aufnahme in den Deutschen Bund erfolgreich ab. Als die Homburger Linie 1866 erlosch, fiel die Landgrafschaft Hessen-Homburg an das Großherzogtum Hessen und wurde noch im gleichen Jahr von Preußen annektiert. Das kleine Territorium umfaßte am Ende des Alten Reiches die Orte Dillingen (erst 1804 neu gegründet), Dornholzhausen, Espa, Friedrichsdorf, Gonzenheim, Homburg v. d. H., Köppern, Oberstedten, Petterweil (halb) und Seulberg. Durch einen Vertrag mit Nassau vom 26. April 1803 tauschten die Landgrafen den nassauischen Ort Kirdorf gegen das 1785 erworbene Dorf Espa ein. 1815 blieb Petterweil bei Hessen-Darmstadt. Hinzu kam aber 1815 das Oberamt Meisenheim an der Glan.

Enthält

Akten 1515-1872: u.a. über Kriegsangelegenheiten (seit dem Dreißigjährigen Krieg), Finanzverwaltung (ab 1576), Domänen und Regalien (ab 1526), Steuern und sonstige Staatseinkünfte (ab 1531), Staatsschulden (ab 1681), Landesbankangelegenheiten (ab 1853), Finanzbeamte (17. und 18. Jh.), Armenwesen und milde Stiftungen (ab Ende 16. Jh.), Gemeindeverwaltung (ab 1607), Pressewesen (18.-19. Jh.), Sittenpolizei (ab Ende 16. Jh.), Judensachen (ab 1584), Medizinalwesen (18.-19. Jh.), Bäder, Mineralbrunnen und die Kur in Bad Homburg (19. Jh.), Wirtschaftspolitik, insbesondere Anschluß an den Deutschen Zollverein (19. Jh.), Eisenbahn- und Telegrafenwesen (19. Jh.), Handel und Industrie (18.-19. Jh.), Zunftwesen (ab 1515), Ablösung der Zehnten und Grundrenten (19. Jh.), Beziehungen zu auswärtigen Staaten (19. Jh.) und Akten über einzelne Gemeinden (ab 16. Jh.).
Verlust: Justizwesen (ab 16. Jh.), Verfassung und Verwaltung der Kirchen und verschiedener Sekten, weitgehend auch Schulwesen.

Literatur

Geschichte der Stadt Homburg vor der Höhe. Band 1 und 2, bearb. von F. Lotz, Bad Homburg 1964 und 1974; Band 3 und 4, bearb. von H. Grosche, Frankfurt 1986 und 1993.

Findmittel

Urkunden: Repertorium von Hagemann 1883 (hs.)

Akten: Repertorium von Hagemann 1881/1882 (hs.)

Online-Datenbank (Arcinsys)

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

68,1 m

Bearbeiter

Hagemann, 1881-1883

Filmkopien

Fiches (kompletter Bestand)

Deskriptoren

Bad Homburg v.d.H.

Dillingen

Dornholzhausen

Espa

Friedrichsdorf

Gonzenheim

Köppern

Oberstedten

Petterweil

Seulberg

Kirdorf

Meisenheim

Informationen / Notizen

Zusatzinformationen

Die mit "Dep." (Deperditum) bezeichneten Verzeichnungen fehlen im Bestand und können nicht vorgelegt werden (1196 Verzeichnungen).