HHStAW Bestand 27

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Gemünden, Chorherren

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

Das Stiftsarchiv wurde 1568 von den Landesherren nach Westerburg geholt. Die Abgabe an Kurtrier von 1632 scheint bei Veränderung der politischen Lage rückgängig gemacht worden zu sein. Die in Westerburg vorhandenen Archivalien von Gemünden wurden in das gräfliche Archiv einbezogen und erlitten dort noch nach 1882 Verluste. Nach Übernahme des Leiningen-Westerburger Archivs 1932 wurde der Archivfonds, vermehrt durch eine Ablieferung von 1938 seitens Hessen-Darmstadts (aus 1921 erworbenen Leiningen-Westerburger Archivalien der leiningenschen Herrschaft Ilbenstadt) rekonstruiert und der bisher fast nur aus Kopien bestehende Klosterbestand in Wiesbaden aufgefüllt.

Geschichte des Bestandsbildners

Das St. Severusstift ist eine Gründung des Konradinergrafen Gebhard, der das 845 von ihm errichtete Stift Kettenbach bald darauf nach Gemünden verlegte, wo die Kirche 879 vom Trierer Erzbischof in Gegenwart König Ludwigs III. geweiht wurde. Die Besetzung der Propstei stand noch 1336 dem König zu. Sie ging dann auf die Herren von Westerburg (spätere Grafen von Leiningen-Westerburg) über, die im 'Bifang' des Stifts neben den Herren von Runkel (späteren Grafen von Wied-Runkel) ihre Landesherrschaft begründeten. Am Stift bestanden 12 Kanonikate (einschließlich Propst und Dekan) und vier Vikarien. Zum Besitz des Stifts gehörten Zehnten zu Kettenbach und Lierschied sowie Höfe daselbst, zu Rückershausen und Singhofen, auch Weingüter zu St. Goarshausen und Osterspai, ferner der Patronat zu Battenfeld und Biskirchen. 1566-1568 wurde das Stift lutherisch. Es blieb als evangelische Vermögenskörperschaft bis Ende des 18. Jhs. bestehen. 1599 erwarb Westerburg auch den Runkeler Anteil an Gemünden. Kurtrier versuchte 1628-1632 vergeblich, das Stift zu rekatholisieren.

Enthält

Urkunden (845)-1784
Register über Vermächtnisse 1483
Akten 16.-18. Jh.: vor allem Gefälle- und Verwaltungssachen

Literatur

Wolf-Heino Struck: Klöster und Stifte der mittleren Lahn. 2. Die Kollegiatstifte Dietkirchen, Diez, Gemünden, Idstein und Weilburg. Regesten vor 841-1500. Wiesbaden 1959 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau, 12,2).

Wolf-Heino Struck: Die Stifte St. Severus in Gemünden, St. Maria in Diez mit ihren Vorläufern, St. Petrus in Kettenbach, St. Adelphus in Salz. Berlin 1988 (Germania sacra N.F., 25: Die Bistümer der Kirchenprovinz Trier).

Findmittel

Repertorium von Struck, 1952 (masch.)

Online-Datenbank (Arcinsys)

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

0,525 m (110 Urkunden; 0,125 m Akten)

Deskriptoren

Gemünden bei Westerburg

Kettenbach

Lierschied

Rückershausen

Singhofen

St. Goarshausen

Osterspai

Battenfeld

Biskirchen

Ilbenstadt