HStAM Bestand Urk. 47

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Hospitäler - [ehemals: Urkunden A IV]

Laufzeit

1316-1675

Siehe

Korrespondierende Archivalien

Zu Hospital Biedenkopf: Best. 330 Stadt Biedenkopf; K 186.
Zu Hospital Gudensberg: Urk. 87 [ehemals Urk. X 2 Pfarrei Gudensberg]; Best. 330 Stadtarchiv Gudensberg.
Zu Hospital Homberg: Best. 330 Stadt Homberg.
Zu Hospital/Siechenhof Kassel: Best. 330 Kassel.
Zu Hospital Merxhausen: Urk. 38 Kl. Merxhausen [ehemals Urk. A II Kl. Merxhausen] ; X 2 Kl. Merxhausen, 1213-1577; Best. 22 a 2 Merxhausen; Rechn. II Merxhausen (Haina); S 60.
Zu Hospital Spangenberg: Best. 326.12. Milde Stiftung Spangenberg.
Zu Hospital Treysa: Best. 330 Stadt Treysa.

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

Der Bestand gelangte im Wesentlichen über die Stadtarchive in das Kasseler Regierungsarchiv und von dort ins Staatsarchiv Kassel. Ende des 19. Jahrhunderts erfolgte die Überführung ins Staatsarchiv Marburg, wo er nach Ausstellungsdatum chronologisch aufgestellt wurde.
Hospital Biedenkopf:
Wahrscheinlich gelangte bei der Auflösung des Hospitals 1826 das zugehörige Archiv in das Stadtarchiv Biedenkopf, welches 1883 als Depositum im Staatsarchiv Marburg hinterlegt wurde.
Hospital Gudensberg:
1855 schlossen die Stadt Gudensberg und das kurfürstliche Haus- und Staatsarchiv in Kassel einen Depositalvertrag ab, nach dem 111 Urkunden abgegeben wurden. Über das Haus- und Staatsarchiv gelangte dieser Bestand dann Mitte der 1870er Jahre ins Staatsarchiv Marburg. 1909 kam es zu einem zweiten Depositalvertrag mit der Stadt Gudensberg, wonach neun Ratsprotokollen und 71 Pergamenturkunden im Staatsarchiv Marburg deponiert wurden. Ein umfangreicher Rest an Altbeständen verblieb jedoch nach wie vor in Gudensberg. Erst am 29. November 1982 erfolgte in einem dritten Depositalvertrages die Abgabe der noch vorhandenen Archivalien an das Staatsarchiv Marburg. Darin enthalten war auch das nicht unbedeutende Hospitalarchiv, das sowohl aus Aktenschriftgut als auch aus Amtsbuchserien bestand und bis in das 17. Jahrhundert zurückreichte.
Hospital Homberg:
Die Urkunden sind im Zusammenhang mit dem 1892 geschlossenen Depositalvertrag mit der Stadt Gudensberg ins Staatsarchiv Marburg gelangt.
Hospital Kassel:
Die Urkunden gelangten in landgräfliche, später dann in preußische Verwaltung und Ende des 19. Jahrhunderts ins Staatsarchiv Marburg.
Siechenhof Kassel:
Die Urkunden gelangten in landgräfliche, später dann in preußische Verwaltung und Ende des 19. Jahrhunderts ins Staatsarchiv Marburg.
Hospital Merxhausen:
1533 wurde in dem 1527 säkularisierten ehemaligen Augustinerkloster Merxhausen ein Hospital für arme Kranke, Gebrechliche und Geistesgestörte weiblichen Geschlechts gegründet und mit Stiftungsvermögen ausgestattet. Es teilte das weitere Schicksal des Landeshospitals Haina (siehe Bestand 228). Der Bestand wurde von der Verwaltung des Landeshospitals Merxhausen 1879 im Staatsarchiv deponiert, wo er nach Ortspertinenz geordnet und registriert, dann nach Ausstellungsdatum chronologisch aufgestellt wurde.
Hospital Spangenberg:
Das Archiv der Milden Stiftungen befand sich auf dem Dachboden der Pfarrei. Die beiden Urkunden gelangten von dort Ende des 19. Jahrhunderts ins Staatsarchiv Marburg, wo sie nach Ausstellungsdatum chronologisch gelegt, umsigniert, umgetascht und magaziniert wurden. Ein weitere Teil, hauptsächlich Urkunden des Hospitals und des Sondersiechenhauses, kam 1917 und 1932 mitsamt dem Spangenberger Pfarrarchiv in das damalige preußische Staatsarchiv Marburg. Der abschließende Rest wurde nach Abschluß eines Depositalvertarges 1968 abgegeben.
Hospital Treysa:
Eine der beiden Urkunden kam bereits Ende des 19. jahrhunderts ins Staatsarchiv Marburg, die andere Urkunde wurde 1913 vom königlich-preußischen und großherzoglich-hessischen Samtarchiv an das Staatsarchiv Marburg abgegeben.
In den Jahren 2007-2016 wurden die einzelnen Überlieferungen vereinzelt und umverpackt, die Siegel wurden mit Siegeltaschen versehen und die Signaturen wurden auf Numerus Currens umgestellt.

Geschichte des Bestandsbildners

Hospital Biedenkopf:
1417 stiftete der Ritter Gerlach IV. d.Ä. von Breidenbach auf eigenem Grund und Boden am Galgenberg vor den Toren der Stadt ein Siechenhospital. Es wurde 1826 aufgelöst. Bis auf die Hospitalkapelle wurden die Baulichkeiten 1827 auf Abbruch versteigert. Die Stiftung wurde in eine reine Kapitalstiftung umgewandelt und besteht heute noch.
Hospital Gudensberg:
Gegründet Ende des 13. Jahrhunderts. Der alte Hospitalbau in Stein um 1400 ursprünglich für Leprakranke errichtet. Das jüngere Spitalgebäude, 1692 erbaut, bestand aus nebeneinandergereihten gleichförmigen zweigeschossigen Fachwerkhäuschen. Zwei Erweiterungsbauten 1737 und 1777.
Hospital Homberg:
Hospital zum Heiligen Geist in der Neustadt, gegründet 1368 durch Priester Heinrich Bischof, 1532 mit Stiftung der Freiheiterkirche vereinigt, 1563 neue Ordnung des Landgrafen, 1864 Umgestaltung zum Altersheim mit 75 Insassen.
Hospital Kassel:
Hospital St. Elisabeth, vermutlich 1297 durch Mechthild von Kleve, der zweiten Frau des Landgrafen Heinrich I. vor dem Zwehrener Tor gegründet, 1306 zuerst erwähnt, bis zur Gründung der „Freiheit“ außerhalb der Stadtmauer gelegenm 1568-87 auf Befehl Landgraf Wilhelm IV. erneuert und erweitert, später zu Wohnzwecken umgestaltet. 1943 ausgebrant unde 1952 wiedererrichtet.
Siechenhof Kassel:
Ebenso wie das St. Elisabeth-Hospital wurde das Siechenhospital (Heeiligen Geist) gegründet, das vermutlich für Aussätzige bestimmt war. Ersterwähnung 1331, seine Wurzeln reichen aber vermutlich bis ins 13. Jahrhundert zurück.
Hospital Merxhausen:
Ehemaliges Augustinerchorherren (Johannes), gegründet 1213 von Hermann und Dietrich von Blumenstein als Doppelstift. 1489 durch Landgraf Wilhelm II. mit Augustinerchorherren aus Böddeken besetzt und der Windesheimer Kongregation übergeben. 1527 Aufhebung des Klosters, 1533 als Hospital für weibliche Kranke, vorwiegend Geisteskranke, eingerichtet. Besteht bis heute.
Hospital Spangenberg:
Hospital (Elisabeth, Jakobus, Nikolaus), gegründet 1338 durch Hermann VI. von Treffurt. Es war ursprünglich für mindestens 12 Siechen bestimmt und wurde im Laufe seines Bestehens mit zahlreichen Stiftungen und Legaten ausgestattet.Aufgabe des Hospitals war es, erwerbsunfähigen Personen evangelischer Konfession aus der Stadt Spangenberg freie Wohnung und Unterstützung auf Lebenszeit zu gewähren. Zusammen mit dem 1461 gestifteten Siechenhaus bildete es die „Milden Stiftungen.“
Hospital Treysa:
Hospital zum Heiligen Geist, gegründet um 1367, Hospitalmeister seit 1467 genannt. Nach der Reformation unterstand die Hospitasverwaltung dem Ersten Pfarrer der Stadt, dem Bürgermeister und Rat, Mitglied war 1637/38 ferner der herrschaftliche Schultheiß zu Treysa. Ältester Teil des Hospitalkomplexes war die Kapelle, 1560 erneuert, 1640 abgebrannt, dann wiedererrichtet. Die Hospitalstiftung wurde 1964 aufgelöst.

Enthält

Enthält im Wesentlichen Güterverkehr, Rentenverkäufe, Stiftungen/Schenkungen/Legate, Privilegienverleihungen der hessischen Hospitäler. Der alphabetisch nach Orten geordnete Bestand erfasst folgende Hospitäler: Biedenkopf, Gudensberg, Homberg, Kassel (Hospital, Siechenhof), Merxhausen, Spangenberg und Treysa.

Literatur

G. Dehio, Handbuch der Kunstdenkmäler, 5. Bd. Hessen, bearb. von M. Backes, Darmstadt 1966; K.E. Demandt, Die Anfänge der staatlichen Armen. Und Elendenfürsorge in Hessen, in: HessJbLG 30, 1980, S. 176-235; C. Vanja, Die Stiftung der Hohen Hospitäler in Hessen zwischen Mittelalter und Neuzeit, in: Das Hospital am Beginn der Neuzeit, hrsg. von A. Friedrich, F. Heinrich, C. Vanja (Historische Schriftenreihe des Landeswohlfahrtverbandes Hessen Quellen und Studien 11), Petersberg 2004, S. 17-32.
Zu Hospital Biedenkopf:
W. Vahl, Die Familie von Breidenbach und die Wappenschilde in der Hospitalkirche zu Biedenkopf, in: ZHG 106 (2001), S. 4-17; K. Huth: Biedenkopf, Burg und Stadt im Wandel der Jahrhunderte, hrsg. vom Magistrat der Stadt Biedenkopf, Biedenkopf 1977, S. 191 f.
Zu Hospital Gudensberg:
W. Küther, Historisches Ortslexikon Fritzlar-Homberg, ehemaliger Landkreis (Historisches Ortslexikon des Landes Hessen 2), Marburg 1980, S. 117.
Zu Hospital Homberg:
W. Küther, Historisches Ortslexikon Fritzlar-Homberg, ehemaliger Landkreis (Historisches Ortslexikon des Landes Hessen 2), Marburg 1980, S. 153.
Zu Hospital/Siechenhof Kassel:
J. Schultze (Bearb.), Klosterarchive 2: Klöster, Stifter und Hospitäler der Stadt Kassel und Kloster Weißenstein, Regesten und Urkunden (VHKH 9,2), Marburg 1913; W. Schich, Die Entstehung der Stadt Kassel. 1075 Jahre Kassel – 800 Jahre Stadt Kassel (Quellen und Perspektiven zu Entwicklung Kassels 1), Kassel 1984, S. 35; G. Dehio, Handbuch der Kunstdenkmäler, 5. Bd. Hessen, bearb. von M. Backes, Darmstadt 1966, S. 452.
Zu Hospital Merxhausen:
W. Dersch, Hessisches Klosterbuch (VHKH 12), Ndr. d. 2. erg. Aufl., Marburg 2000, S. 118 f.; K. Heinemeyer, Domus sancti Johannis Bapistae in Merkeshusen, in: Monasticon Windesheimense 2: Deutsches Sprachgebiet, hrsg. von W. Kohl, E. Persoons, A.G. Weiler, Brüssel 1977, S. 284-295.
Zu Hospital Spangenberg:
H. Reimer, Historisches Ortslexikon für Kurhessen (VHKH 14), Marburg 1926, S. 450; R. König, Bestand 326.12. Milde Stiftungen Spangenberg (Repertorien des Hessischen Staatsarchivs Marburg), Marburg 1988, S. Vff..; Festschrift 625 Jahre Spangenberg, hrsg. vom Magistrat der Stadt Spangenberg, Spangenberg 1984, S. 72f.; H. Wittmann, Stadt und Schloß Spangenberg, Spangenberg 1962.
Zu Hospital Treysa:
U. Reuling, Historisches Ortslexikon Ziegenhain, ehemaliger Landkreis (Historisches Ortslexikon des Landes Hessen 5), Marburg 1991, S. 213; U. Schmidt, Schwalmstadt wie es früher war, Gudensberg-Gleichen 1993.

Findmittel

Arcinsys-Datenbank

Repertorium Hospital Biedenkopf, angelegt um 1891, handschriftlich, 1 Heft (Signatur: R 1453).
Repertorium Hospital Kassel, angelegt um 1891, handschriftlich, 1 Heft (Signatur: R 1454).
Repertorium Siechenhof Kassel, angelegt um 1891, handschriftlich, 1 Heft (Signatur: R 1455).
Repertorium Hospital Gudensberg, angelegt um 1891, handschriftlich, 1 Heft (Signatur: R 1456).
Repertorium Hospital Homberg, angelegt um 1891, handschriftlich, 1 Heft (Signatur: R 1457).
Repertorium Hospital Merxhausen, angelegt um 1891, handschriftlich, 1 Heft (Signatur: R 1458).
Repertorium Hospital Spangenberg, angelegt um 1891, handschriftlich, 1 Heft (Signatur: R 1459).
Repertorium Hospital Treysa, angelegt um 1891, handschriftlich, 1 Heft (Signatur: R 1460).

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

60 Urkunden

Filmkopien

Die Urkunden sind als Mikrofiches verfügbar.

Benutzung

Die Urkunden werden im Original vorgelegt.