HStAM Bestand 429/1

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Hochschule für Bildende Künste

Laufzeit

1934-1976

Siehe

Korrespondierende Archivalien

Best. 160 Akademie der bildenden Künste Kassel

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

Im Rahmen der Zusammenlegung der WKS mit der Hochschule für Bildende Künste (HbK) 1970 vereinte man auch deren Registraturen zu einer Zentralregistratur. Im Rahmen der Integration der so geschaffenen Hochschule für Gestaltung in die Gesamthochschule Kassel (GhK) 1971 wurden auch die Unterlagen der Zentralregistratur an die GhK übergeben. Auf Anraten des Staatsarchivs Marburg stand die Idee eines Universitätsarchivs für die Gesamthochschule im Raum. Doch aus finanziellen und personellen Gründen konnte diese nicht umgesetzt werden. Bestände der GhK selbst (Best. 420, 424), sowie Bestände der Vorgängereinrichtungen der GhK (Best. 429/1-3) wurden daraufhin gemäß Erlass des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst vom 11. Juni 1997 als Depositum an das Staatsarchiv Marburg abgegeben. Nach einer Bewertung durch das Staatsarchiv erfolgte am 21. Juni 1999 die Einlagerung von Best. 429/1 Hochschule für Bildende Künste und Best. 429/2 Werkkunstschule in die vom Staatsarchiv in der Wilhelmshöher Allee zu diesem Zweck angemieteten Räumlichkeiten des Landeskirchlichen Archivs Kassel. Im Rahmen der Bewertung erfolgte keine Kassation innerhalb des Aktenbestandes der Vorgängerinstitutionen der Gesamthochschule Kassel. Nur künstlerische Arbeiten der HbK und der WKS wurden als Museumsgut, und daher als nicht archivwürdig, zurückgewiesen. 2005 wurde das Außenmagazin in Kassel geschlossen und die Akten, weiterhin als Depositum, nach Marburg in das Staatsarchiv übergeführt. Im Rahmen der Aussonderung wurden die Akten an der GhK vorsortiert, in Aktenordner neu zusammengefügt und vorläufig verzeichnet. Aus den so entstandenen Abgabelisten, die den Dienstakten beiliegen, wurde 2002 ein Bestandsverzeichnis der Bestände 429/1-3 erstellt.
Bei der Übernahme der Unterlagen zu Best. 429/1 Hochschule für Bildende Künste in das Hessische Staatsarchiv Marburg wurden ebenfalls Akten der Staatlichen Werkkunstschule Kassel und Akten der Gesamthochschule Kassel in den Bestand mit aufgenommen. Eine Ordnung und Verzeichnung der Akten der Provenienz HbK in Best. 429/1 erfolgte 2013 im Rahmen einer Laufbahnprüfung. Die Akten der Provenienz Werkkunstschule Kassel wurden 2016, ebenfalls im Rahmen einer Prüfungsverzeichnung (Bestand 429/2 Werkkunstschule), in den zugehörigen Bestand verzeichnet. Aus diesem Bestand 429/2 wurden wiederum Akten der Provenienz HbK in den Bestand 429/1 überführt und verzeichnet. Bis auf eine verbleibende, unverzeichnete Menge von 1MM an Akten der Provenienz GhK ist der Bestand abgeschlossen. Weitere Abgaben durch die Gesamthochschule Kassel sind nicht zu erwarten.

Geschichte des Bestandsbildners

Nach der Zerstörung der Räumlichkeiten der Kasseler Kunstakademie in Kassel durch einen Fliegerangriff 1943 und der Schließung der Einrichtung gegen Kriegsende begannen unter Arnold Bode und Ernst Röttger 1946 die Bestrebungen, die während des Nationalsozialismus immer stärker eingeschränkte und schließlich geschlossene Bildungseinrichtung neu aufleben zu lassen. In Übereinstimmung mit dem Hessischen Ministerium für Erziehung und Volksbildung wurden zunächst ein Lehrplan entworfen, Vorschläge für den Lehrkörper gemacht und Räumlichkeiten gesucht. Am 14. November 1948 folgte die offizielle Eröffnung, der Einzug in Räume, die zum Unterrichten geeignet waren, jedoch erst ein halbes Jahr später und damit auch der Beginn des Lehrbetriebes mit den ersten 61 Studierenden. Die wieder eingerichtete Schule fiel unter die Aufsicht der Abt. II Schulwesen des Regierungspräsidenten in Kassel und in den Zuständigkeitsbereich des Hessischen Ministeriums für Kultus und Unterricht.
Ernst Röttger wurde mit der Leitung der „Werkakademie“ genannten Einrichtung betraut. Aufgabe der Institution war unter anderem die Ausbildung der Kunsterzieher für das höhere Lehramt. Es folgte mit der Einrichtung einer Schreinerei der Unterricht in Werklehre, sowie Werkstätten für Maltechnik, Keramik und Buchbinderei. 1951 konnte durch die Stiftung der Marburger Tapetenfabrik Kirchhain, Bezirk Kassel, eine Stoffdruckwerkstatt bereitgestellt werden. Daneben wurden außerdem eine Graphikklasse und eine Architekturabteilung betrieben. Die Satzung der „Staatlichen Hochschule für bildende Künste“ (HbK) vom 08. September 1960 legt die künftige Orientierung der Bildungseinrichtung auf die Ausbildung von Studierenden in künstlerischer Gestaltung, sowie auf die Ausbildung von Kunsterziehern für das künstlerische Lehramt an höheren Schulen fest. Diese Ausbildung wurde hessenweit nur an der HbK durchgeführt. Eine Entschärfung der von Anfang an kritischen Raumsituation erfolgte 1968, als der 1962 begonnene Neubau in der Karlsaue in Kassel, direkt neben der Staatlichen Werkkunstschule Kassel (WKS), abgeschlossen und bezogen werden konnte. Leiter der HbK war zu diesem Zeitpunkt Arnold Bode. 1951 kam erstmals mit der entsprechenden Empfehlung des Haushaltsausschusses des Hessischen Landtages die Idee einer Fusion mit der von Ernst Jupp geleiteten Werkkunstschule Kassel auf, worauf man den „Vorläufigen Arbeitsausschuss für Werkakademie und Werkkunstschule“ ins Leben rief. Diese Bemühungen verliefen jedoch sehr schnell im Sand. Ab 1963 versuchten die Direktoren der Werkakademie und der WKS die Integrationsidee beider Einrichtungen erneut aufleben zu lassen, was jedoch bis 1966 weiterhin erfolglos blieb. Erst 1970 konnte die Integration der WKS in die Hochschule für Bildende Künste erfolgreich durchgeführt werden. Die so geschaffene „Hochschule für Gestaltung“ wurde schließlich nur ein Jahr später in die „Gesamthochschule Kassel“ integriert.

Enthältu.a.

• Organisation und Umstrukturierung der Ausbildung der Kunsterzieher
• Schriftverkehr der Werkakademie, bzw. der Hochschule für Bildende Künste (HbK), mit verschiedenen Institutionen, die die Durchführung der Ausbildung an der Hochschule unterstützen
• Beteiligung an verschiedenen gemeinsamen Projekten
• Unterrichtsinhalte, Prüfungsablauf
• Kontakt zu Vereinen und Institutionen über möglicherweise geeignete Bewerber unter den Studierenden der Hochschule auf freie Stellen
• Zeitungsausschnittsammlungen verschiedener Veranstaltungen der Werkakademie und Hochschule für Bildende Künste
• Finanzierung und Durchführung des Neubaus der Werkakademie Kassel
• Pressemitteilungen
• Erstellung der kleinen Hochschulstatistik des Statistischen Bundesamtes

Literatur

Gesamthochschule Kassel Organisationseinheit Kunst (Hrsg.): Kritische Festschrift zur 200-Jahr-Feier der Staatlichen Hochschule für Bildende Kunst in Kassel, die seit 1971 in die Gesamthochschule Kassel integriert [1777-1977]. Kassel, 18. Oktober 1977, Kassel 1977.

Leitl, Alfons (Hrsg.): Staatliche Werkakademie Kassel, in: Baukunst und Werkform / Die neue Stadt, Heft 7, Nürnberg 1955.

Vogel, Hans, Hirzel, Stephan (Bearb.): 175 Jahre Kasseler Akademie: Jubiläums-Ausstellung im Landesmuseum Kassel, veranstaltet von der Staatlichen Werkakademie und den Staatlichen Kunstsammlungen in Kassel, 19. Oktober bis 30. November 1952; [1777 - 1952], Kassel 1952.

Findmittel

Arcinsys-Datenbank

Findbuchausdruck, 2013 (beim Referenten)

1 MM noch unverzeichnet

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

5,25 MM

Referent

Herr Dr. Murk

Informationen / Notizen

Zusatzinformationen

Letzte Aktualisierung: 25.9.2017