HStAM Bestand 340 Martin

  • Zugeordnete Objekte zeigen
  • Drucken
  • Mit Strg+C oder Rechtsklick kopieren.
    Verlinken
  • Versenden
  • Verbessern

Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Nachlass Martin

Laufzeit

1809-1914

Siehe

Korrespondierende Archivalien

Bestand 340 Ernst Martin, der ebenfalls Teile des Martinschen Familienarchivs enthält. Ernst Martin war ein Enkel von Julius Martin, Generalsuperintendent in Kassel, Bruder des Heinrich Robert Martin.

Bestandsdaten

Aufsatz

VORBEMERKUNG UND STAMMFOLGE
I. Pierre Martin, Kaufmann in Kassel, * Abriès-Dauphiné Anfang 1674, + Kassel 15./22.11 1750, oo II. Christine Elisabeth Ungewitter, * Marburg 14.9.1716, + Kassel 14.3.1756, T.d. Superintendenten Johann Christoph Ungewitter
II. Johann Christian Martin, Pfarrer in Holzhausen, Amt Hofgeismar, dann Metropolitan in Hornberg/Efze, zuletzt Pfarrer in Wolfsanger, * Kassel 15 10.1744, + Wolfsanger 24.8.1811; oo Sabine Lucie Stückradt, * Germerode 10.7.1757, + Abterode25.8.1828.
III. Siegmund Peter Martin, Asntsadvokat in Homberg/Efze, * Holzhausen Amt Hofgeismar 15.10.1780, + Homberg/Efze 20.11.1834; oo Amalie Rommel, T.d. Balthasar Rommel, Kantor, dann Hospitalsprovisor in Homberg, * Homberg 20.1.1787, + Kassel 7.10.1859. Nach vorübergehendem Dienst als Auditeur und Regimentsquartiermeister war er seit 1808 Friedensrichter in Eschwege. Als einer der Führer des fehlgeschlagenen Dörnbergschen Aufstandes gegen Jerôme floh er 1809 nach Berlin, kehrte aber 1810 in der Überzeugung amnestiert zu sein, nach Kassel zurück, wurde verhaftet und in einem Hochverratsprozeß zum Tode verurteilt, dann aber begnadigt. Ende 1811 aus der Haft entlassen ließ er sich als Distriktsnotar in Eschwege nieder und wechselte 1814 in den preußischen Staatsdienst in den neu erworbenen Rheinlanden. S.P. Martin war Anhänger und Publizist der deutschen Einheitsbewegung. 1820 und 1823 wurde er von der Mainzer Zentraluntersuchungskommission über diese Tätigkeit vernommen. 1816 schied er aus dem preußischen Staatsdienst aus und ließ sich 1817 als Amtsadvokat in Homberg/Efze nieder.
IV. Heinrich Robert Martin, Oberappellationsgerichtsrat in Kassel * Homberg/Efze 13. Juli 1815, + Kassel 14. März 1895, oo Auguste Graf T.d. Pfarrers zu Mandern Karl Friedrich Graf; * Mandern 1.12,1817, + Kassel 30.5.1893. Schon in jungen Jahren war bei dem Schüler, dann Studenten der Rechtswissenschaften intensive innerliche Hinwendung zum evangelischen Glauben feststellbar, Als überzeugter Kurhesse und aufgrund seiner Rechtsauffassung war er ein Gegner der preußischen Annexion und der preußischen Politik. HR. Martin war an herausragender Stelle ein Mitträger der politischen, intellektuellen und rechtlichen Renitenz in Kurhessen. 1873 schloß er sich auch der kirchlichen Renitenz an. Die abgesetzten Pfarrer und ihre Familien fanden bei ihm starke Unterstützung, insb. auch juristische . Gleichwohl blieb er seinen Brüdern Julius, Generalsuperintendent in Kassel, und Wilhelm, Metropolitan in Hofgeismar, tief verbunden.
V. Julius Carl Martin, Rechtsanwalt in Kassel, * Grebenstein 8.3,1847, + Kassel 25.11.1915; oo Amalie Amelung, Tochter des renitenten Pfarrers Amelung zu Herrenbreitungen, * Volkmarsen 20.7.1853, + Kassel 15.11.1933. Julius Carl Martin war wie sein Vater überzeugter Kurhesse und aufgrund seiner Rechtsauffassung Gegner der preußischen Annexion. Er erhielt wegen seiner Haltung und der seines Vaters keine Bestätigung als Anwalt in Kassel und war daher von 1874 bis 1880 im Justizdienst des Fürstentums Reuß ä.L. tätig. Ab 1880 war er als Rechtsanwalt in Kassel zugelassen. Neben Wilhelm Hopf und Adolf Schimmelpfeng war er der führende Kopf an der Spitze der Hessischen Rechtspartei, deren Hauptprogramm ,,Protest gegen 1866 und seine Folgen' war. Sein Bruder Johann Carl Martin, 1848-1920, war, nachdem er sich nicht entschließen konnte, Pfarrer zu werden, nach einem Zweitstudium als Gymnasialprofessor in Wesel, dann in Bad Kreuznach tätig.
VI. Heinrich Martin, Pfarrer der Marburger Gemeinde der aus der Renitenz hervorgegangenen Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche sowie Superintendent. * Kassel 10.5. 1884, + Baunatal-Großenritte 7.7.1972, oo Elisabeth Marburg, * Michelstadt/Odw. 6.3.1880, + Marburg 31.1.1948.
Quellen: Die Nachkommen von Jean Pierre Martin (1674-1750), Sonderdruck aus ,,Deutsches Familienarchiv, Neustadt ad. Aisch, 1956 Die Chronik der I.-IV. Generation der Nachkommen des I.P. Martin (1674-1756) (!). (Familienchronik) Herausgegeben vom Familienausschuß des I.P. Martinschen Familienverbandes e.V. Bearbeitet von Heinz Martin. o.O. 1974 Lebensbilder aus Kurhessen. Herausgegeben von Ingeborg Schnack, Bde 1-4, Dienstakten des Hessischen Staatsarchivs Marburg, K a Martin, Heinrich Marburg, Oktober 1993 Helmut Klingelhöfer

Bestandsgeschichte

Der vorliegende Bestand enthält im wesentlichen die Nachlässe von Heinrich Robert Martin (IV) und Julius CarI Martin (V) aus ihrer beruflichen Tätigkeit und aus ihrem Wirken für die rechtliche und kirchliche Renitenz in Kurhessen nach der preußischen Annexion.
Daneben finden sich Briefe von Johann Christoph (II) und Siegmund Peter Martin (III) und dessen Frau Amalie geb. Rommel. Ein Teil der Briefe, insbesondere die an fremde Korrespondenzpartner bzw. Angehörige der Familie Rommel ist vermutlich durch Erbfall oder spätere Rückgabe wieder in das Familienarchiv zurückgekehrt. Die Autobiographie von Heinrich Robert Martin (340 Martin Nr. 62) ist 1895 als Manuskript im Druck erschienen. Keine Unterlagen finden sich von Pierre Martin (1) und Heinrich Martin (VI), die nur der genealogischen Vollständigkeit willen als Stammvater und als Deponent mit aufgeführt sind.
Das Familienarchiv ist sukzessive zwischen 1927 und 1970 durch Heinrich Martin, Superintendent in Marburg, im Hessischen Staatsarchiv Marburg deponiert worden. Der Depositalvertrag datiert vom 16.2.1962. Die wissenschaftliche Benutzung ist frei, die nichtwissenschaftliche dagegen durch den Deponenten bzw. seine Rechtsnachfolger genehmigungspflichtig.

Enthält

Personalpapiere, Privatkorrespondenz und Akten des Heinrich Robert Martin (1815-1895) aus seiner amtlichen Tätigkeit am Oberappellationsgericht in Kassel; Akten aus dem Nachlaß seines Sohnes, des Rechtsanwaltes Julius Martin (1847-1915).

Findmittel

HADIS-Datenbank

Findbuch v. H. Klingelhöfer (retrokonvertiert nach HADIS)

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

0,25 MM

Referent

Kli, 2002

Benutzung

Depositum. - Nichtwissenschaftliche Benutzung nur mit Genehmigung des Deponenten.