HStAM Bestand 701/1

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Kurländisches Ritterschaftsarchiv (abgegeben im Mai 2006 an das Herder-Institut, Marburg)

Laufzeit

1347-1983

Siehe

Korrespondierende Archivalien

Latvijas PSR Centralais Valts vestures arhivs, Fonda Nr. 640, lietu apraksts Nr. 1 (1617-1919). Adresse: Riga, Slokas iela 16

Archiv des Herder-Instituts, Marburg

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte

Das Kurländische Ritterschaftsarchiv besteht aus Unterlagen, die nach dem ersten Weltkrieg - da vorwiegend älteres genealogisches Material enthaltend - im Unterschied zu den reinen Verwaltungsakten für Livland nicht an die Estnischen und Lettischen Staatsarchive abgegeben worden sind. Sie lagen vor dem 2. Weltkrieg als Depositum im Geheimen Staatsarchiv Berlin-Dahlem. Allerdings ist von diesem Depositum aus dem Kurländischen Landesarchiv 1945 nur ein kleiner Teil nach dem Westen gelangt (Goslar). Dieser Teilbestand ging mit Einverständnis der Britischen Besatzungsbehörden wieder in den Besitz der Baltischen Ritterschaften über. Der umfangreichere Rest wurde 1971 vom Zentralen Staatsarchiv der DDR in Potsdam an das Zentrale Historische Archiv von Lettland nach Riga abgegeben, das heute etwa zwei Drittel des Altbestandes des alten Kurländischen Landesarchivs bei sich verwahrt. Im hier vorhandenen modernen Findbuch aus Riga sind die Verluste durch Stempel ebenso vermerkt, wie im von der Ritterschaft neu angefertigten Findbuch für die Marburger Teile. Beide Findbücher sind nicht kompatibel.
Reste von älteren Familienpapieren, die nicht zum Depositum in Dahlem gehört haben, gehen noch immer zu.

Enthält

Von besonderer Bedeutung sind die in der Zwischenkriegszeit neu angelegten Geschlechtsregister für den immatrikulierten Adel mit den zugehörigen Kirchenbuchauszügen. Die Familienpapiere selbst, darunter meist Urkunden über Adelserhebungen etc. (z. T. in Kopien von 1983), und die Überlieferung über den Besitz einzelner Familien sind äußerst lückenhaft. Einzelne sog. Gutsbriefladen (Umfang durchschnittlich 1 Karton) sind verzeichnet und enthalten auch Urkunden. Im Bestand findet sich unter den Städtesachen auch versprengtes Material zu Bürgerlichen (Zunftbriefe, Gesellenbriefe, Geburtsbriefe). Historisch von allgemeinerem Interesse sind die verfassungsrechtlich konstituierenden Urkunden in Abt. V. Beigefügt sind einzelne Nachlässe, vor allem von Historikern des Baltikums (v. Diederichs, Oskar Stavenhagen, v. Heyking, Georg v. Krusenstjern), aber auch die Urkundensammlung der Grafen v. Ungern-Sternberg (s.u.).

Literatur

Georg v. Rauch, Geschichte der Baltischen Staaten, Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz 1970

Patricia Kennedy Grimsted, Archives and Manuscript Repositories in the USSR. Estonia, Latvia, Lithuania, and Belorussia, Princeton, New Jersey 1981

Nachrichtenblatt der Baltischen Ritterschaft, 19. Jg. 1977, S. 43-45, 20. Jg. 1978, S. 169-170

Licnye archivnye fondy v gosudarstvennych chranilišcach SSSR. Ukazatel', (Katalog der Nachlässe in den staatlichen Archiven, Bibliotheken und Museen der UdSSR), 2 Bde., Moskau 1962. (Es gibt eine neue, durch die staatliche Archivverwaltung herausgebrachte, verbesserte Auflage. Hier nicht zugänglich).

Deutschbaltisches Biographisches Lexikon, 1710-1960, Olaf Welding, Hrsg., Köln, Wien 1970

Findmittel

Kurländische Ritterschaft, Hrsg., Verzeichnis des Bestandes 701, Kurländisches Ritterschaftsarchiv beim Staatsarchiv Marburg (nach dem Stande von 1983), vervielfältigtes Ms.

Weitere Einzelfindbücher zu dort nur generell verzeichneten Teilen im Repertorienzimmer des Staatsarchivs

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

33 m, davon einzelne alte Findbücher, 63 Karten, 3 m Urkunden, 16.-20. Jahrhundert. Dazu z.Zt. 28 m Handbibliothek, die aus Nachlässen mehr zufällig anwächst

Benutzung

Depositum. Für Mitglieder der Ritterschaft frei zugänglich, sonst nach Vorlage einer schriftlichen Genehmigung des jeweiligen Ritterschaftsvorsitzenden der Kurländischen Ritterschaft (zu erfragen im: Deutschen Adelsarchiv, Marburg)