UBA Ffm Bestand Na 49

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Nachlass Ruxandra Sireteanu

Laufzeit

1975-2008

Bestandsdaten

Aufsatz

Bei dem verzeichneten Bestand Na 49 Nachlass Ruxandra Sireteanu handelt es sich ausschließlich um ihren wissenschaftlichen Nachlass. Die Unterlagen, die sich in ihren Büro- und Laborräumen im Max-Planck-Insitut für Hirnforschung Frankfurt befunden haben, wurden nach ihrem Tod zunächst weiter dort verwahrt und im Jahr 2009 vom Leiter des Archivzentrums der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main, Dr. Mathias Jehn, bewertet. Die übernommenen Archivalien bilden ca. 20 % des ursprünglichen Materials und beinhalten neben einer umfangreichen Sammlung von Dias, die vor allem Anschauungsmaterial für Vorträge enthält, Schriftgut aus ihrer langjährigen Tätigkeit in Lehre und Forschung. Da Ruxandra Sireteanu fließend Rumänisch, Deutsch, Englisch, Italienisch und Französisch sprach, sind im Bestand zwar vor allem Unterlagen in Deutsch und Englisch, aber auch in anderen Sprachen zu erwarten. Die Gesamtlaufzeit umfasst überwiegend die Jahre 1978 bis 2008. Die Korrespondenzakten wurden in ihrer Ordnung nach Jahren belassen und in einem eigenen Klassifikationspunkt erfasst, da sich darin Schreiben aus allen Bereichen ihrer beruflichen Tätigkeit befinden. Besondere Betreffe und häufige Korrespondenzpartner wurden ohne Berücksichtigung von akademischen Graden in den Enthält-Vermerk aufgenommen. Bei der Erfassung der Dias hat man lediglich die bereits von Ruxandra Sireteanu vergebenen Beschriftungen übernommen. Während der Verzeichnung wurden so weit möglich alle Büroklammern, Tackernadeln und Klarsichtfolien entfernt. Die Kassation beschränkte sich ausschließlich auf die Entnahme von Duplikaten. Ruxandra Sireteanu wurde am 19. September 1945 in der rumänischen Stadt Mediasch als Tochter des Arztes Modest Sireteanu und der Diplom-Mathematikerin Eva Sireteanu-Oberth geboren. Ihre schulische Ausbildung schloss sie im Juni 1963 mit der Bestnote ab und begann noch im selben Jahr das Studium der Physik an der Universität Bukarest. 1968 erhielt sie dort ihr Diplom im Fach Biophysik mit einer Arbeit zum Thema 'Theoretische und experimentelle Aspekte des Membranpotentials'. In der Folgezeit arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Molekularbiologie und Radiobiologie sowie am Institut für Erdöl, Erdgas und Geologie in Bukarest, bevor sie 1972 als Doktorandin an die Scuola Normale Superiore in Pisa ging, wo sie schließlich 1976 über das Thema 'Contributions to the study of the visual function, using spatially periodical stimuli' im Fach Biophysik promovierte. Am 20. Dezember 1974 heiratete sie den Diplom-Physiker Dan Horia Constantinescu. Ihre gemeinsamen Kinder Laura Eva und Sorin Daniel wurden 1978 und 1982 geboren. Nach verschiedenen Stipendien und Anstellungen in Pisa, Ulm und Lausanne folgte 1978 ein Stipendium bei der Max-Planck-Gesellschaft und die anschließende Anstellung als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Neurophysiologie des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie München. Ab 1982 gehörte sie der Abteilung Neurophysiologie im Max-Planck-Institut für Hirnforschung Frankfurt an, wo sie 1986 die Leitung der Arbeitsgruppe für Psychophysik übernahm. Im selben Jahr begann sie als selbständige Lehrbeauftragte im Fachbereich Zoologie der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Im Juni 1990 habilitierte sie dort über das Thema 'Entwicklung und Plastizität visueller Funktionen: Psychophysische, elektrophysiologische und klinische Untersuchungen' und wurde dafür mit dem Forschungspreis der Dr. Heinz und Helene Adam-Stiftung ausgezeichnet. Ein Jahr später erhielt sie einen Lehrauftrag für den Fachbereich Humanmedizin an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt und wurde zur Prüferin für das Fach Physiologie im Fachbereich Psychologie bestellt. Daraufhin war sie 1995/1996 Vertretungsprofessorin für das Fach Physiologische Psychologie/Biopsychologie und erhielt 1996/1997 eine Gastprofessur im Fachbereich Psychologie. 1996 wurde sie von der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz zur außerplanmäßigen Professorin ernannt und 1998 folgte die Berufung zur Professorin für das Fach Physiologische Psychologie/Biopsychologie im Fachbereich Psychologie der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt. Ihre Forschung lag nach eigenen Angaben in den Bereichen der Psychophysik, Kognitionsforschung, Neuropsychologie, Entwicklungspsychologie, Neuro-Ophthalmologie, Elektrophysiologie. Hierbei konzentrierte sie sich stark auf die visuelle Wahrnehmung und deren Entwicklung bei Erwachsenen, Schulkindern, Kleinkindern und Säuglingen. Außerdem führte sie Versuche mit Katzen und Affen durch. Neben der Forschung und der Arbeit an den Universitäten war sie auch als Redakteurin (Editor) für die Zeitschrift 'Strabismus' und als Gutachterin unter anderem für die Zeitschriften 'Vision Research', 'Experimental Brain Research', 'Infant Behaviour and Development' sowie für die Deutsche Forschungsgemeinschaft tätig. Ruxandra Sireteanu starb am 1. September 2008 überraschend bei einem Unfall. Im Rahmen eines Honorarvertrages mit dem Max-Planck-Institut für Hirnforschung Frankfurt wurde der Bestand durch die Archivinspektoranwärterinnen Lisa Hauser und Tanja Wolf im Herbst 2009 bearbeitet. Der Bestand umfasst nach Abschluss der Erschließung 405 Archivalieneinheiten. Die Zitierweise lautet: AZ Ffm Na 49, 1-406.
Lisa Hauser, Tanja Wolf und Mathias Jehn
Abkürzungsverzeichnis :
CVRS - Child Vision Research Society
EC - European Commission
EU - Europäische Union
DFG - Deutsche Forschungsgemeinschaft
fMRI - Functional magnetic resonance imaging
LCD - Liquid crystal display
LGN - Lateral geniculate nucleus
MPG - Max-Planck-Gesellschaft
OKN - Optokinetic nystagmus
PET - Positron emission tomography
PMLS - Posteromedial lateral suprasylvian
ZNS - Zentrales Nervensystem

Bestandsgeschichte

Ruxandra Sireteanu (1945-2008), Professorin für Physiologische Psychologie/Biopsychologie an der Goethe-Universität Frankfurt, gilt als international anerkannte Expertin für das visuelle System und den visuellen Funktionen des Menschen. Das MPI übergab den Nachlass im April 2009 als Depositum dem Archivzentrum.

Enthält

Korrespondenzen, Briefe, wissenschaftliche Primärdaten, Manuskripte, Verwaltungsunterlagen, Dokumente

Findmittel

verzeichnet

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang

12 m

Benutzung

Aus Gründen des Daten- oder Geheimschutzes müssen in einigen Fällen Titelinformationen unterdrückt werden. Die Rechtsgrundlage dafür bilden das Hessische Datenschutz- und das Hessische Archivgesetz.