UniA Marburg Fonds 308/58

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Description: Fonds

Identification (short)

Title 

Institut für Pathologie

Life span 

1860-1970

Fonds data

Custodial history 

Der Bestand gelangte 2019 aus dem Institut in das Archiv.

History of creator 

Nachdem der Brunnenarzt von Bad Nauheim, Friedrich Wilhelm Beneke (1824-1882), 1857 begonnen hatte, in Marburg Vorlesungen über Pathologie zu halten, bemühte er sich um die Einrichtung eines Pathologischen Instituts. Das wurde 1858 in den Räumen im Landkrankenhaus eingerichtet, die durch den Auszug der Chirurgischen Klinik frei geworden waren. Den ehemaligen Operationsraum in der früheren Hospitalkapelle St. Elisabeth funktionierte man zum Sektionsraum um, dazu kam ein Aufbewahrungsraum. 1863 wurde Beneke zum außerordentlichen, 1866 zum ordentlichen Professor für pathologische Anatomie und allgemeine Pathologie ernannt.
Seit den frühen 1860er Jahren kämpfte er um ein eigenes Leichenhaus und um einen Neubau für das Institut. Seine Pläne konnten erst von seinem Nachfolger Felix Marchand (1846-1928) umgesetzt werden. 1886-1889 wurde das Institut quer zur heutigen Robert-Koch-Straße errichtet. 1925-1927 erhielt das Gebäude zwei neue Flügel. 1984 erfolgte der Umzug in die heutigen Räume im Ersten Bauabschnitt des neu errichteten Kliniksgebäudes auf den Lahnbergen.
Nachdem Prof. Marchand, der moderne bakteriologische Untersuchungsverfahren einführte, im Jahr 1900 einen Ruf nach Leipzig angenommen hatte, folgte ihm für zwei Jahre Hugo Ribbert nach, dessen Nachfolger wiederum Ludwig Aschoff war, der Entdecker des "Aschoff-Tawara-Knotens" und Erforscher des Reizleitungssystems im Herzen. Von 1903 bis 1906 wirkte er an dem Institut in Marburg. 1906 übernahm dann Rudolf Beneke, der Sohn des Institutsgründers, dessen Leitung. 1911 kam nach seinem Weggang Martin Benno Schmidt, 1913 folgte diesem Leonhard Jores nach. Dessen Nachfolger wiederum wurde ihm Jahr 1918 Max Löhlein, der im Dezember 1921 an einer Leicheninfektion verstarb. Vertretungsweise leiteten Walther Berblinger und Herbert Siegmund das Institut, bis im Mai 1923 Max Versé Direktor wurde. Bis zu seinem Tod 1947 hatte er dieses Amt inne. Sein Nachfolger Herwig Hamperl kam 1949 und blieb fünf Jahre. 1954-1960 versah Johannes Linzbach das Direktorenamt, es folgten 1961-1968 Peter Gedigk und 1969-1977 Waldemar Hort.

Includes 

Der Bestand enthält die Sektionsprotokolle aus den Jahren 1860-1970 und das dazu gehörende Journal für die Jahre 1946-1960, die Obduktions-Journalbücher aus den Jahren 1882-1950 sowie die Eingangsbücher aus den Jahren 1928-1970, außerdem den "laufenden" Katalog der Sammlung des Pathologischen Instituts in zwei Bänden sowie den der Mikroskopischen Sammlung. Darin sind die Objekte nach Zugang aufgeführt; der Systematische Katalog ist offenbar verloren gegangen.

Literature 

Gerhard Denecke, Das Pathologisch-anatomische Institut, in: Heinrich Hermelink, Siegfried Kaehler, Die Philipps-Universität zu Marburg 1527-1927, Marburg 1927, S. 650-654

Annette Schmitter, Friedrich Wilhelm Beneke (1824-1882) - Geheimer Medizinalrat, Badearzt in (Bad) Nauheim und Professor der pathologischen Anatomie und allgemeinen Pathologie in Marburg, Diss. Aachen 1985

Peter Hermann-Josef Korte, Die Tätigkeit des Marburger Pathologischen Instituts unter Leonhard Jores und Walther Berblinger 1913-1918, Diss. Marburg 2014

Jochen Schröder, Die Marburger Pathologie in den Jahren 1918-1921. Eine Betrachtung der Arbeit am Pathologischen Institut zu Marburg vor dem historischen Hintergrund auf Basis der Auswertung der Sektionsakten, Diss. Marburg 2015

Ulrich Klein, Die Universitätsbauten im Marburger Norden - ein Überblick, in: Katharina Schaal (Hrsg.), Von mittelalterlichen Klöstern zu modernen Institutsgebäuden. Aus der Baugeschichte der Philipps-Universität Marburg (Academia Marburgensis 15), Münster 2019, S. 109-166

Finding aids 

Arcinsys

Further information (fonds)

Extent 

18 MM