StadtA FKB Fonds N 1/5

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Description: Fonds

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Title 

Künstlerischer Nachlass Bruno Schramm (1903-1964)

Fonds data

History of creator 

Bruno Schramm stammte aus Berlin, wo er am 2. März 1903 als Sohn eines Porzellanmalers geboren wurde. Er erlernte das Handwerk des Bäckers und Konditors, das er wegen einer Mehlallergie jedoch bald wieder aufgeben musste. Da er schon von Jugend an das Talent zum Zeichnen besaß, das er offensichtlich von seinem Vater geerbt hatte, fiel es ihm nicht schwer, auf den Beruf des Kunstmalers und Werbegrafikers umzusatteln. Nach Angaben seiner Tochter fühlte sich Bruno Schramm auch zur Schauspielerei hingezogen. Unter Fritz Kortner spielte er auf Laienbühnen in Berlin und Umgebung.
Zu Beginn der Nazizeit aus Berlin nach Teplitz-Schönau in der Tschechoslowakei ausgewiesen, baute Bruno Schramm dort ein florierendes Werbeunternehmen auf. Seine vielseitige Tätigkeit umfasste u.a. das Entwerfen von Schaufensterdekorationen, die Malen von Transparenten sowie die Anfertigung von Glasmalereien für Winzerstuben oder Theaterkeller. Er malte darüber hinaus Aquarelle und Porträts auf Bestellung und stellte auch bereits Werbedias für Kinos her.
Nach der Zwangsaussiedlung der Deutschen aus dem Sudetenland 1946 kam Bruno Schramm mit seiner Ehefrau und Tochter zunächst in Geismar im Kreis Frankenberg unter. Hier musste er wieder ganz von vorn anfangen. Den Lebensunterhalt in diesen schweren Nachkriegsjahren verdiente er sich vor allem durch die Malerei, durch die Herstellung von Glückwunschkarten oder Preisschildern, für die er von den Auftraggebern häufig mit Naturalien bezahlt wurde.
1948 zog Bruno Schramm mit seiner Familie nach Frankenberg, wo er wieder hauptsächlich als Werbegrafiker und nebenher als Kunstmaler arbeitete. Das bald darauf einsetzende „Wirtschaftswunder“ brachte ihm zahlreiche Kunden.
Die letzten Lebensjahre Bruno Schramms wurden durch ein psychisches Leiden verdunkelt. Seine Ehefrau ließ sich scheiden und zog mit der Tochter nach Hamburg. Die Aufträge blieben aus. Die Krankheit führt dazu, dass er sich sozial immer stärker isolierte. Am 5. April 1964 starb Bruno Schramm im Alter von 61 Jahren in Frankenberg.

Literature 

Karl-Hermann Völker, Dorfansichten aus Geismar. Erinnerungen an den Künstler Bruno Schramm. - In: Heimatjahrbuch 1986 für das Frankenberger Land, S. 100-103.
Ders., Wirtschaftswunder auf Leinwand. Bruno-Schramm-Kinowerbung. - In: HNA/Frankenberger Allgemeine Nr. 303 v. 30.12.1995.